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Klima und Kultur in Nordamerika

08.06.2012
Der Klimawandel ist ein globales Problem. Seine Wahrnehmung und Bearbeitung ist jedoch an kulturspezifische Perzeptionsmuster gebunden.
Die anthropogene Erwärmung der Erde steht in mehrfacher Hinsicht in einem bedeutsamen Zusammenhang mit dem nordamerikanischen Natur- und Kulturraum. Die USA und Kanada zählen weltweit zu den größten Pro-Kopf-Emittenten an Treibhausgasen und verweigern sich international verbindlichen Klimazielen.

Gleichzeitig sind auf lokaler und regionaler Ebene in den vergangenen Jahren zahlreiche Klimaschutzinitiativen entstanden und es haben sich US-Bundesstaaten, unter Einbeziehung kanadischer Provinzen, zusammengeschlossen und ein regionales Emissionshandelssystem aufgebaut. Zudem verfügen die USA traditionell über eine starke international ausstrahlende Umweltbewegung. Wie sind diese widersprüchlichen Entwicklungen zu erklären? Dieser und weiteren Fragen geht die Tagung „Cultural Dimensions of Climate Change and the Environment in North America“ am 28. und 29. Juni im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) nach und stellt die kulturelle Bearbeitung und Repräsentation des Klimawandels in den USA und Kanada in den Mittelpunkt.

Als Verursacher, aber auch als Betroffene stellt der Klimawandel für die USA und Kanada eine besondere Herausforderung dar. Die klimatischen Veränderungen zeitigen für die angestammten Bevölkerungsgruppen der nordamerikanischen Arktis wie die Inuit bereits jetzt beträchtliche Folgen. Aber nicht nur der hohe Norden des Kontinents ist durch die klimatischen Veränderungen betroffen. Die erwartete Zunahme der Stärke von Tropenstürmen im Zuge des Klimawandels setzt die Anrainer des Golf von Mexico, der regelmäßig durch mächtige Hurrikane heimgesucht wird, zusätzlichen Gefahren aus. In dieser Hinsicht kann „Hurricane Katrina“ als prototypisch für die klimatische Zukunft der US-Golfküste gelten.

Auf der Ebene der kulturellen Deutung und Repräsentation von Klimawandel, seiner Folgen sowie der Verursachung zeichnet sich Nordamerika durch ein besonders breites Spektrum aus. Während in Europa sogenannte Klimaskeptiker weitgehend marginalisiert sind und kaum Einfluss auf die etablierte Politik haben, ist in den USA eine zunehmende Polarisierung in Umwelt- und Klimafragen entlang der (partei)politischen Präferenzen festzustellen. Charakteristisch für die USA ist auch das zeitgleiche Nebeneinander von religiösen Deutungsweisen auf der einen und wissenschaftlich-rationalen bzw. technologischen Bearbeitungsformen des Klimawandels auf der anderen Seite. Wieso vollzieht sich die Abkehr von fossilen Energieträgern gerade in den USA und Kanada vergleichsweise langsam, obgleich in einigen Regionen die menschenverursachte Erderwärmung bereits heute schwerwiegende Folgen zeitigt? Wie ist es möglich, dass in den USA international führende Forschungseinrichtungen zur Erklärung und Vermeidung des Klimawandels beheimatet sind und gleichzeitig religiöse Erklärungen der Erderwärmung in der Öffentlichkeit Gehör finden?

Tagungsprogramm:
http://www.kulturwissenschaften.de/images/event_material-205.img

Referentinnen und Referenten:
Roland Benedikter (Stanford University), Maxwell T. Boykoff (Cooperative Institute for Research in the Environmental Science), Claudia Grill (Bielefeld School in History and Sociology), Frederic Hanusch (Kulturwissenschaftliches Institut Essen), Arne Jungjohann (Heinrich Böll Stiftung North America), Jonas Meckling (Harvard University), Angela Mertig (Middle Tennessee State University), Eleonora Rohland (Kulturwissenchaftliches Institut Essen), Karin Schürmann (Kulturwissenschaftliches Institut Essen), Richard Tucker (University of Michigan)

Tagung: „Cultural Dimensions of Climate Change and the Environment in North America“
(Die Tagung findet in englischer Sprache statt)
Datum: 28. Juni 2012, 13.00 bis 19.00 Uhr und 29. Juni 2012, 10.00 bis 15.15 Uhr
Ort: Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestr. 31, 45128 Essen

Anmeldung: Die Tagung ist öffentlich, aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis zum 26. Juni bei Maria Klauwer, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Gartensaal, Tel. 0201 7204-153, maria.klauwer@kwi-nrw.de.

Organisation und Konzeption:
Dr. Bernd Sommer, Research Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI), Tel. 0201 7204-160, bernd.sommer@kwi-nrw.de

Pressekontakt:
Gordana Zeèiæ, Pressereferentin, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Tel. 0201 7204-152, gordana.zecic@kwi-nrw.de.

Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist das Forschungskolleg der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR), zu der sich die Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben. Seine Aufgabe ist die Förderung hervorragender interdisziplinärer Forschung in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern. Das KWI erforscht die Grundlagen der modernen Kultur praxisnah und mit Blick auf aktuelle relevante gesellschaftliche Fragen. Derzeit stehen die Themenfelder kollektive Erinnerung, kulturelle Vielfalt der Weltgesellschaft, soziale Verantwortung und kulturelle Aspekte des Klimawandels im Mittelpunkt. Mit seinen Veranstaltungen sucht das KWI den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit, es unterhält enge Partnerschaften mit Kultureinrichtungen und Medien.

Die Tagung wird von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert.

Magdalena Schaeffer | idw
Weitere Informationen:
http://www.kulturwissenschaften.de

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