Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frühe Mehrsprachigkeit ist unverzichtbar

14.07.2016

Bei der internationalen Fachtagung „Frühe Mehrsprachigkeit – Chancen und Perspektiven im Blick“ am 15. Juli 2016 blicken die Beteiligten zurück auf mehr als zehn Jahre Sprachförderung, diskutieren über gegenwärtige Herausforderungen und zeigen neue Perspektiven auf, wie frühe Mehrsprachigkeit auch in Zukunft in Betreuungseinrichtungen und im sozialen Umfeld erfolgreich gestaltet werden kann. Die Tagung fungiert dabei auch als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis.

Fundierte Sprachkenntnisse ebnen den Weg für Bildung, Beruf und Privatleben. Deshalb setzt die Baden-Württemberg Stiftung seit 2002 mit ihrem landesweiten Programm Sag’ mal was auf frühzeitige, interaktive Förderung von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Dabei sind Kitas, der Übergang in Grundschule sowie ganz aktuell der Sozialraum – beispielsweise in Kinder- und Familienzentren – zentrale Felder.

Die Stiftung versteht sich dabei als Impulsgeberin und stößt neue Projekte an, die Herausforderungen im Bereich der frühen Sprachförderung in Angriff nehmen. „Wo wir Handlungsbedarf sehen, agieren wir“, sagt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. Bei Tagesmüttern waren Themen wie Sprachförderung und Mehrsprachigkeit bis vor kurzem kaum relevant. Unsere Initiative, die Betreuer in der Kindertagespflege an dieser Stelle zu qualifizieren, ist auf große Resonanz gestoßen, und die Nachfrage steigt“.

Förderung so früh wie möglich

Kinder werden durch das Erlernen einer zweiten oder weiteren Sprache keinesfalls überfordert. Im Gegenteil: es ist eine natürliche Begabung des Menschen, mehr als eine Sprache zu erlernen. Wichtig dabei sind eine frühzeitige Unterstützung der Mehrsprachigkeit und die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Sprachen in unterschiedlichen Kontexten.

Sowohl Kinder mit Migrationshintergrund als auch deutsche Kinder profitieren vom frühen Kontakt mit anderen Sprachen und Kulturen – gerade in einer globalisierten Gesellschaft. Als wichtiges Hilfsmittel bei der Ermittlung des Sprachniveaus bei Kindern hat sich LiSe-DaZ® erwiesen. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich eine normierte linguistische Sprachstandserhebung, die als einzige ihrer Art das Thema Mehrsprachigkeit berücksichtigt. Auf der Basis der so erhobenen Daten lässt sich die individuelle Förderung eines Kindes perfekt umsetzen.

Mehrsprachigkeit als Chance verstehen

„Migrationsbedingte Sprachenvielfalt ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern wird uns in der absehbaren Zukunft kontinuierlich begleiten“, so Prof. Dr. Ingrid Gogolin, die Allgemeine, Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg lehrt. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit Formen von Mehrsprachigkeit aufwachsen, nimmt zu.“

Durch mangelnde Sprachkenntnisse werden Kindern Bildungswege verbaut, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind demzufolge gering, und die Gefahr des sozialen Abstiegs ist groß. Deshalb ist die Förderung, gerade bei Kindern mit nicht-deutschen Eltern, so wichtig.

„Kinder haben ein Recht auf Bildung von Anfang an. Deshalb setzt das Land einen Schwerpunkt auf eine früh beginnende, alltagsintegrierte und kontinuierliche Sprachförderung in den Kitas. Denn hier können wir möglichst früh ansetzen, um ungleiche Startvoraussetzungen junger Menschen auszugleichen“, erklärt Kultusstaatssekretär Volker Schebesta MdL.

Neue Thesen in „Stuttgarter Erklärung“

Beim ersten Kongress zum Thema „Frühe Mehrsprachigkeit: Mythen – Risiken – Chancen“ im Jahr 2006 wurde die Mannheimer Erklärung veröffentlicht, die elf Thesen zur frühen Mehrsprachigkeit enthielt. Seitdem wurde das Programm konsequent weiterentwickelt und um verschiedene Projekte erweitert, zum Beispiel durch die Einbeziehung von Kinder- und Familienzentren oder die Qualifizierung von Personen, die in der Kindertagespflege arbeiten.

Unter Einbeziehung der neuesten Erkenntnisse aus Forschung und Praxiserfahrung wird deshalb beim diesjährigen Kongress das Thesenpapier erweitert und als „Stuttgarter Erklärung“ bekannt gegeben. Prof. Dr. Rosemary Tracy von der Universität Mannheim erklärt dazu: "Bei der diesjährigen Tagung stehen vor allem die Chancen der frühen Mehrsprachigkeit im Vordergrund. Außerdem sind mit den vielen Flüchtlingskindern und so genannten Quereinsteigern noch einmal ganz neue Herausforderungen auf uns zugekommen. Umso wichtiger ist es, dass mittlerweile immer mehr Teams pädagogischer Fachkräfte, Lehrerinnen und Lehrer sich das für eine erfolgreiche Förderung nötige Grundlagenwissen und entsprechende Handlungskompetenzen angeeignet haben."

Weitere Informationen:

http://www.bwstiftung.de/newsroom/pressemitteilungen/pressemitteilungen/fachtagu...

Julia Kovar | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Können Roboter im Alter Spaß machen?
14.11.2018 | Frankfurt University of Applied Sciences

nachricht Tagung informiert über künstliche Intelligenz
13.11.2018 | Leibniz Universität Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Die Umgebung macht das Molekül zum Schalter

14.11.2018 | Physik Astronomie

Mit Gold Krankheiten aufspüren

14.11.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics