Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschen gegen Grippe / "FluResearchNet" zieht Bilanz bei Tagung in Münster

04.10.2013
Zum bevorstehenden Ende seiner Förderung zieht der bundesweite Grippe-Forschungsverbund "FluResearchNet" Bilanz.

Unter anderem ist den beteiligten Wissenschaftlern der Sprung von der Grundlagenforschung zur klinischen Studie geglückt – ein im Verbund erforschtes Medikament wird derzeit auf seine Sicherheit und Wirksamkeit geprüft. Die Wissenschaftler stellen die Forschungserfolge am 7. und 8. Oktober bei einer Fachtagung in Münster vor.

Der bundesweite Grippe-Forschungsverbund "FluResearchNet" zieht Bilanz zum bevorstehenden Ende seiner Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Mehrere im Netzwerk entwickelte Stoffe mit antiviraler Wirkung wurden zum Patent angemeldet oder werden nun in Zusammenarbeit mit Unternehmen für eine klinische Anwendung weiterentwickelt. Den beteiligten Wissenschaftlern ist auch der Sprung von der Grundlagenforschung zur klinischen Studie geglückt: Ein unter Federführung des münsterschen Virologen Prof. Dr. Stephan Ludwig erforschtes Medikament wird derzeit auf seine Sicherheit und Wirksamkeit bei schwerer Grippe geprüft. Das Ziel ist die Marktzulassung.

Das neue Medikament hemmt die Vermehrung der Grippeviren in den Körperzellen der erkrankten Menschen. Sein besonderer Vorteil ist, dass sich im Gegensatz zu den derzeit zugelassenen Grippemedikamenten nur sehr schwer Viren-Varianten entwickeln können, die gegen den Wirkstoff resistent sind. "Unser Ansatz folgt daher einem fundamental neuen Konzept", betont Stephan Ludwig, der als Professor der Universität Münster das "FluResearchNet" koordiniert. "Zudem ist diese Entwicklung ein gutes Beispiel dafür, wie Grundlagenforschung den Patienten nutzen kann." Neben den münsterschen Forschern waren auch Wissenschaftler aus Gießen und Tübingen beteiligt.

Die klinische Studie wird weltweit in mehreren Ländern von der Firma Activaero durchgeführt, die sich auf die Behandlung von Atemwegserkrankungen spezialisiert hat. An Grippe schwer erkrankte Patienten, die bei der Studie mitmachen, bekommen das Medikament in Krankenhäusern zur Inhalation verabreicht. "Wir hoffen, dass in der kommenden Grippesaison viele Patienten in die Studie aufgenommen werden können, sodass wir bald valide Ergebnisse haben", wünscht sich Stephan Ludwig. Wann es allerdings zu einer Marktzulassung kommt, ist derzeit nicht absehbar.

Die Forschungserfolge des "FluResearchNet" werden am 7. und 8. Oktober bei einer Fachtagung im Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster vorgestellt. Da die Förderung des Netzwerkes in diesem Jahr endet, beraten die Wissenschaftler auch darüber, wie sie die Zusammenarbeit in Zukunft gestalten können. "Denn die Arbeit wird ohne die finanziellen Mittel aus der Projektförderung nun ungleich schwieriger", räumt Stephan Ludwig ein. Dennoch müsse die gemeinsame Forschung weitergehen, sind sich alle Experten schon im Vorfeld der Veranstaltung einig. Nur so könne man den weltweiten Grippeerkrankungen auch in Zukunft adäquat begegnen und die Bevölkerung schützen.

Hintergrundinformationen zur Grippe-Problematik und zum "FluResearchNet"

Die Virusgrippe, auch Influenza genannt, stellt aus Sicht der Experten eine ständige Bedrohung für die weltweite Bevölkerung dar. Um die Viren zu erforschen und Medikamente zu entwickeln, ist vor allem die interdisziplinäre Zusammenarbeit wichtig, beispielsweise von Human- und Tiermedizinern, denn Grippeviren schaffen es immer wieder, die Grenzen zwischen verschiedenen Arten zu überspringen. Das "FluResearchNet" bündelt erstmals die gesamte Influenza-Expertise in Deutschland.

Es ist einer von elf vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbünden, die zwischen Menschen und Tieren übertragbare Infektionskrankheiten, sogenannte Zoonosen, erforschen. Das Netzwerk wird unter dem Dach der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen von Prof. Dr. Stephan Ludwig vom Institut für Molekulare Virologie der Universität Münster koordiniert und besteht aus 12 Teilprojekten, die deutschlandweit bearbeitet werden. Im Forschungsverbund bringen Virologen, Immunologen, Zellbiologen, Veterinär- und Humanmediziner von Universitäten und vom Robert-Koch-, Friedrich-Loeffler- und Paul-Ehrlich-Institut die gemeinsame Erforschung der Influenza-Viren voran. Gegründet wurde der Forschungsverbund 2007. Der Standort Münster erhielt in zwei Förderphasen insgesamt eine Förderung von rund 1,7 Millionen Euro.

Kontakt:
Dr. Friederike Jansen
- Wiss. Referentin -
Nationale Forschungsplattform für Zoonosen
Institut für Molekulare Virologie
Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Von-Esmarch-Straße 56
48149 Münster
Telefon: 0251 83-53011
Fax: 0251 83-57793
E-Mail: friederike.jansen@ukmuenster.de
http://www.zoonosen.net
Weitere Informationen:
http://www.campus.uni-muenster.de/about_us.html "FluResearchNet"
http://www.uni-muenster.de/forschungaz/person/13005 Forschung A-Z/Prof. Dr. Stephan Ludwig

Dr. Christina Heimken | idw
Weitere Informationen:
http://www.zoonosen.net
http://www.uni-muenster.de/forschungaz/person/13005

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil
24.01.2020 | Haus der Technik e.V.

nachricht Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität
22.01.2020 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

Was in winzigen elektronischen Bauteilen oder in Molekülen geschieht, lässt sich nun auf einige 100 Attosekunden und ein Atom genau filmen

Wie Bauteile für künftige Computer arbeiten, lässt sich jetzt gewissermaßen in HD-Qualität filmen. Manish Garg und Klaus Kern, die am Max-Planck-Institut für...

Im Focus: Integrierte Mikrochips für elektronische Haut

Forscher aus Dresden und Osaka präsentieren das erste vollintegrierte Bauelement aus Magnetsensoren und organischer Elektronik und schaffen eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von elektronischer Haut.

Die menschliche Haut ist faszinierend und hat viele Funktionen. Eine davon ist der Tastsinn, bei dem vielfältige Informationen aus der Umgebung verarbeitet...

Im Focus: Dresdner Forscher entdecken Mechanismus bei aggressivem Krebs

Enzym blockiert Wächterfunktion gegen unkontrollierte Zellteilung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) haben gemeinsam mit einem...

Im Focus: Integrate Micro Chips for electronic Skin

Researchers from Dresden and Osaka present the first fully integrated flexible electronics made of magnetic sensors and organic circuits which opens the path towards the development of electronic skin.

Human skin is a fascinating and multifunctional organ with unique properties originating from its flexible and compliant nature. It allows for interfacing with...

Im Focus: Dresden researchers discover resistance mechanism in aggressive cancer

Protease blocks guardian function against uncontrolled cell division

Researchers of the Carl Gustav Carus University Hospital Dresden at the National Center for Tumor Diseases Dresden (NCT/UCC), together with an international...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Minutiöse Einblicke in das zelluläre Geschehen

24.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

24.01.2020 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics