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Jenaer Lasertechnologie-Konferenz versammelt internationale Spitzenforschende

12.08.2019

Sichtbar machen, welche Prozesse im Gehirn ablaufen, Zellen bei der Arbeit beobachten, Krankheiten wie Krebs frühzeitig erkennen und die Diagnose gleich mit einer schonenden Behandlung kombinieren: Ultrakurzpulslaser eröffnen enormes Potential für Medizin und Lebenswissenschaften. Wohin die Entwicklungen in Spektroskopie und Bildgebung mit ultraschneller Lasertechnologie gehen, diskutieren internationale Spitzenforschende vom 3. bis 6. September 2019 in Jena. Auf dem „European Symposium on Ultrafast Laser driven Biophotonics“ — ESULaB 2019 — stellen etwa Nobelpreisträger Stefan Hell sowie Mihaela Zigman und Ferenc Krausz vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik neueste Erkenntnisse vor.

„Biophotonische Erkenntnisse ermöglichen es uns, die Ursachen von Krankheiten besser zu verstehen, um sie in Zukunft zu verhindern oder zumindest früher und genauer zu diagnostizieren und besser zu behandeln“, so Tagungspräsident Prof. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Jenaer Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), das die Konferenz ausrichtet.


Die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Spektroskopie und Bildgebung mit Ultrakurzpulslasern diskutieren Spitzenforscher auf der ESULaB 2019.

Sven Döring / Leibniz-IPHT

Wissenschaftler auf dem noch jungen Forschungsgebiet der Biophotonik erforschen innovative optische Technologien, um Fragestellungen aus den Lebens- und Umweltwissenschaften sowie der Medizin zu untersuchen.

„Um die biophotonische Forschung weiter voranzubringen, müssen wir die optischen und spektroskopischen Methoden weiterentwickeln“, ergänzt Dr. Peter Vogt, europäischer Vertriebsleiter der amerikanischen Firma „Coherent“, die als einer der weltweit führenden Laser-Hersteller die Konferenz mit ausrichtet. „Dazu sind etwa neue Lichtquellen, optische Komponenten und Detektoren erforderlich.“

Fortschritte bei der Entwicklung intensiver, ultrakurz gepulster Laserquellen erzielten Wissenschafter, indem sie sich neue, nicht-lineare optische Phänomene zunutze machten und auf diese Weise Entwicklungen in der Biophotonik beförderten. So ist etwa die Multiphotonenmikroskopie heute ein integraler Bestandteil der modernen biomedizinischen Forschung.

Auf der ESULaB 2019 präsentieren hochrangige Wissenschaftler verschiedener Disziplinen aus Deutschland, Europa und den USA ihre Forschung. Das Themenspektrum umfasst die nichtlineare Bildgebung für die biomedizinische Diagnostik (z.B. SHG/THG-Mikroskopie, kohärente Raman-Mikroskopie) ebenso wie die Bildgebung von biologischen Objekten mit höchster räumlicher Auflösung.

Hierzu spricht Stefan Hell, Direktor des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen, der mit seiner Mikroskopie-Methode der „STED“ (Stimulated Emmision Depletion) die Auflösungsgrenze der optischen Mikroskopie aushebelte und dafür 2014 mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Heute entwickelt er neue Mikroskope, mit denen sich lebende Zellen live beobachten lassen. Weitere Themenfelder der ESULaB 2019 sind die Ultrakurzzeitspektroskopie biologischer Systeme — etwa die Proteinfaltungsdynamik mittels 2D-Spektroskopie — sowie Wellenlängen im EUV/Röntgen-Bereich.

Ein Industrieforum bietet Forschenden und Vertretern aus der Wirtschaft die Möglichkeit sich austauschen. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos.


Registrierung unter: www.esulab.org

Weitere Informationen:

http://www.esulab.org

Lavinia Meier-Ewert | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.leibniz-ipht.de

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