Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Konferenz zur Künstlichen Intelligenz in Saarbrücken zeigt Wandel in den Anwendungen

05.09.2012
Die Spracherkennung im Smartphone, die Suchmaschine im Internet, der Reinigungsroboter im Wohnzimmer – diese Entwicklungen nutzen Künstliche Intelligenz (KI).

Diese hat in den letzten Jahren viel dazu beigetragen, unseren Alltag zu erleichtern. Und auch künftig wird die KI bei vielen Neuerungen eine Rolle spielen.

Um über den aktuellen Forschungsstand und mögliche Ausblicke zu diskutieren, kommen vom 24. bis 27. September Experten zur „German Conference on Artificial Intelligence“ auf dem Saarbrücker Campus zusammen. Organisiert wird die Tagung von Antonio Krüger, Professor an der Saar-Uni und wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).

Die Anfänge der Künstlichen Intelligenz (KI) liegen in den 50er- und 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. „Damals hatten man hohe Erwartungen, was ein Computer alles leisten kann“, weiß Antonio Krüger, Professor für Künstliche Intelligenz im Handel an der Saar-Uni und Sprecher des Fachbereichs KI in der Gesellschaft für Informatik. „Die Wissenschaftler haben versucht, die kognitiven Leistungen des Menschen im Computer nachzubilden.“ Erfolgreiche Beispiele waren in den 1980er-Jahren sogenannte regelbasierte Expertensysteme, die den Menschen geholfen haben, komplexere Probleme zu lösen. Diese Systeme werden auch heute noch in der Industrie eingesetzt.

Den Mensch als Vorbild, um intelligente Maschinen zu entwickeln – davon ist die Forschung mittlerweile weitgehend abgekommen. Vor allem in den vergangenen Jahren hat sich viel getan: Durch die Weiterentwicklungen haben sich die Methoden der KI-Forschung stark verändert.

„Größerer Speicherplatz, höhere Rechenleistung und gute Sensorik werden heutzutage mit modernen Informatik-Methoden gekoppelt. So können Computer beispielsweise standardisierte Situationen besser erkennen“, erklärt Krüger weiter. „Die Forschung hat auf diese Weise etwa die Automobiltechnik, die Logistik oder auch die Medizintechnik ganz wesentlich vorangetrieben.“ Als Beispiele nennt er die Sprachsteuerung im Auto, die Suchmaschinen im Internet oder auch Unterwasserroboter, die Pipelines überprüfen, sowie die Weltraumroboter auf dem Mars.

Auch in Zukunft wird die Künstliche Intelligenz bei vielen Entwicklungen eine wichtige Rolle spielen. „Mit Blick auf die alternde Gesellschaft muss es noch mehr technische Entwicklungen geben, die einfach und intuitiv zu bedienen sind“, erklärt der Professor. Dazu zählen zum Beispiel Assistenzsysteme im Auto, die erkennen können, dass der Fahrer gesundheitliche Probleme hat und dann das Auto sicher zum Stehen bringen. Oder Kühlschränke, die melden, wenn der Joghurt abgelaufen und die Milchtüte leer ist.

„Vielversprechende Entwicklungen wird es auch in der Medizin geben, etwa drahtlose Sensoren, die den Herzschlag des Menschen überwachen können oder Sensoren, die anhand des Bewegungsverhaltens erkennen können, ob eine Demenz im Anfangsstadium vorliegt“, erläutert Krüger. Der Saarbrücker Forscher ist zudem überzeugt, dass die Vernetzung der KI zum Beispiel mit Medizin, Mechatronik und anderen Disziplinen in den nächsten Jahren zunehmen wird. „Interdisziplinäre Projekte gibt es bereits heute schon“, erklärt er. „Meine Arbeitsgruppe arbeitet zum Beispiel eng mit Psychologen zusammen.“

Bei der Tagung „German Conference on Artificial Intelligence“ an der Universität des Saarlandes haben deutsche und internationale KI-Experten die Möglichkeit, sich auszutauschen. Unter anderem wird es auf der Konferenz um die soziale Interaktion zwischen Mensch und Maschinen gehen – etwa darum, wie Computer menschliche Mimiken erkennen können und welche Anwendungsmöglichkeiten sich dadurch ergeben. Ebenso steht auf der Tagesordnung, wie Computer Biosignale des Menschen wahrnehmen können, zum Beispiel wie sie durch Gedanken gesteuert werden oder Stress messen können. In Workshops und Tutorials gibt es darüber hinaus auch Wissenswertes zu klugen Dialogsystemen oder den Möglichkeiten, räumliche Umgebungen im Computer darzustellen.

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie unter: http://www.dfki.de/KI2012

Fragen beantwortet:

Prof. Antonio Krüger
Wissenschaftlicher Direktor DFKI
Tel.: 0681 / 85775-5075
E-Mail: Antonio.Krueger@dfki.de

Melanie Löw | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.dfki.de/KI2012

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Tagung informiert über künstliche Intelligenz
13.11.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung
12.11.2018 | Universität Witten/Herdecke

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Im Focus: Datensicherheit: Aufbruch in die Quantentechnologie

Den Datenverkehr noch schneller und abhörsicher machen: Darauf zielt ein neues Verbundprojekt ab, an dem Physiker der Uni Würzburg beteiligt sind. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit 14,8 Millionen Euro.

Je stärker die Digitalisierung voranschreitet, umso mehr gewinnen Datensicherheit und sichere Kommunikation an Bedeutung. Für diese Ziele ist die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

Profilierte Ausblicke auf die Mobilität von morgen

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

MagicMoney: Offline bezahlen – mit deinem Smartphone

13.11.2018 | Wirtschaft Finanzen

5G sichert Zukunft von Industrie 4.0 – DFKI mit der SmartFactoryKL auf der SPS IPC Drives

13.11.2018 | Messenachrichten

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics