Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Haut im Brennpunkt

17.04.2013
Anglisten und Amerikanisten der Universität Jena richten vom 24.-26. April 2013 eine interdisziplinäre Tagung über das Phänomen Haut aus

Emotional aufwühlende Momente gehen unter die Haut. Manchmal möchten wir aus der Haut fahren. Und ab und zu sind wir gezwungen, unsere Haut zu Markte zu tragen. Bei der Begegnung zweier Menschen ist die Hautfarbe das zunächst augenfälligste Merkmal; sie wird als erstes wahrgenommen und ist ein entscheidendes Kriterium für die Konstruktion der menschlichen Identität.

Während jedoch in den vergangenen Jahren das Thema Körperlichkeit in den Kulturwissenschaften und besonders in den Gender-Studien eine große Rolle gespielt hat, wurde die Haut dabei weitgehend vernachlässigt. Dieser irritierende Befund stand Pate bei der Entscheidung von Prof. Dr. Caroline Rosenthal und Prof. Dr. Dirk Vanderbeke, gemeinsam in Jena eine Tagung über die Haut auszurichten. Die Amerikanistin und der Anglist von der Universität Jena laden zu „Probing the Skin: Cultural Representations of Our Contact Zone“ vom 24. bis 26. April ein. Bei der Tagung soll das Phänomen Haut interdisziplinär diskutiert werden: als sensorisches Organ, künstlerische Projektionsfläche, kulturelles Medium und reale wie symbolische Kontaktzone. Das Thema Haut zeigt dabei eindrücklich, dass die Anglisten an der Universität Jena disziplinübergreifend vorgehen und längst nicht mehr nur Sprache und Literatur betrachten.

Mit Haut verbinden wir eine Vielzahl verschiedener Bedeutungen und in ihrer Wahrnehmung zeigt sich auch der Wandel kultureller Vorstellungen. Ein Beispiel ist das Ideal vornehmer Blässe, das einst anzeigte, dass jemand seinen Lebensunterhalt nicht durch körperliche Arbeit verdienen musste. Später wandelte sich dieses Ideal, es wurde durch eine „gesunde Bräune“ abgelöst, doch angesichts von Ozonloch und Hautkrebs-Risiko ist nun wieder eine gegenläufige Tendenz erkennbar.

Ein weiteres spannendes Thema ist die in unserer Gesellschaft zunehmende Bedeutung der Körperkunst wie Schmucknarben oder Tattoos. Deren Bilder und Symbole können Gruppenzugehörigkeiten anzeigen, sie transportieren Botschaften, die manchmal nur Eingeweihten zugänglich sind, und ihre Akzeptanz unterliegt einem stetigen Wandel. Als unauslöschliche Zeichen konnten verschiedene Körpermarkierungen jedoch auch als Stigmata erscheinen; ein prägnantes Beispiel wären die Häftlingsnummern von KZ-Häftlingen, aber auch die Narben von Züchtigungen und Folter.

Zur Jenaer Tagung haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sieben Ländern angemeldet. Als Disziplinen sind dabei Kultur-, Literatur- und Medienwissenschaft, die Kunstgeschichte sowie die Medizin vertreten, zudem werden einige Künstlerinnen teilnehmen und über ihre Arbeiten sprechen. Als Tagungsort wurde Schillers Gartenhaus (Schillergäßchen 2) gewählt. Zur Tagung sind interessierte Gäste willkommen, um Anmeldung wird gebeten.
Kontakt:
Prof. Dr. Caroline Rosenthal / Prof. Dr. Dirk Vanderbeke
Institut für Anglistik / Amerikanistik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 8, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944520 oder 944511
E-Mail: Caroline.Rosenthal[at]uni-jena.de / dirk.vanderbeke[at]uni-jena.de
Weitere Informationen:
http://probingtheskin.wordpress.com/ - das Programm der Tagung

Stephan Laudien | idw
Weitere Informationen:
http://probingtheskin.wordpress.com/
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"
20.09.2018 | BusinessForum21

nachricht Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen
20.09.2018 | Jacobs University Bremen gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bei Depressionen ist Hirnregion zur Stresskontrolle vergrößert

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics