Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nobelpreisträger kommen nach Lindau

27.06.2014

Vom 29. Juni bis 4. Juli treffen sich rund 600 Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt mit den Koryphäen ihres Faches am Bodensee. Darunter sind auch 19 junge Forscher aus Max-Planck-Instituten, so viel wie nie zuvor

Erstmals in der Geschichte der Lindauer Nobelpreisträgertagungen ist der Anteil der Frauen unter den jungen Forschern mit 52 Prozent höher als jener der Männer (48 Prozent). Eine kleine Gruppe ausgewählter Nachwuchsforscher erhält zudem die einmalige Gelegenheit, ihre Projekte in einer Master Class vorzustellen und zu diskutieren. Der Themenschwerpunkt ist in diesem Jahr die Medizin.

„Die ausgewählten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehören zu den besten ihrer Jahrgänge“, sagt Stefan Kaufmann, Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie und Mitglied im Auswahlkomitee. „Es handelt sich um die nächste Generation von Spitzenforschern".

„Von den Begegnungen mit Nobelpreisträgern erhoffen sie sich Inspiration“, ergänzt Klas Kärre, Professor für molekulare Immunologie am Stockholmer Karolinska Institutet. Kärre gehört seit 2006 dem Nobelkomitee an, das die Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin auswählt.

Neueste Erkenntnisse der Krebs- und Aidsforschung

Als Kuratoriumsmitglieder und Wissenschaftliche Leiter der 64. Nobelpreisträgertagung sind Kaufmann und Kärre auch für das Tagungsprogramms verantwortlich. Im Mittelpunkt der zahlreichen Vorlesungen, Podiumsdiskussionen und Master Classes stehen molekulare, genetische und zelluläre Mechanismen, denn sie sind ein Schlüssel zur Prävention und Heilung von Krankheiten.

Einige Nobelpreisträger wie J. Michael Bishop oder Harald zur Hausen werden neueste Erkenntnisse der Krebsforschung vorstellen. Von Fortschritten im Kampf gegen HIV/AIDS berichten wird Françoise Barré-Sinoussi, ebenfalls 2008 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Ein anderes wichtiges Thema, dem sich Elizabeth H. Blackburn (Medizin-Nobelpreis 2009) widmen wird, ist der Prozess der Zellalterung und damit verbundene Krankheiten.

Berufliche und private Kontakte knüpfen

Als junge Wissenschaftler in Lindau dabei zu sein, gilt als besondere Auszeichnung. Joanna Adamczak, Post-Doktorandin am Max-Planck-Institut für neurologische Forschung in Köln hat von der Doktorandenvertretung PhDnet von der Tagung in Lindau erfahren. „Ich freue mich sehr auf das Treffen“, sagt die Wissenschaftlerin, die in ihrer Doktorarbeit die Regenerationsfähigkeit von Nervenzellen und Blutgefäßen nach einem Schlaganfall untersucht hat.

Manuela Weitkunat, Doktorandin am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, erhofft sich von Lindau „lebhafte Debatten, Impulse und Ideen“. Sie ist vor allem gespannt auf eine Panel-Diskussion am 2. Juli. Diese wird sich vor allem um die Frage drehen, wie rein Hypothesen getriebene Forschung mit anderen Ansätzen kombiniert werden kann („Large Data and Hypothesis-Driven Science in the Era of Post-Genomic Biology“). In ihrer Doktorarbeit interessiert sie sich unter anderem für die molekularen Grundlagen, die die Interaktionen zwischen Muskeln und Sehnen steuern.

Die Teilnahme der Nachwuchswissenschaftler an der Lindauer Nobelpreisträgertagung wird von der Max-Planck-Gesellschaft finanziell mit jeweils 2500 Euro unterstützt. Alle Teilnehmer werden vom geschäftsführenden Direktor des jeweiligen Instituts vorgeschlagen und vom Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft nominiert. Sie können auf der Tagung ein Netzwerk beruflicher und privater Kontakte knüpfen. Bei einem gemeinsamen Abendessen am 1. Juli treffen sie unter anderem auf Nobelpreisträger der Forschungsorganisation: Bert Sakmann (Nobelpreis für Medizin 1991), Erwin Neher (Nobelpreis für Medizin1991), Hartmut Michel (Nobelpreis für Chemie 1988) und Robert Huber (Nobelpreis für Chemie 1988).

Lange Tradition der Tagung

Seit 1951 bieten die alljährlichen Lindauer Nobelpreisträgertagungen Wissenschaftlern ein weltweit beachtetes Forum für den Austausch und die Kontaktpflege. Neben den wechselnden Treffen in Medizin, Physik und Chemie gibt es regelmäßige interdisziplinäre Treffen. Im August treffen sich darüber hinaus alle drei Jahre Nobelpreisträger aus den Wirtschaftswissenschaften mit jungen Studenten in Lindau.

Ansprechpartner 

Ilka Schießler-Gäbler

Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft, München

Fax: +49 89 2109-2486

 

Barbara Abrell

Wissenschafts- und Unternehmenskommunikation

Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft, München

Telefon: +49 89 2108-1416

 

Informationen zur Tagung

 

Ilka Schießler-Gäbler | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/8281731/Nobelpreistraeger_kommen_nach_Lindau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien
04.12.2019 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Die Zukunft der Arbeit
03.12.2019 | Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Im Focus: Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications. (DOI 10.1038/s41467-019-13240-z)

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit...

Im Focus: Neue Klimadaten dank kompaktem Alexandritlaser

Höhere Atmosphärenschichten werden für Klimaforscher immer interessanter. Bereiche oberhalb von 40 km sind allerdings nur mit Höhenforschungsraketen direkt zugänglich. Ein LIDAR-System (Light Detection and Ranging) mit einem diodengepumpten Alexandritlaser schafft jetzt neue Möglichkeiten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickeln ein System, das leicht zu transportieren ist und autark arbeitet. Damit kann in Zukunft ein LIDAR-Netzwerk kontinuierlich und weiträumig Daten aus der Atmosphäre liefern.

Der Klimawandel ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis der Phänomene sind valide Modelle zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

RNA-Modifikation - Umbau unter Druck

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Der Versteppung vorbeugen

06.12.2019 | Geowissenschaften

Verstopfung in Abwehrzellen löst Entzündung aus

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics