Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Tagung: Nachwuchsforscher simulieren Produktionsabläufe in Fabrikhallen detailgenau

31.05.2017

Wie beeinflussen Reibung, Gewichtskräfte oder Schwingungen die Produktionsabläufe in einer Fabrik? Fragen wie dieser gehen Doktoranden des internationalen Graduiertenkollegs „Physical Modeling for Virtual Manufacturing Systems and Processes“ nach. Ziel ist es, Computersimulationen zu entwickeln, die auch physikalische Eigenschaften wie Masse und Temperatur bei der Planung von Produktionsanlagen berücksichtigen. Die Nachwuchsforscher der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern arbeiten dabei eng mit Kollegen der University of California zusammen. Um sich über den aktuellen Stand ihrer Forschung auszutauschen, kommen sie vom 8. bis 9. Juni zu einer Tagung in Speyer zusammen.

Das Planen von Produktionstechniken und -stätten ist eine komplexe Angelegenheit. „Bereits heute wird beim Bau solcher Anlagen viel mit Computermodellen gearbeitet, das geht von der einzelnen Maschine bis hin zur kompletten Fabrik“, sagt Professor Jan Aurich, der an der TU Kaiserslautern den Lehrstuhl für Fertigungstechnik und Betriebsorganisation leitet und Sprecher des Graduiertenkollegs ist. „Bei diesen Simulationen werden jedoch keine physikalischen Gegebenheiten berücksichtigt, wie zum Beispiel die Masse, Temperaturen, Spannungen und andere Faktoren.“

Hier setzen die Arbeiten des internationalen Graduiertenkollegs an. Die Nachwuchswissenschaftler aus den Fachbereichen Informatik sowie Maschinenbau und Verfahrenstechnik beziehen bei ihren Computermodellen solche physikalischen Größen mit ein. Insgesamt decken sie damit die ganze Kette der Produktionsprozesse ab, angefangen von der atomaren Wechselwirkung in Eisen über Produktionsflüsse in den Werkshallen bis hin zum energie- und ressourceneffizienten Planen ganzer Fabriken.

„Mit diesen Arbeiten stellen wir die Planung von Produktionsanlagen auf eine neue Grundlage“, sagt Dr. Benjamin Kirsch, Geschäftsführer des Graduiertenkollegs. „Die Daten zu den physikalischen Wechselwirkungen auf den drei Ebenen Fabrik, Maschine und Produktionsprozess fließen mit in die Simulationen ein.“

Die Kaiserslauterer Doktoranden arbeiten im Graduiertenkolleg eng mit ihren Kollegen an der University of California mit den Standorten Davis und Berkley zusammen. Das Programm sieht dabei auch Forschungsaufenthalte an der jeweiligen Partneruniversität vor. Zudem treffen sich alle Beteiligten regelmäßig, um sich über ihre Forschungsergebnisse auszutauschen.

Im Juni kommen sie nun zu einer Konferenz in Speyer zusammen. Hierbei werden Doktoranden, die demnächst ihre Promotion abschließen werden, ihre Arbeiten vorstellen. Darüber hinaus sind Referenten aus Irland, Japan, den USA und Deutschland als Gastredner eingeladen. Die Wissenschaftler werden Einblick in ihre Forschungsarbeiten in der Informatik und der Produktionstechnik geben.

Das internationale Graduiertenkolleg wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell gefördert. Insgesamt ist es auf neun Jahre ausgelegt, die sich aus zwei Förderperioden zusammensetzen. In der ersten Phase stellt die DFG dafür 4,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Fragen beantworten:
Prof. Dr.-Ing. Jan C. Aurich
Lehrstuhl für Fertigungstechnik und Betriebsorganisation
E-Mail: info(at)irtg2057.de
Tel.: 0631 205-2618

Dr.-Ing. Benjamin Kirsch
Lehrstuhl für Fertigungstechnik und Betriebsorganisation
E-Mail: info(at)irtg2057.de
Tel.: 0631 205-3770

Melanie Löw | Technische Universität Kaiserslautern
Weitere Informationen:
http://www.uni-kl.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Personalisierte Implantologie – 32. Kongress der DGI
19.11.2018 | Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich e. V.

nachricht Internationale Konferenz diskutiert digitale Innovationen für die öffentliche Verwaltung
19.11.2018 | Universität Vechta

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nonstop-Transport von Frachten in Nanomaschinen

Max-Planck-Forscher entdecken die Nanostruktur von molekularen Zügen und den Grund für reibungslosen Transport in den „Antennen der Zelle“

Eine Zelle bewegt sich ständig umher, tastet ihre Umgebung ab und sendet Signale an andere Zellen. Das ist wichtig, damit eine Zelle richtig funktionieren kann.

Im Focus: Nonstop Tranport of Cargo in Nanomachines

Max Planck researchers revel the nano-structure of molecular trains and the reason for smooth transport in cellular antennas.

Moving around, sensing the extracellular environment, and signaling to other cells are important for a cell to function properly. Responsible for those tasks...

Im Focus: InSight: Touchdown auf dem Mars

Am 26. November landet die NASA-Sonde InSight auf dem Mars. Erstmals wird sie die Stärke und Häufigkeit von Marsbeben messen.

Monatelanger Flug durchs All, flammender Abstieg durch die Reibungshitze der Atmosphäre und sanftes Aufsetzen auf der Oberfläche – siebenmal ist das Kunststück...

Im Focus: Weltweit erstmals Entstehung von chemischen Bindungen in Echtzeit beobachtet und simuliert

Einem Team von Physikern unter der Leitung von Prof. Dr. Wolf Gero Schmidt, Universität Paderborn, und Prof. Dr. Martin Wolf, Fritz-Haber-Institut Berlin, ist ein entscheidender Durchbruch gelungen: Sie haben weltweit zum ersten Mal und „in Echtzeit“ die Änderung der Elektronenstruktur während einer chemischen Reaktion beobachtet. Mithilfe umfangreicher Computersimulationen haben die Wissenschaftler die Ursachen und Mechanismen der Elektronenumverteilung aufgeklärt und visualisiert. Ihre Ergebnisse wurden nun in der renommierten, interdisziplinären Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht.

„Chemische Reaktionen sind durch die Bildung bzw. den Bruch chemischer Bindungen zwischen Atomen und den damit verbundenen Änderungen atomarer Abstände...

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Personalisierte Implantologie – 32. Kongress der DGI

19.11.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz diskutiert digitale Innovationen für die öffentliche Verwaltung

19.11.2018 | Veranstaltungen

Naturkonstanten als Hauptdarsteller

19.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Für eine neue Generation organischer Leuchtdioden: Uni Bayreuth koordiniert EU-Forschungsnetzwerk

20.11.2018 | Förderungen Preise

Nonstop-Transport von Frachten in Nanomaschinen

20.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie sich ein Kristall in Wasser löst

20.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics