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Für sichere Versorgung mit wertvollen Hightech-Rohstoffen

30.01.2018

Führende Rohstoffwissenschaftler stellen auf BMBF-Statuskonferenz in Berlin ihre r4-Forschungsergebnisse vor

Wissenschaftler sichern die Rohstoffbasis für Zukunftstechnologien wie Elektromobilität, Energiewende und Industrie 4.0. Gemeinsam mit industriellen Partnern haben sie erstmals Potenziale an wertvollen Hightech-Ressourcen in heimischen Lagerstätten und industriellen Reststoffen erfasst bzw. arbeiten an Technologien, diese zu gewinnen. Die insgesamt 40 Projekte werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Auf ihrer 2. Statuskonferenz vom 30. Januar bis 1. Februar in Berlin präsentieren sie aktuelle Ergebnisse.


Bild 1 zur BMBF-Statuskonferenz

r4


Bild 2 zur BMBF-Statuskonferenz

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Mit den 40 Forschungsprojekten tragen Rohstoff-Wissenschaftler gemeinsam mit Industriepartnern zu einer sicheren, importunabhängigeren Versorgung Deutschlands mit Hightech-Rohstoffen bei. Sie erschließen nachhaltig und umweltschonend wirtschaftsstrategische Ressourcen wie Indium, Gallium, Kobalt und Seltene Erden aus heimischen Lagerstätten, durch Recycling aus Abfallprodukten und durch Kreislaufführung.

Gefördert werden sie im Zeitraum 2015 bis 2019 mit 60 Millionen Euro in der BMBF-Fördermaßnahme „r4 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe“. 20 der Projekte stehen bereits kurz vor dem Abschluss.

Dazu gehört das Projekt „UPNS4D+“: Seine autonomen Fahrzeuge erfassen, ausgestattet mit 3-D-Sensoren, Kameras und Radar, für Menschen unzugängliche natürliche Rohstoffvorkommen. Sie können weitere Fahrzeuge für den autonomen Abbau steuern. Eine andere Technologie, die des Projekts „DESMEX“, ermöglicht es, erstmals Erzvorkommen in einer Tiefe bis zu einem Kilometer zu erkunden - per Hubschrauber und mit elektromagnetischen Verfahren.

Im Projekt „REWITA“ haben Wissenschaftler rund 40 Tonnen Indium und 1.300 Tonnen Kobalt im Abraum des einstigen Erzbergwerks Rammelsberg gefunden. Derzeit bereiten sie die Technologie für den umweltverträglichen Abbau der seltenen Hightech-Rohstoffe vor – allein aus dem Indium könnten 160 Millionen LCD-Fernseher produziert werden, aus dem Kobalt bis zu 200 Millionen Smartphones.

Wertvolles Rohstoff-Potenzial birgt auch die Kreislaufführung. Forscher des Projekts „Lan-Tex“ etwa haben ein neues Textil entwickelt, das Lanthan aus industriellem Abwasser filtert. Damit wird die Seltene Erde Lanthan erstmals erneut nutzbar für die Katalysatoren-Produktion, die zur Erdöl-Raffination nötig ist. Das recycelte Antimontrioxid des Projektes „AddResources“ wirkt sogar besser als das Original. Kunststoffe mit dem wiederverwendetem Material schnitten in Tests in Sachen Flammschutz besser ab.

Die insgesamt 40 Forschungsteams erarbeiten Technologien und Lösungen in den vier Bereichen: Suche und Erkunden von Primärrohstoffen (neben „DESMEX“ weitere sieben Vorhaben); Gewinnen und Aufbereiten von Primärrohstoffen (neben „UPNS4D+“ weitere sechs Forschungsteams); Rückgewinn von Sekundärrohstoffen (neben „Lan-Tex“ und „REWITA“ weitere elf Forschungsvorhaben); Kreislaufführung von Altprodukten (neben „AddResources“ weitere sechs Projekte).

Detaillierte Einblicke in alle Projekte und deren Ergebnisse bzw. Zwischenergebnisse in der Publikation „Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe (r4) - Zwischenergebnisse“, die das CUTEC Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrum der TU Clausthal im Auftrag des BMBF zur 2. Statuskonferenz herausgibt. Download auf: www.r4-innovation.de

Mehr Informationen auch auf: https://www.fona.de/de/r4-innovative-technologien-fuer-ressourceneffizienz-forsc...

Ihr Ansprechpartner: CUTEC Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrum der TU Clausthal für das wissenschaftliche Begleitvorhaben der Fördermaßnahme r4: Dipl.-Ing. Andre Bertram (r4-INTRA), Tel.: +49 5323/933-201

Ihre Gesprächspartner zur Pressekonferenz am 30. Januar 2018

Prof. Dr.-Ing. Daniel Goldmann leitet das Institut für Aufbereitung, Deponietechnik und Geomechanik der TU Clausthal und ist seit 2017 Vorsitzender des Vorstandes des CUTEC Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrums der TU Clausthal. Er ist promovierter Diplom-Mineraloge und Diplom-Geologe. Vor Übernahme des Lehrstuhls für Rohstoffaufbereitung und Recycling war er u. a. Manager „Altfahrzeug-Recycling“ bei der Volkswagen AG. Seit 2010 ist er Mitglied der nationalen Plattform Elektromobilität der Bundesregierung. Er ist Wissenschaftsvorstand des Recyclingclusters REWIMET e.V. und Partner der Initiative FORAM Towards a World Forum on Raw Materials.

Prof. Dr. Jens Gutzmer ist seit 2008 Professor für Lagerstättenlehre und Petrologie an der TU Bergakademie Freiberg und Gründungsdirektor des Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF). Als CEO war er im Jahr 2015 maßgeblich am Aufbau der Wissens- und Innovationsgemeinschaft (KIC) EIT RawMaterials, dem größten europäischen Rohstoffnetzwerk, tätig.
Er studierte Mineralogie an der TU Clausthal-Zellerfeld und promovierte in Geologie an der Rand Afrikaans University in Johannesburg, Südafrika.

Prof. Dr. Hildegard Wilken leitet seit 2010 in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) den Fachbereich „Geologie der mineralischen Rohstoffe“ mit den Kernthemen Verfügbarkeit mineralischer Rohstoffe, Bergbau und Nachhaltigkeit sowie Lagerstätten wirtschaftsstrategischer Rohstoffe. Daneben ist sie die stellvertretende Leiterin der Abteilung „Energierohstoffe, mineralische Rohstoffe“. Sie hat Chemie an der Universität Münster studiert. Nach Tätigkeiten in den Bereichen Consulting und Forschungskoordination arbeitet sie seit 2001 in der BGR.

Regierungsdirektor Dr. Helmut Löwe, stellvertretender Leiter des Referats „Ressourcen und Nachhaltigkeit“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bonn, ist u. a. verantwortlich für den Themenbereich „Rohstoffeffizienz und Kreislaufwirtschaft“.

Weiterführende Informationen:

Aktuelle BMBF-Förderung zur Rohstoff-Versorgung von Schlüssel- und Zukunftstechnologien

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert seit 2005 im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA)“ u.a. Forschung- und Entwicklungsprojekte, die zu einem effizienten, nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, zu einer sicheren Versorgung Deutschlands mit Rohstoffen für Schlüssel- und Zukunftstechnologien und zum Wirtschaftswachstum beitragen. Die nunmehr dritte Auflage FONA3, Laufzeit 2015 bis 2019, hat ein Gesamtbudget von 2 Milliarden Euro.
Einen Schwerpunkt der rohstoffbezogenen Förderung innerhalb von FONA bildet das Forschungs- und Entwicklungsprogramm „Wirtschaftsstrategische Rohstoffe für den Hightech-Standort Deutschland“ (2012). Das Programm fokussiert insbesondere auf Hightech-Metalle und Mineralien, die für Zukunftstechnologien, z.B. für Elektromobilität und Erneuerbare Energien, sicher verfügbar sein müssen. Gefördert werden in unterschiedlichen Fördermaßnahmen Forschungsteams aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Derzeitige rohstoffbezogene Fördermaßnahmen:

Die Förderung im Bereich der Ressourceneffizienz umfasst mehrere Förderinitiativen.
Neben „r4 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe“ ist dies „r+Impuls - Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Impulse für industrielle Ressourceneffizienz“ mit derzeit 17 Forschungsprojekten und einer Fördersumme von rund 20 Millionen Euro. Gefördert werden in „r+ Impuls“ gezielt innovative Technologien zur Ressourceneffizienz, die wissenschaftlich erprobt sind. Die Forschung begleitet die letzten Schritte auf den industriellen Markt.

In der Fördermaßnahme „CO2Plus – Stoffliche Nutzung von CO2 zur Verbreiterung der Rohstoffbasis“ erhalten 12 Projekte Förderung in Höhe von insgesamt 18 Millionen Euro, die Technologien entwickeln, damit Kohlendioxid als nachhaltiger Erdöl-Ersatz genutzt werden kann.

Bestandteil der internationalen Maßnahme „CLIENT II - Internationale Partnerschaften für nachhaltige Innovationen“ sind Forschungskooperationen deutscher Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit internationalen Partnern für innovative Technologien und Dienstleistungen – im Rohstoffbereich derzeit sechs Projekte mit rund 10 Millionen Euro Fördersumme. Die Schwerpunktregionen bzw. -länder sind Südamerika, Kasachstan, die Mongolei und Vietnam.

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) erhalten seit 2007 Forschungsförderung, um die Spitzenforschung im Mittelstand zu stärken. In der Fördermaßnahme „KMU innovativ: Ressourceneffizienz und Klimaschutz“ wird jährlich eine Förderung von etwa sieben Millionen Euro für die Entwicklung von Rohstoffeffizienztechnologien bereitgestellt.

Mehr zu den BMBF-Fördermaßnahmen im Bereich Ressourceneffizienz: https://www.fona.de/de/rohstoffeffizienz-19766.html

Programm „Wirtschaftsstrategische Rohstoffe für den Hightech-Standort Deutschland“:
https://www.fona.de/mediathek/pdf/Wirtschaftsstrategische_Rohstoffe_barrierefrei...

Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA3):
https://www.bmbf.de/pub/Rahmenprogramm_FONA.pdf

Neuer Förderschwerpunkt zur Ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft:

Mit dem neuen Forschungskonzept „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft“ unterstützt das BMBF in den kommenden Jahren den Umbau der deutschen Wirtschaft von einer linearen Wirtschaftsweise zu einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft. Mit einem Fördervolumen von insgesamt 150 Millionen Euro sollen neue Technologien und Dienstleistungen, Designkonzepte und Geschäftsmodelle für die Kreislaufwirtschaft gefördert werden. Die erste Förderinitiative „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Innovative Produktkreisläufe“ unterstützt mit bis zu 30 Millionen Euro angewandte Forschung, die innovative und wirtschaftliche Produktkreisläufe, Netzwerke und Kaskadensysteme entwickelt. Projektideen können noch bis zum 26. April 2018 eingereicht werden, die ersten Projekte sollen Anfang kommenden Jahres starten.

https://www.fona.de/de/ressourceneffiziente-kreislaufwirtschaft-innovative-produ...

Christian Ernst | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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