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Pandemien: Panikmache oder reale Bedrohung?

11.11.2010
Weltweit führender Immunologe Professor Dr. Stefan H. E. Kaufmann spricht im „Heidelberger Forum Biowissenschaft und Gesellschaft“ / Öffentlicher Vortrag in der Print Media Academy am 18. November 2010 um 18 Uhr

2009 versetzte die „Schweinegrippe“ die Welt in Alarmbereitschaft; jeder Krankheitsausbruch wurde registriert und analysiert, Medien berichteten über Todesfälle, Schutzmaßnahmen und Impfstoffengpässe.

Im Gegensatz dazu findet eine der weltweit gefährlichsten Seuchen heute kaum Beachtung: die Tuberkulose, an der jährlich ca. 2 Millionen Menschen sterben. Über akute und andauernde Bedrohungen durch Infektionskrankheiten spricht der weltweit führende Tuberkulose-Experte Professor Dr. Stefan H. E. Kaufmann, Direktor des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie, am Do, den 18. November 2010, im "Heidelberger Forum Biowissenschaft und Gesellschaft". Der Vortrag "Pandemien: Über empfundene und reale Bedrohungen“ startet um 18 Uhr im Auditorium der Heidelberger Print Media Academy. Der Eintritt ist frei.

Das "Heidelberger Forum Biowissenschaft und Gesellschaft" ist eine Initiative der Heidelberger molekularbiologischen Forschungsinstitute: des Europäischen Molekularbiologielabors (EMBL), des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Zentrums für Molekulare Biologie Heidelberg (ZMBH) und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Ziel ist es, die Öffentlichkeit über wichtige Erkenntnisse aus den Biowissenschaften zu informieren. Das Forum wird von der Manfred Lautenschläger Stiftung unterstützt.

50 Millionen Menschen mit resistenten Tuberkulose-Erregern infiziert

Tuberkulose ist auf dem Vormarsch, gefährlicher denn je: Ein Drittel der Weltbevölkerung – ungefähr zwei Milliarden Menschen – sind mit den Tuberkulose-Bakterien infiziert, davon erkranken jedes Jahr 10 Millionen Menschen. Rund 50 Millionen Menschen tragen sogenannte multiresistente Erreger, die unempfindlich gegenüber gängigen Medikamenten sind. Neue Medikamente werden daher dringend gebraucht, aber die Forschung daran wurde lange Zeit sträflich vernachlässigt. So wurde der einzig verfügbare Impfstoff 1921 entwickelt. Er verhindert zwar bei Kleinkindern den Ausbruch der Krankheit, Erwachsenen bietet er allerdings keinen Schutz mehr.

Hier setzt die Forschung von Professor Stefan H. E. Kaufmann an. Mit seinem Team hat er den alten Impfstoff abgewandelt. Im Tierversuch hat sich der neue Impfstoff bereits als sehr wirksam und sicher erwiesen, nun wird er im Rahmen einer klinischen Studie an Menschen erprobt. Doch die klinischen Tests sind außerordentlich zeitaufwendig. Abhilfe könnten sogenannte Biomarker im Körper schaffen, die den Mediziner schon frühzeitig Hinweise darauf geben, ob die Impfung anschlägt. Nach solchen Biomarkern fahndet das Team um Professor Kaufmann nun gemeinsam mit Partnern in Afrika und mit finanzieller Unterstützung der Bill und Melinda Gates-Stiftung. Trotz dieser ersten Erfolge im Kampf gegen die Tuberkulose muss die Forschung auf diesem Gebiet dringend weiter ausgebaut werden.

Professor Stefan H. E. Kaufmann, geboren 1948 in Ludwigshafen, ist Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin, Professor an der Charité und Honorarprofessor am Universitätsklinikum Benjamin Franklin, Berlin. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten, aus denen mehr als 600 Publikationen hervorgegangen sind, erhielt er zahlreiche Preise. Er ist Präsident der Internationalen Union Immunologischer Gesellschaften (IUIS), Altpräsident der Europäischen Föderation Immunologischer Gesellschaften (EFIS) und der Deutschen Gesellschaft für Immunologie sowie Mitglied des Beirats der Globalen Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI).

Der Vortrag "Pandemien: Über empfundene und reale Bedrohungen" findet am Donnerstag, den 18. November 2010, um 18 Uhr im Auditorium der Print Media Academy, Kurfürsten-Anlage 52-60, 69115 Heidelberg, statt. Der Eintritt ist frei; Bevölkerung und Journalisten sind herzlich eingeladen.

Weitere Informationen im Internet:
www.embl.de/aboutus/science_society/hd_forum/past_forums/kaufmann_de/index.html
Oder unter www.embl.de > About us > Science and Society > Heidelberg Forum
Ansprechpartner:
Dr. Friedrich Frischknecht
Parasitologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 324
Tel.: 06221 / 56 65 37
E-Mail: freddy.frischknecht@med.uni-heidelberg.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.600 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.400 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
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Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

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