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Die Landschaft ist der literarische Held - Wissenschaftler diskutieren in Göttingen über Umwelt und Literatur

08.07.2010
Das Waldsterben im Harz, die Tiefseebohrungen im Atlantik und die gestaltete Landschaft des Muskauer Parks in der Oberlausitz haben eins gemeinsam: Es sind Veränderungen in der Natur, die der Mensch bewirkt. Sie beeinflussen sein Verhältnis zur Umwelt und – die Literatur.

Auf welche Weise dies geschieht, ist Thema des internationalen Workshops „Ökologische Transformationen und literarische Repräsentationen“. Das Graduiertenkolleg Interdisziplinäre Umweltgeschichte und das Seminar für Deutsche Philologie der Universität Göttingen organisieren die Veranstaltung.

Sie beginnt am Donnerstag, 15. Juli 2010, um 14 Uhr im Hörsaal des Instituts für Zoologie und Anthropologie an der Bürgerstraße 50 und endet am Freitag, 16. Juli 2010, um 18 Uhr mit einer Abschlussdiskussion.

„Schriftsteller nehmen Veränderungen in der Natur sehr genau wahr“, so der Göttinger Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Heinrich Detering. Deshalb wagen er und sein Kollege, der Umwelthistoriker Prof. Dr. Bernd Herrmann, ein Experiment: Gemeinsam wollen sie einen interdisziplinären Diskurs anstoßen. Biologen können Prozesse wie das Waldsterben oder das Verhalten von Lebewesen in der Tiefsee erklären, Umwelthistoriker ordnen sie in historische Kontexte ein und Germanisten analysieren, wie diese Wandlungen Aufbau, Perspektiven und Gestaltung von Texten verändern. Es geht um Romane, Erzählungen, Thriller oder Dichtung.

Die Doktorandin Stefanie Schuh aus Tübingen wirft beispielsweise einen neuen Blick auf die Metamorphosen Ovids; denn die Struktur der aneinander gereihten Verse hat der römische Autor offenbar in der Natur abgeschaut. Diese wird in Wilhelm Lehmanns Bukolischem Tagebuch von 1927/32 sogar zum eigentlichen Held. Prof. Detering arbeitet die These am einstigen Bestseller der Weimarer Republik heraus, während Prof. Dr. Axel Goodbody aus Bath nach Warnsignalen fragt, die W. G. Sebald mit den Ringen des Saturn sendete. Auch Autoren wie Ian McEwan, Günter Grass oder Henry David Thoreau stehen unter anderem auf dem Programm. Die Analyse ihrer Texte ist nach Prof. Detering ein erster Schritt: „Wie die Literatur letztlich auch das Verhalten der Menschen in der Natur beeinflusst, das zu untersuchen, wird ein nächster, zukünftiger Schritt sein.“

Hinweis an die Redaktionen:
Journalisten sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen.
Kontaktadresse:
Maren Ermisch
Georg-August-Universität Göttingen
Philosophische Fakultät
Seminar für Deutsche Philologie
Käte-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen
Telefon (0551) 39-7539, Fax (0551) 39-7511
E-Mail: maren.ermisch@phil.uni-goettingen.de

Dr. Bernd Ebeling | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/de/157087.html

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