Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gelungener Auftakt der ersten EGS-Konferenz

01.06.2012
Die erstmals veranstaltete International Conference on Enhanced Geothermal Systems (ICEGS) in Freiburg hat gezeigt, dass zahlreiche neue EGS-Projekte bereits in der Umsetzung sind und die Weiterentwicklung der Technologie vorangetrieben wird.

Am Freitag vergangene Woche ist die erste internationale Konferenz in Europa speziell zur Anwendung der EGS-Technologie in der tiefen Geothermie erfolgreich zu Ende gegangen.

Teilnehmer und Referenten aus Deutschland, Israel, der Schweiz, Frankeich, den USA, Slowakei, Norwegen, den Niederlanden und Japan diskutierten im Rahmen der International Conference on Enhanced Geothermal Systems (ICEGS) im Freiburger Novotel am Konzerthaus die Erfahrungen und Perspektiven mit bestehenden und geplanten EGS-Projekten sowie den aktuellen Forschungsbedarf. Mit Hilfe der EGS-Technologie lassen sich in mehreren Kilometern Tiefe große Wärmetauscher installieren und zur Energiegewinnung nutzen.

Die Konferenz verdeutlichte einmal mehr, dass auf internationaler Ebene bereits eine ganze Reihe von Erfahrungen mit EGS-Projekten vorliegen. Zum einen in Frankreich mit den Projekten in Le-Mayet-de-Montagne und Soultz-sous-Forêts. Zum anderen aber vor allem auch in den USA mit dem bereits in den 1970er Jahren gestarteten Projekt Fenton Hill und in Australien mit dem Vorhaben Innamincka Deeps im Cooper Basin, das per Video-Zuschaltung von Heinz Holl von Geodynamcis präsentiert wurde. Auch in der Schweiz und im Elsass sind neue EGS-Projekte in Vorbereitung - trotz der Erfahrungen mit den Erschütterungen in Basel im Jahr 2006, die das vorläufige Aus des dortigen Projekts bedeuteten.

Nach den Projektvorstellungen gaben fünf Experten aus den USA, Frankreich und Deutschland einen Überblick über den Stand der Technik und die Notwendigkeit für weitere Forschung. Neben den geomechanischen Prozessen, wurde hier von Emmanuel Gaucher vom Karlsruher Institut für Technologie und Stefan Baisch von q-con insbesondere auch auf die Erfahrungen mit induzierter Seismizität im australischen Cooper Basin, in Basel, Soultz-sous-Forêts und Landau eingegangen. Die Empfehlungen der beiden Fachleute für zukünftige EGS-Projekte war, dass die Größe der stimulierten Brüche verringert und stattdessen mehrfach kleinere Bereiche stimuliert werden sollten.

Zudem sollte im Rahmen des jeweiligen Projektes umfassend mit der Bevölkerung kommuniziert werden. Simona Regenspurg vom GFZ Deutsches GeoForschungsZentrum Potsdam beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit den Auswirkungen von geothermischer Stimulation auf die Umwelt. Sie ging dabei vor allem auf die mögliche Beeinflussung des Grundwasserspiegels sowie nötige Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor kritischen Gasen, Flüssigkeiten oder Feststoffen ein, die gegebenenfalls durch die Stimulationsmaßnahmen aus dem Tiefengestein gelöst werden.

In der Key Note zur Abschluss-Diskussion verdeutlichte Thomas Kölbel von der EnBW Energie Baden-Württemberg wie aus Sicht eines Energieversorgers zukünftig EGS-Projekte verwirklicht werden können. Auch reine Wärme-Projekte seien dabei nicht auszuschließen. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass noch weitere Forschung notwendig ist, dafür aber auch Daten in realen Projekten generiert werden müssen. Einige interessante neue Informationen und Daten werden noch in diesem Jahr von den amerikanischen EGS-Projekten sowie von Innamincka Deeps in Australien erwartet. Professor Ladislaus Rybach von der ETH Zürich empfahl, auch China im Blick zu behalten, da dort einige Vorhaben geplant seien.

Begleitend zur Konferenz gab es eine internationale Poster-Ausstellung aktueller EGS-Projekte. Vorgestellt wurde das Projekt der Stadtwerke Munster in der Lüneburger Heide, das ECOGI-Projekt (Exploitation of Geothermal Heat for Industry) im elsässischen Rittershoffen, das CT-Must-Projekt des Internationalen Geothermiezentrums Bochum, das Projekt „Paralana“ von Petratherm in Süd-Australien sowie die Projekte „Parenco Papermil“ und „Hoogeveen“ des niederländisches Beratungs- und Engineering Unternehmen IF Technology.

Die Vorträge der ICEGS 2012 werden in der kommenden Woche zum Download unter www.icegs.eu zur Verfügung stehen. Teilnehmer erhalten die Zugangsdaten per Mail zugesandt. Wer nicht teilnehmen konnte, kann die Vorträge über agentur@enerchange.de bestellen. Der Download-Zugang kostet 100 Euro zzgl. MwSt., die Vortrags-CD mit allen Vorträgen ist für 150 Euro zzgl. MwSt. erhältlich. Die nächste ICEGS ist für 2013 geplant. Der Termin und Veranstaltungsort werden baldmöglichst bekanntgegeben.

>>Pressekontakt
Für Rückfragen, Hintergrundinformationen oder Bild-Material von der Konferenz wenden Sie sich bitte an Enerchange, Marcus Brian, Tel.: 0761-38 42 10 01, Fax: 0761 - 38 42 10 05,

marcus.brian@enerchange.de, 79100 Freiburg, www.enerchange.de

>> Hintergrundinformationen
Die EGS-Technologie hat ein enormes Potential kann in Niedrig-Enthalpie-Regionen langfristig einen erheblichen Beitrag zu einer klimaschonenden Energieversorgung leisten. In Deutschland beispielsweise lassen sich etwa 95 % des geothermischen Potenzials nur mit Hilfe dieser Technologie nutzen, da in den wenigsten Regionen ausreichend große Mengen heißen Thermalwassers zu erwarten sind. Angewandt wurde sie bislang nur an wenigen Standorten, zumeist im Rahmen von Forschungsprojekten – unter anderem im französischen Soultz-sous-Forêts und in Groß-Schönebeck in Brandenburg.

Veranstalter der Konferenz ist die Agentur Enerchange. Das Bundesumweltministerium fördert die Konferenz mit Mitteln aus dem 6. Energieforschungsprogramm Erneuerbare Energien. Das Programm wurde in enger Abstimmung mit dem Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ entwickelt.

Enerchange ist eine Agentur für Veranstaltungen und Informationsdienstleistungen im Bereich Erneuerbare Energien. Das Leistungsspektrum der Agentur umfasst die die Konzeption und Organisation von Veranstaltungen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Erneuerbare-Energie-Unternehmen und -Projekte sowie das Publizieren von Fachinformationen.

Das Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ erforscht als nationales Forschungszentrum für Geowissenschaften weltweit das „System Erde“ mit den geologischen, physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen, die im Erdinneren und an der Oberfläche ablaufen.

Marcus Brian | Agentur Enerchange
Weitere Informationen:
http://www.enerchange.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien
04.12.2019 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Die Zukunft der Arbeit
03.12.2019 | Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vulkan „F“ ist der Ursprung der schwimmenden Steine

09.12.2019 | Geowissenschaften

Magnetschwebetrennung in der Drogenfahndung - Analyse illegaler Substanzen in Pulver durch magnetische Levitation

09.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Luftverschmutzung: IASS legt erstes Emissionsinventar für Nepal vor

09.12.2019 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics