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Von Krebsbekämpfung bis Fitness im Alter: FoRUM-Tagung der Bochumer Medizin

10.11.2010
RUB-Mediziner präsentieren ihre Forschungsarbeiten

Wann muss ein Prostatakrebs nicht operiert werden? Wie lassen sich Herzmuskelzellen retten?

Diese und weitere aktuelle Forschungsergebnisse und -projekte präsentieren die Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität bei ihrer 12. FoRUM-Tagung am 17. November 2010 (ab 14 Uhr im Veranstaltungszentrum der RUB, Universitätsstr. 150, 44801 Bochum).

Aus dem Programm der Forschungsförderung an der Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät (FoRUM) sind dieses Jahr rund drei Millionen Euro in die Anschubfinanzierung viel versprechender Projekte, in Verbundprojekte, Rückkehrstellen und Fakultätspreise geflossen.

Ziel des Programms ist die Stärkung der Forschungsqualität und Drittmitteleinwerbung der Fakultät. Bei der Tagung werden darüber hinaus der Förderpreis der Sophia & Fritz Heinemann Stiftung und die Stipendien der Schäfersnolte-Gedächtnis-Stiftung verliehen.

Prostata: Nicht unnötig operieren

Die Projekte der RUB-Mediziner decken viele Themenfelder ab; alle Kliniken der RUB und die Campusmedizin sind aktiv. Ein Beispiel ist die Krebsforschung: Prostatatumoren wachsen in der Regel langsam und sind meistens nicht lebensbedrohlich. Da sie aber immer früher diagnostiziert werden, haben Mediziner den Verdacht, dass viele Männer unnötig operiert werden – mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Um unnötige Eingriffe künftig zu vermeiden, suchen Forscher vom RUB-Klinikum Marienhospital Herne nach Markern, die im Blut des Patienten gefunden werden können und Aufschluss darüber geben, ob sein Prostatatumor entfernt werden muss oder nicht. Hierzu haben sie ein Kollektiv aus 1000 Prostatakarzinomen der Klinik von Prof. Dr. Joachim Noldus molekulargenetisch untersucht.

Herzmuskelzellen retten

Der programmierte Zelltod, die Apoptose, von Herzmuskelzellen spielt eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Krankheiten wie z.B. Herzschwäche. Wissenschaftler der Abteilung für Klinische Pharmakologie arbeiten deswegen daran, den Prozess des Zellsterbens besser zu verstehen. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die lösliche Adenylylcyclase, deren Bedeutung für die Apoptose bisher unbekannt war. Vorarbeiten haben ergeben, dass eine Hemmung dieser Cyclase die Herzmuskelzellen gegen Zelltod schützt. Die Wissenschaftler wollen die Rolle der Cyclase in vivo an knockout-Mäusen detailliert untersuchen.

Training für Alltagskompetenz im Alter

Neurologen des RUB-Klinikums Bergmannsheil interessiert, wie sich die sensomotorische Alltagskompetenz alter Menschen durch ein passives Trainingsverfahren, die periphere Elektrostimulation, verbessern lässt. Sie untersuchen die taktilen, haptischen und feinmotorischen Fähigkeiten älterer Menschen zwischen 60 und 90 Jahren und ermitteln die Größe der Repräsentation ihrer Hände im Gehirn. Diese Tests wiederholen sie nach einem Trainingszeitraum von vier Wochen und nochmals zwei Wochen später, um festzustellen, ob sich altersabhängige Veränderungen im Gehirn durch diese Art von Training verringern lassen und wenn ja, wie lange dieser Effekt anhält.

Papillomviren bei HIV-Patienten

Infektionen mit dem Humanen Papillomvirus bei HIV-Patienten stehen im Mittelpunkt eines Projekts an der RUB-Klinik für Dermatologie im St. Josef Hospital. In einem Folgeprojekt des BMBF-geförderten Kompetenznetzes HIV/AIDS an der RUB untersuchen die Forscher HIV-Patienten auf die Virusinfektion, die besonders häufig bei Menschen mit geschwächter Immunantwort vorkommt. Auch welcher Typ des Virus nachweisbar ist wird getestet. Ebenso analysieren die Forscher den Zusammenhang zwischen der HPV-Infektion und bestimmten Tumoren, die dadurch hervorgerufen werden können. 400 Patienten wurden seit 2003 in die Studie eingeschlossen, 1000 sollen es werden. Die Studiendauer soll zehn Jahre betragen, um Aussagen, auch über den Langzeitverlauf, von HPV-Infektionen bei HIV-Patienten machen zu können.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ralf Gold, Forschungsdekan der Medizinischen Fakultät der RUB, Neurologische Klinik der Ruhr-Universität im St. Josef-Hospital, Gudrunstraße 56, 44791 Bochum, Tel.: 0234/509-2410, E-Mail: ralf.gold@rub.de

Dipl.-Biol. Irmgard Borg, FoRUM-Referat der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25585, forum@rub.de, http://www.ruhr-uni-bochum.de/medizin/forum/#FoRUM_Tagung

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/medizin/forum/#FoRUM_Tagung

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