Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von künstlichen Materialien zu realen Produkten

02.07.2012
Forschungsverbund „PhoNa“ der Universität Jena lädt zu internationaler Tagung über Metamaterialien ein (3./4.7.)

Materialien mit neuen Eigenschaften sind oft der erste Schritt zu neuen Produkten oder innovativen Anwendungen. Besonders dann, wenn diese Eigenschaften besitzen, die sonst in der Natur nicht vorkommen. Dies ist der Fall bei den sogenannten „Metamaterialien“.


Im interdisziplinären Forschungsverbund "PhoNa" („Photonische Nanomaterialien“) der Universität Jena werden u. a. optische Metamaterialien untersucht. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

"Diese von Menschenhand hergestellten Materialien besitzen absolut außergewöhnliche Eigenschaften“, erläutert Prof. Dr. Carsten Rockstuhl von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Dazu gehören beispielsweise nano-strukturierte optische Materialien, die Licht negativ brechen oder Effekte erlauben, die mit einem künstlichen Magnetismus erklärt werden müssen“, so der Juniorprofessor für Theoretische Nanooptik.

Um solche Metamaterialien etwa in Solarzellen oder als „optische Tarnkappe“ nutzen zu können, ist es aber notwendig, ihre Eigenschaften gezielt einzustellen. „Im Falle optischer Metamaterialien müssen dafür sehr kleine Strukturen sehr dicht in einer komplizierten Geometrie angeordnet werden“, sagt Prof. Rockstuhl. Nur wenn das gelinge, könnten diese Strukturen mit dem Licht auf neue, in der Natur nicht anzutreffende Art wechselwirken.

Über diese Herausforderungen und neueste Entwicklungen auf dem Gebiet optischer Metamaterialien werden sich ab morgen (3. Juli) rund 120 Fachleute aus der ganzen Welt an der Uni Jena austauschen. Der Forschungsverbund „PhoNa“ („Photonische Nanomaterialien“) lädt vom 3. bis 4. Juli zu einer internationalen Konferenz über Metamaterialien in die Rosensäle der Universität ein (Fürstengraben 27, 07743 Jena). Die Konferenz wird von einem Workshop begleitet, bei dem aktuelle Ergebnisse von vier durch die EU geförderten Forschungsprojekten vorgestellt werden.

„Wir wollen möglichst viele beteiligte Wissenschaftler und vor allem auch Kollegen aus der Industrie versammeln, um den aktuellen Forschungsstand zu diskutieren und Strategien zur Weiterentwicklung zu definieren“, kündigt Tagungsorganisator Rockstuhl an. Ziel sei es, Wege und Möglichkeiten zu diskutieren, die wissenschaftlichen Erkenntnisse in konkrete Produkte zu überführen, die kommerziell verwertet werden können. Die Konferenz verstehe sich daher auch als Forum für den Dialog zwischen Industrie und wissenschaftlichen Einrichtungen. Deshalb werden während der Konferenz auch Vertreter der Industrie (z. B. von der Carl Zeiss AG, Phillips Research, Horiba oder auch Solvay-Rhodia) ihre Sicht auf den Stand der Wissenschaft und der industriellen Verwertung von Metamaterialien präsentieren.

Im Verbund „PhoNa“ arbeiten Physiker, Chemiker, Materialwissenschaftler und Biologen der Universität Jena gemeinsam mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Industriepartnern zusammen. Im Rahmen der Initiative „Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern“ wird „PhoNa“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Freistaat Thüringen seit 2009 gefördert. Die vier sich präsentierenden Projekte „Magnonics“, „Metacham“, „Nanogold“ und „NIM-NIL“ wurden bisher insgesamt für drei Jahre von der EU gefördert.

Weitere Informationen sowie das Tagungsprogramm sind zu finden unter: http://www.phona.uni-jena.de/conference2012.html. Zur Konferenz sind alle Interessenten recht herzlich eingeladen. Eine Registrierung zu den Veranstaltungen ist vor Ort möglich.

Kontakt:
Prof. Dr. Carsten Rockstuhl
Institut für Festkörpertheorie und -optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Max-Wien-Platz 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947176
E-Mail: carsten.rockstuhl[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/
http://www.phona.uni-jena.de/conference2012.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Natürlich intelligent
19.10.2018 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material
18.10.2018 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ultraleichte und belastbare HighEnd-Kunststoffe ermöglichen den energieeffizienten Verkehr

19.10.2018 | Materialwissenschaften

IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Raum für Bildung: Physik völlig schwerelos

19.10.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics