Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016

Dezembertagung von BBSR und Deutscher Gesellschaft für Demographie

Die Kluft zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen in Deutschland vergrößert sich: Während die Bevölkerung in wirtschaftsstarken Großstädten von 2000 bis 2015 deutlich wuchs, verloren zahlreiche Landkreise in dünn besiedelten Gebieten bis zu ein Fünftel ihrer Einwohner.


Bevölkerungsentwicklung 2000-2015

BBSR

Das geht aus Zahlen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor, die Institutsdirektor Harald Herrmann auf der Dezembertagung der Deutschen Gesellschaft für Demographie und des BBSR heute in Berlin vorstellte.

„Regionen abseits der Ballungsräume werden auch in Zukunft weiter an Bevölkerung verlieren. Obwohl in den letzten Jahren deutlich mehr Menschen aus dem Ausland zugewandert sind, ist eine Trendwende derzeit nicht in Sicht“, sagte Herrmann zum Auftakt der Tagung. Für die Menschen in abgelegenen Gegenden werde das Leben und Arbeiten zunehmend aufwändiger, so der BBSR-Direktor.

Vielerorts würde Infrastruktur weiter ausgedünnt, weil die Nachfrage fehle – etwa bei Mobilitäts-, Nahversorgungs- oder Kulturangeboten. „Wir müssen den Menschen sagen, was in ihrem Ortsteil oder in ihrer Gemeinde in Zukunft an Infrastruktur noch finanziert werden kann oder wo ein verstärktes Engagement der Bürgerinnen und Bürger notwendig wird“, sagte Herrmann. Zugleich sollten Stadt- und Regionalplanung stärker als bisher flexible Lösungen ermöglichen, um die Daseinsvorsorge in schrumpfenden Regionen zu sichern.

Nach Worten des BBSR-Direktors wird es künftig immer mehr darauf ankommen, die Versorgungsfunktion von Klein- und Mittelstädten in dünn besiedelten Regionen für die umliegenden Orte zu stärken und dort Angebote zu bündeln.

„Auch die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und bürgerschaftliches Engagement bieten Chancen, die Daseinsvorsorge zu sichern und die Lebensqualität in ländlichen Räumen zu erhalten“, betonte Herrmann. Dazu trügen auch die Programme der Städtebauförderung bei, die Klein- und Mittelstädte in dünner besiedelten Räumen gezielt unterstützen.

In den nächsten beiden Tagen tauschen sich mehr als 200 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltungen, Verbänden und Initiativen in Berlin zu Perspektiven für dünn besiedelte Räume aus. Die Fachleute widmen sich unter anderem folgenden Fragen:

Wie können sich Siedlungen an Bevölkerungsverluste anpassen? Wie ist mit dem Ziel gleichwertiger Lebensbedingungen umzugehen? Welche Standards sollen für Leistungen der Daseinsvorsorge gelten? Und welche sozialen Veränderungen bringt es in den Regionen mit sich, wenn junge Menschen in großer Zahl in die Großstädte ziehen? Das Programm der Dezembertagung ist online abrufbar: http://www.dgd-online.de.

Kontakt

Christian Schlag
Stab Direktor und Professor
Tel.: +49 228 99401-1484
E-Mail: christian.schlag@bbr.bund.de

Dr. Steffen Maretzke
Referat „Raumentwicklung“
Tel.: +49 228 99401-2326
E-Mail: steffen.maretzke@bbr.bund.de 

Folgen Sie dem BBSR auf Twitter: twitter.com/bbsr_bund

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Es berät die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens.

Christian Schlag | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.bbsr.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart
16.11.2018 | Pädagogische Hochschule Karlsruhe

nachricht Können Roboter im Alter Spaß machen?
14.11.2018 | Frankfurt University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics