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Lebensmittelunternehmen setzen zunehmend auf den ZNU-Standard „Nachhaltiger Wirtschaften“

06.03.2013
140 Teilnehmer bei der V. Zukunftskonferenz Food am 6. März 2013 an der Universität Witten/Herdecke

Das Thema Nachhaltigkeit auf Unternehmens- und Produktebene bewegt die Lebensmittelbranche. Das belegt nicht nur die Zahl von 140 Teilnehmern an der V. Zukunftskonferenz Food am 6. März 2013 an der Universität Witten/Herdecke.

Immer mehr Unternehmen lassen sich nach dem ZNU-Standard zertifizieren. Während im Frühjahr 2012 bereits Söbbeke, Teutoburger Ölmühle, Kuchenmeister und Brandt zertifiziert wurden, erhalten heute die Unternehmen Bitburger Braugruppe und Wiesenhof für ausgewählte Standorte das ZNU-Zertifikat aus den Händen von Dr. Peter Buhl von TÜV Rheinland.

Ebenfalls erfreulich aus Sicht des ZNU: Mittlerweile haben sich mehr als 50 Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft dem Zentrum angeschlossen und tragen mit dazu bei, das komplexe Thema Nachhaltigkeit in praktikable und zukunftsweisende Strukturen zu bringen. Und das vor dem Hintergrund von „Skandalen“, die die Diskussion um verantwortliches Handeln in der Lebensmittelbranche prägen. Politik und Unternehmen reagieren zum Teil hektisch auf die stark emotionalisierten Themen wie Menschenrechte, Tierschutz und Biodiversität. Eine sachlich fundierte Debatte, die die Realität der heutigen Produktion von Lebensmitteln im Blick hat und konstruktiv nach Verbesserungsmöglichkeiten bei wichtigen „hot spots“ sucht, wird selten geführt.

Dass die Unternehmen es ernst meinen und Nachhaltigkeit auf Unternehmens- und Produktebene fest verankert haben, dokumentiert der ZNU-Standard, der gemeinsam mit TÜV Rheinland und mit Praxispartnern aus Handel und Industrie in den letzten zwei Jahren entwickelt wurde. Die Pilotphase, in der abschließend noch Fragen der Verbundzertifizierung für internationale Konzerne geklärt werden, wird Ende Juni beendet. Teilnehmer der Pilotphase sind die Unternehmen Brandt, Bitburger Braugruppe, Dr. Oetker Nahrungsmittel, Kuchenmeister, Ritter Sport, Söbbeke, Teutoburger Ölmühle, Vion und Wiesenhof. Am 1. Juli 2013 wird der ZNU-Standard für die gesamte Branche geöffnet. Ab dann können alle Unternehmen eine Zertifizierung bei TÜV Rheinland durchführen lassen bzw. sich zur Zertifizierung anmelden. Es ist geplant, die Zertifizierung des ZNU-Standards spätestens zum 1. Januar 2014 für alle weiteren interessierten Zertifizierungsgesellschaften zu öffnen, um so die Verbreitung des Standards zu fördern. Bereits bis Jahresende streben aktuell neben den Pilotunternehmen Ritter Sport und Vion zahlreiche weitere Unternehmen (u.a. Agrarfrost, IDB Kerry Gold, Kanne, Steinhaus, Sweet Tec und ültje) an, sich nach dem ZNU-Standard zertifizieren zu lassen.

Neben dem ZNU-Standard wird auf der Konferenz die Pilotversion des „ZNU hot spot guides“ präsentiert, der die hot spots beim Thema Nachhaltigkeit auf Rohwarenebene darstellt und wissenschaftliche Studien hierzu zusammenfasst. Mit Hilfe von Checklisten und Praxisbeispielen unterstützt der Guide die (Weiter-)Entwicklung unternehmerischer Positionen zu relevanten Nachhaltigkeitsthemen und fundiert eine offenere Dialogkultur mit relevanten Anspruchsgruppen.

Zudem werden auf der Konferenz exklusiv die Ergebnisse der Studie „Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitskommunikation – Wo steht die Lebensmittelwirtschaft?” vorgestellt, die das ZNU gemeinsam mit der Kommunikationsberatung Engel & Zimmermann durchgeführt hat. „Wir haben herausgefunden, dass es zwischen der externen Kommunikation und der internen Umsetzung von Nachhaltigkeit durchaus Diskrepanzen gibt“, erläutern die ZNU-Gründer und -Leiter Dr. Axel Kölle und Dr. Christian Geßner. Zudem werden Topvertreter aus der Wirtschaft in Keynotes und speziellen Workshops in den Bereichen Nutztierhaltung, Energiekonzepte, Verpackung, Logistik, Wertschöpfung und Rohstoffbeschaffung Erfahrungen aus der Praxis weitergeben. „Dabei wird es insbesondere auch darum gehen, wie es den Unternehmen gelingen kann, ihren Wandlungsprozess hin zu mehr Nachhaltigkeit voranzutreiben und schlussendlich in der Öffentlichkeit zu kommunizieren “, so Kölle. „Für die Unternehmen geht es darum, von der Defensive in die Offensive umzuschalten und dabei konsequent die Nachhaltigkeit ihrer Produkt zu steigern“, so Geßner.

Weitere Informationen bei Alicia Seifer, 02302 926 – 545, znu@uni-wh.de; http://www.uni-wh.de/znu

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.500 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung. Das ZNU – Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung ist ein anwendungsorientiertes Forschungsinstitut innerhalb der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft

Kay Gropp | Universität Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de/znu

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