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Fördertechnik im Bergbau: Neuerungen vorgestellt

28.01.2010
Die Fördertechnik ist von zentraler Bedeutung für das Gewinnen und Aufbereiten von Rohstoffen. Über neueste Entwicklungen der Branche informierte das 4. internationale Kolloquium "Fördertechnik im Bergbau", das in dieser Woche rund 220 Tagungsteilnehmer an die TU Clausthal lockte.

"Auch in der allgemeinen Wirtschaftskrise hat der Bergbau Konjunktur. Die großen Unternehmen wachsen weiter", begrüßte Professor Oliver Langefeld vom ausrichtenden Institut für Bergbau, Abteilung für Maschinelle Betriebsmittel und Verfahren im Bergbau unter Tage, die Teilnehmer. Langefeld, der zugleich TU-Vizepräsident für Studium und Lehre ist, verwies auch auf die guten Studierendenzahlen.

"An der TU Clausthal haben in diesem Semester 71 Studierende im Bereich Bergbau und Erdöl-/Erdgastechnik begonnen." Der Clausthaler Universitätspräsident Professor Thomas Hanschke, der ebenfalls ein Grußwort an das Auditorium richtete, resümierte: "Der Bergbau lebt."

Im Eröffnungsvortrag des zweitägigen Kolloquiums stellte Ingenieur Michael Hüppe die Weiterentwicklung der Transporttechnik mit sogenannten Dieselzuglaufkatzen im Bergwerk Auguste Victoria vor. Das Bergwerk der RAG Deutsche Steinkohle, aus dem 3800 Beschäftigte jährlich 2,7 Millionen Tonnen fördern, verfügt über ein Streckennetz für Einschienenhängebahnen - erinnern an die Wuppertaler Schwebebahn - von 100 Kilometern. Weitere der insgesamt zwölf Fachvorträge, gehalten von Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft, beschäftigten sich beispielsweise mit einer neuen Generation von Untertage-Fahrladern (Scooptram) oder mit Spezialfördertechnik zur Endlagerung radioaktiver Abfallstoffe. So stellte Diplom-Ingenieur Willhelm Bollingerfehr von der DBE Technology GmbH in Peine eine Systemstudie vor, die das Einbringen radioaktiver Abfälle in vertikale Bohrlöcher oder horizontale Strecken im Tonstein untersucht hat. Demnach ist der Aufwand für das Auffahren von Hohlräumen im Ton fünf bis zehn Mal so hoch wie die Auffahrung im Salzgestein.

Das zweitägige Kolloquium in der Clausthaler Aula, zu dem traditionell ein Bergmännischer Abend gehört, versteht sich als Forum für die Vertreter des Berg- und Tunnelbaus sowie der Fördertechnikindustrie. "Auch für unsere Studierenden ist dieser Treffpunkt mit der Wirtschaft von besonderem Interesse", betonte Professor Langefeld. Zahlreiche Unternehmen hatten zudem Ausstellungsstände aufgebaut, um auf ihre neuesten Produkte hinzuweisen.

"Die Teilnehmer kommen hauptsächlich aus Deutschland, aber auch aus Polen, Österreich und den Niederlanden", so Diplom-Ingenieur John-Glen Swanson. Der Mitarbeiter am Institut für Bergbau, der aus den USA stammt und an der TU Clausthal studiert hat, war mit der Organisation des Kolloquiums betraut.

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de

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