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Neue Lösungen für innovative Systeme

13.10.2015

Oberflächennahe Geothermie nutzt in der Erde vorhandene Wärme, ohne dafür hohe Temperaturen aus großer Tiefe zu fördern. Gewonnen werden können 7 - 12 ° Celsius – ausreichende Plusgrade, um sie zur Beheizung eines Gebäudes zu nutzen. Neben dem Klassiker Wärmepumpe kommen innovative Systeme zum Einsatz, um für das Gebäude – ob öffentliche Einrichtungen, Wohnblocks, Ein- oder Mehrfamilienhäuser – passende, technische Lösungen zu entwickeln. Diese neuartigen Lösungsmöglichkeiten greift der 12. Geothermietag der Akademie der Hochschule Biberach auf (26. November 2015).

Professor Dr.-Ing. Roland Koenigsdorff, Leiter des Institutes für Gebäude- und Energiesysteme an der HBC, konnte für diese Fachtagung Referenten gewinnen, die ihre aktuellen Projekte und Erkenntnisse vorstellen. Beispielsweise der Obmann des VDI-Richtlinienausschusses, Dipl.-Phys. Manfred Reuß.

Er wird eine der wichtigsten technischen Regeln für die oberflächennahe Geothermie – die VDI-Richtlinie 4640 – vorstellen sowie den aktuellen Diskussionsstand. Die Richtlinie war, so Koenigsdorff, im Mai 2015 in der „lang ersehnten Überarbeitung“ erschienen.

Neben technischen Regelungen spielen Mess- und Prüfverfahren eine entscheidende Rolle bei der Qualitätssicherung von Erdwärmesonden. Roman Zorn vom European Institute for Energy Research (EIFER) in Karlsruhe wird bei der Fachtagung neuartige Druck- und Temperaturmessverfahren in Erdwärmesonden vorstellen.

Oberflächennahe Geothermie gewinnt auch im Zuge der Energiewende an Bedeutung, insbesondere im Bereich der großflächigen Systeme, etwa innerhalb von baulichen Infrastrukturen wie Tunneln oder von Erdwärmesonden versorgten kalten Nahwärmenetzen.

Ebenso spielt der intelligente und netzdienliche Einsatz von Wärmepumpen eine immer wichtigere Rolle. Die Vortragenden zu diesen Themenblöcken sind z. T. Absolventen bzw. ehemalige Mitarbeiter der Hochschule Biberach, die am 12. Geothermietag aus ihrer beruflichen Praxis berichten.

Professor Koenigsdorff selbst wird aktuelle Arbeiten am Institut für Gebäude- und Energiesysteme zum Thema vorstellen. Ein großes und langjähriges Geothermieprojekt hat die Hochschule gerade erfolgreich abgeschlossen:

Das Gebäude der Gebhard-Müller-Schule im Berufsschulzentrum Biberach wurde über einen Zeitraum von 10 Jahren einem Langzeitmonitoring unterzogen. Zum Ende dieser Studie, in der sich Gebäude und Geothermieanlage sehr gut bewährt haben, wurden die Ergebnisse zusammenfassend ausgewertet und veröffentlicht.

Der Geothermietag wird u. a. unterstützt durch den Bundesverband Geothermie e.V. sowie das Landesforschungszentrum Geothermie, Karlsruhe. Neben den Fachvorträgen bietet der Geothermietag eine begleitende Ausstellung sowie eine Plattform für fachlichen und persönlichen Austausch.

Weitere Informationen:

http://www.akademie-biberach.de/geothermie
http://www.hochschule-biberach.de

Anette Schober-Knitz | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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