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Mit Lungenkrebs in die Spezialklinik – Sterblichkeit nach Eingriff in OP-Zentren halb so groß

18.04.2013
In Kliniken, die jährlich mehr als 100 Patienten mit Lungenkrebs operieren, ist die Sterberate nahezu um die Hälfte geringer. Dies zeigen Daten des Statistischen Bundesamts.

Lungenkrebs operativ zu entfernen ist häufig die einzige Chance, die Patienten zu heilen. Die aktuellen Ergebnisse belegen, dass die hochkomplexen Operationen an spezialisierten Behandlungszentren besser gelingen.

Die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) fordert daher, die Eingriffe ausschließlich in dafür geeigneten Krankenhäusern durchzuführen. Deren Präsident erläutert auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Chirurgenkongresses am 2.5.2013 in München die aktuellen Daten zu Lungenkrebsoperationen.

Während des Kongresses diskutieren Chirurgen aller Fächer, inwiefern Mindestoperationszahlen die Versorgungsqualität verbessern.

In der Bundesrepublik Deutschland erkranken jährlich mehr als 45 000 Patienten neu an einem Lungentumor. Im Jahr 2010 haben Chirurgen mehr als 10 400 Lungenoperationen durchgeführt. „Eine Operation ist nur bei etwa 30 bis 40 Prozent der Patienten mit Lungenkrebs möglich“, erläutert Professor Dr. med. Bernward Passlick, der an der Universität Freiburg eine der größten Spezialkliniken für Thoraxchirurgie in Deutschland leitet. Wenn ein Eingriff möglich ist, sind die Behandlungschancen gut. „Etwa 70 bis 80 Prozent der Patienten, die wir im Frühstadium operieren, können geheilt werden“, sagt Passlick im Vorfeld der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) in München.

Lungenoperationen seien jedoch bei den häufig betagten Patienten nicht ganz ungefährlich. Um den Tumor sicher zu beseitigen, müssen die Chirurgen meistens einen Lungenlappen, selten einen Lungenflügel entfernen. Auch an ausgewiesenen Zentren, die mehr als 100 Patienten im Jahr operieren, sterben 3,2 Prozent der Patienten noch im Krankenhaus an den Folgen der Operation, wie Passlick in einer Aufarbeitung von Daten des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2010 belegt. An kleineren Kliniken mit weniger als 25 Eingriffen pro Jahr war die Krankenhaussterberate dagegen mit 5,8 Prozent nahezu doppelt so hoch. Auch in Krankenhäusern mit 26 bis 50 Eingriffen pro Jahr starben noch 4,8 Prozent der Patienten in der Klinik.

„Untersuchungen aus den USA und aus Kanada zeigen, dass es sich nicht um ein deutsches Problem handelt“, sagt Passlick, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) ist. Die höhere Krankenhaussterblichkeit bei wenigen Eingriffen sei nicht etwa auf eine verminderte Geschicklichkeit der Chirurgen an kleinen Kliniken zurückzuführen. „Entscheidend für einen dauerhaft hohen Standard ist ein eingespieltes Team, in dem Spezialisten der verschiedenen Disziplinen wie Anästhesie, Thoraxchirurgie, Physiotherapie, spezialisierte Krankenpflege und Endoskopie zusammenarbeiten“, so der Experte. Diese Voraussetzungen seien, wie die Zahlen belegen, offenbar nur an ausgewiesenen Zentren möglich. Die DGT fordert daher, dass die hoch spezialisierten Eingriffe ausschließlich in dafür geeigneten Krankenhäusern vorgenommen werden.

Wie gut die Behandlungsqualität bei Lungenkrebsoperationen in Deutschland ist und wie sie verbessert werden kann, darüber informiert Professor Passlick bei einer Pressekonferenz im Rahmen des Chirurgenkongresses am 2. Mai 2013 in München. Auf der Vorab-Pressekonferenz am 23. April 2013 diskutiert der Generalsekretär der DGCH, Professor Dr. med. Dr. h. c. Hans-Joachim Meyer zudem, inwiefern Mindestmengenvorgaben in Kliniken aktuell umgesetzt sind und zur Ergebnisqualität beitragen.

Terminhinweise:
Pressekonferenzen zum Thema:
Termin: Donnerstag, 2. Mai 2013, 11.30 bis 12.30 Uhr
Ort: Saal 22b des ICM München (2. OG)
Eines der Themen:
Operationen bei Lungenkrebs
Neue Daten belegen: In großen Zentren ist das Sterblichkeitsrisiko am geringsten
Professor Dr. med. Bernward Passlick
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT), Abteilung für Thoraxchirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Freiburg

Vorab-Pressekonferenz anlässlich des
130. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Termin: Dienstag, 23. April 2013, 11.30 bis 12.30 Uhr
Ort: Künstlerhaus München, Lenbachzimmer
Anschrift: Lenbachplatz 8, 80333 München
Eines der Themen:
Mindestoperationszahlen an Kliniken: falscher Anreiz oder notwendig für Qualitätssicherung und Patientensicherheit?
Professor Dr. med. Dr. h. c. Hans-Joachim Meyer
Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), Berlin

Kongresssitzungen:

Lungenkarzinom: S3-Leitlinien noch aktuell?
Termin: Freitag, 3. Mai 2013, 8.30 bis 10.00 Uhr
Ort: Saal 3, ICM München

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Anne-Katrin Döbler, Christine Schoner, Christina Seddig
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-573
Telefax: 0711 8931-167
E-Mail: schoner@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgch.de
http://www.chirurgie2013.de

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