Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internethandel versus Innenstadtverödung

15.03.2016

Wie kann die Verödung unserer Innenstädte noch gestoppt werden?

Gemeinsam mit dem Institut für Kommunal- und Verwaltungswissenschaften (IKV) NRW veranstaltete die Hochschule Rhein-Waal am 8. März 2016 ein Symposium zum Thema Internethandel und Innenstadtverödung im Audimax auf dem Campus Kleve. Experten des IKV NRW, der Hochschule Rhein-Waal sowie Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Kommunen in NRW hatten sich an der Hochschule Rhein-Waal eingefunden, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen und über dieses Thema zu diskutieren.


Symposium zum Thema Internethandel und Innenstadtverödung an der Hochschule Rhein-Waal, Gruppe der Referenten

Foto: Hochschule Rhein-Waal

Noch vor ein paar Jahren galten die großen Einkaufszentren und Supermärkte am Rande der Stadt als Ursache für die zunehmende Verödung unserer Innenstädte. Heutzutage sind auch sie von der wachsenden Dominanz des Internethandels betroffen.

Immer mehr Kundinnen und Kunden bevorzugen die bequeme Art des Onlineshoppings gegenüber einem Einkauf in der Innenstadt oder einem Einkaufszentrum. Diese Entwicklung bekommen nicht nur die kleinen und mittelgroßen Städte zu spüren, sondern auch der Einzelhandel in den Großstädten gerät zunehmend unter Druck.

Wie Kommunen auf diese Herausforderung reagieren können und wie sie trotzdem Kundinnen und Kunden in ihre Innenstädte locken können, war Thema des Symposiums, auf dem ausgewiesene Experten aus der Praxis Lösungsstrategien vorstellten und gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertreten aus Städten und Gemeinden sowie der Wirtschaftsförderung diskutierten.

Organisiert wurde das Symposium vom Direktor des IKV, Dr. Bernd M. Lindenberg. Im Einladungsflyer heißt es dazu: „War früher der Kofferraum die größte Einkaufstasche des Kunden, so ist es heute der Warenkorb im Onlineshop. Das Auto trieb den Kunden in die großen Supermärkte außerhalb der Stadtzentren. Heute lässt er sich die Waren nach Hause bringen.“

Prof. Dr. Jakob Lempp, Dekan der Fakultät Gesellschaft und Ökonomie an der Hochschule Rhein-Waal, beschrieb in seiner Begrüßungsansprache das Problem mit deutlichen Worten: „Mit dem Niedergang des Einkaufsbummels durch bunte und belebte Innenstädte droht vieles verloren zu gehen, was über den reinen Kaufakt weit hinaus geht: Das Sich-Treiben-Lassen, Begegnungen mit bekannten und unbekannten Menschen, die direkte haptische Produkterfahrung oder auch das Gespräch mit dem Händler vor Ort, den man vielleicht schon seit Jugendtagen kennt.“

Anschließend folgte ein umfassendes Vortragsprogramm, im Rahmen dessen verschiedene Best-Practice Beispiele aus den Kommunen Neuss, Düsseldorf, Wuppertal und Krefeld vorgestellt wurden. Karl Jasper, Leitender Ministerialrat im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW ging beispielsweise in seinem Vortrag auf die Rolle der Städtebauförderung zur Stärkung von Innenstädten ein. Weitere Lösungsansätze beschäftigten sich mit den Ergebnissen von Studien zum Zusammenhang von Einkaufsverhalten und Lebensqualität sowie den Ansätzen verschiedener Kommunen ebenfalls Internetplattformen für ihre Städte zur Verfügung zu stellen.

Aber der Internethandel ist nicht grundsätzlich in allen Bereichen dem Einzelhandel überlegen, wie Prof. Dr. habil. Gregor van der Beek, Professor für Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Finanzwissenschaften an der Hochschule Rhein-Waal, in seinem Vortrag anmerkte: „Internet-Händler haben nicht immer das bessere Geschäftsmodel, auch dann nicht, wenn sie auf ihren Märkten erfolgreich sind. Denn bisweilen sind sie vor allem deshalb erfolgreich, weil es ihnen gelingt, Kosten, welche eigentlich sie selbst zu tragen hätten, auf andere – und speziell auf die lokalen Einzelhändler abzuwälzen. Dies sind beispielsweise die Kosten für Produktinformation und Beratung der Kunden.“

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine vom Direktor des IKV, Prof. Eberhard G. Fehlau moderierte und lebhafte Podiumsdiskussion mit den Referenten.

Christin Hasken | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen
19.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Innovation – the name of the game
18.07.2018 | Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics