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Wie flexibel ist das Verhalten von Primaten?

01.12.2011
Im Rahmen der 8. Göttinger Freilandtage diskutieren Wissenschaftler aus 17 Ländern darüber, wie das Sozialverhalten von Primaten den widersprüchlichen Anforderungen von Anpassung und Flexibilität gerecht wird.

Wie die feine Balance zwischen notwendiger Flexibilität und bewährter Beständigkeit im Sozialverhalten gehalten wird, ist in theoretischen Modellen der evolutionären Verhaltensökologie noch kaum berücksichtigt. Einerseits ist es vorteilhaft, durch neue Anpassungen flexibel auf veränderte Umweltbedingungen zu reagieren, andererseits sind viele Aspekte des Sozialverhaltens zwischen nah verwandten Arten aber kaum variabel.

Da das Sozialverhalten von nicht-menschlichen Primaten vergleichsweise gründlich untersucht ist, eignen sie sich in besonderer Weise dafür, Ursachen und Konsequenzen von Verhaltensvariabilität auf der Ebene von Individuen, Gruppen und Arten zu untersuchen. Bei den 8. Göttinger Freilandtagen vom 6. bis 9. Dezember 2011 werden international renommierte Wissenschaftler eine systematische Bestandsaufnahme der Flexibilität des Sozialverhaltens von Primaten und anderen Säugetieren durchführen und mit theoretischen Modellen abgleichen.

Da Primaten hochentwickelte kognitive Fähigkeiten besitzen und relativ große, mobile Tiere sind, die verschiedene Lebensräume bewohnen und während ihres langen Lebens schwankenden Umwelteinflüssen ausgesetzt sein können, werden sie häufig als diejenigen Tiere mit dem flexibelsten Verhalten betrachtet. Andererseits gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass die Bandbreite ihrer Verhaltensweisen durch phylogenetische, kognitive, genetische oder epigenetische Faktoren eingeschränkt sein könnte. So weisen beispielsweise die Sozialsysteme von eng verwandten Makakenarten größere Gemeinsamkeiten miteinander auf als die ökologisch ähnlicher Arten. Verhaltensuntersuchungen an anderen Säugetieren haben in diesem Zusammenhang zusätzliche Ursachen und Grenzen von Verhaltensflexibilität innerhalb von Arten aufgedeckt, die durch genetische, epigenetische, kognitive oder soziale Mechanismen vermittelt werden. Außerdem haben verbesserte Methoden es erlaubt, phylogenetische Signale in der Evolution von Sozialsystemen zu erkennen und zu charakterisieren. Diese Ansätze wurden bislang aber nicht systematisch mit dem sozioökologischen Modell zusammen geführt, welches den theoretischen Überbau zur Erklärung von Variabilität im Sozialverhalten liefert.

Bei den Göttinger Freilandtagen handelt es sich um einen internationalen Kongress, bei dem alle zwei Jahre eine aktuelle Frage aus dem Bereich der Evolution und des Verhaltens von Primaten diskutiert wird. Weltweit führende Experten der Primaten- und Verhaltensbiologie beleuchten dabei das jeweilige zentrale Thema aus verschiedensten Blickwinkeln. Um auch Doktoranden aus Herkunftsländern der Primaten die Möglichkeit zu geben, an dieser Tagung teilzunehmen, vergibt das DPZ vier Stipendien. In diesem Jahr haben Chetan Nag (Indien), Bentley Kaplan (Südafrika), Inaoyom Sunday Imong (Nigeria) und Sosthene Habumuremyi (Ruanda) die Möglichkeit erhalten, nach Göttingen zu reisen und an der Konferenz teilzunehmen. Die Freilandtage werden organisiert von Peter Kappeler, Leiter der Abteilung Verhaltensökologie und Soziobiologie am Deutschen Primatenzentrum und Professor am Institut für Zoologie und Anthropologie an der Universität Göttingen.

Hinweise für Redaktionen
Journalisten sind herzlich eingeladen, die Veranstaltung zu besuchen. Am Donnerstag, dem 8. Dezember, besteht von 15:30 Uhr bis 16:15 Uhr Gelegenheit, gezielt mit einzelnen Referenten zu sprechen. In Einzelfällen sind auch andere Termine möglich. Bitte melden Sie sich in der Stabsstelle Kommunikation (0551 3851-359 bzw. presse@dpz.eu) an, damit wir die gewünschten Referenten koordinieren können.

Druckfähige Bilder finden Sie auf unserer Website unter http://134.76.240.2/index.php?id=9&L=0. Bilder von der Konferenz können Sie ab dem 6. Dezember von der Stabsstelle Kommunikation erhalten. Bitte senden Sie uns bei Veröffentlichung einen Beleg.

Die 8. Göttinger Freilandtage finden vom 6. bis 9. Dezember im Hörsaal des MPI für biophysikalische Chemie, Am Fassberg 11, in Göttingen statt. Das Programm finden Sie hier: http://www.soziobio.uni-goettingen.de/Kongresse/Freilandtage/gft2011/gft2011.php.

Kontakt
Prof. Dr. Peter Kappeler
Tel: +49 551 3851-284 oder +49 551 397317
E-Mail: pkappel@gwdg.de
Dr. Susanne Diederich (Kommunikation)
Tel: +49 551 3851-359
Mobil: +49 151 42616141
E-Mail: sdiederich@dpz.eu
Die Deutsches Primatenzentrum GmbH (DPZ) - Leibniz-Institut für Primatenforschung betreibt biologische und biomedizinische Forschung über und mit Primaten auf den Gebieten der Infektionsforschung, der Neurowissenschaften und der Primatenbiologie. Das DPZ unterhält vier Freilandforschungsstationen in den Tropen und ist Referenz- und Servicezentrum für alle Belange der Primatenforschung. Das DPZ ist eine der 87 Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft.

Dr. Susanne Diederich | idw
Weitere Informationen:
http://www.soziobio.uni-goettingen.de/Kongresse/Freilandtage/gft2011/gft2011.php

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