Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017

Es wird wieder ein Who is Who der Physik werden, wenn am kommenden Montag rund 130 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus aller Welt in Frankfurt anreisen: Von 24. bis 28. Juli findet zum dritten Mal das Karl Schwarzschild Meeting statt am Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS). Thema diesmal: “Gravitational Physics”. Schwerpunkte der Konferenz sind Schwarze Löcher, Quantengravitation und deren Verbindung zur Stringtheorie. Als Karl-Schwarzschild-Lecturer konnte Professor Juan Maldacena vom Institute for Advanced Studies in Princeton, USA gewonnen werden.

Beim Überschreiten der Grenze eines Schwarzen Lochs verschwindet alle Materie und damit die von ihr getragene Information auf Nimmerwiedersehen: Das besagt die Allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein. Damit widerspricht die Theorie der Quantenmechanik, welche postuliert, dass Information für immer bestehen bleibt und nicht vernichtet werden kann.

Dieses Problem nennt man Informations-Paradoxon. Physiker und Physikerinnen versuchen nun seit mehreren Jahrzehnten eine Möglichkeit zu finden, um die Allgemeine Relativitätstheorie und die Quantenmechanik miteinander zu vereinen – zu einer Theorie der Quantengravitation.

Derzeit gibt es hier viele konkurrierende und einander teilweise widersprechende Theorien, die das Problem lösen sollen. Urheber und Verfechter dieser Theorien treffen sich in der kommenden Woche in Frankfurt, um den aktuellen Forschungsstand zu präsentieren und zu diskutieren.

Ziel des Meetings ist es, junge Wissenschaftler früh in ihrer Karriere mit etablierten Spezialisten auf dem Gebiet der Gravitationsforschung zusammenzubringen. Die Plenarvorträge halten Physiker und Physikerinnen u.a. aus Princeton, USA, vom Max-Planck-Institut in Potsdam und dem Perimeter Institute in Kanada. Neben den Hauptvorträgen sind mehrere Vortragszeiten speziell für Nachwuchswissenschaftler reserviert. In einem Mentorenprogramm erhalten sie zusätzlich die Möglichkeit, direkt mit ihren Vorbildern zu diskutieren und von ihnen zu lernen.

Das Highlight der Veranstaltung wird die „Schwarzschild-Lecture“ von Professor Juan Maldacena aus Princeton sein, der am Dienstag um 19.30 Uhr über die Schwarzschildlösung der Allgemeinen Relativitätstheorie spricht. Juan Maldacena hat für seine Arbeiten zur Verknüpfung von Quantengravitation und Stringtheorie schon viele renommierte Preise erhalten, darunter die höchstdotierte akademische Auszeichnung, den „Fundamental Physics“-Preis. Seine Veröffentlichungen zum Thema sind vermutlich die meistzitierten Publikationen in der theoretischen Physik.

Namensgeber für die Konferenz ist Karl Schwarzschild, ein gebürtiger Frankfurter, der seine ersten wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlichte, während er in den späten 1880er Jahren das Gymnasium in Frankfurt besuchte. Schwarzschild wurde berühmt dadurch, dass er nur drei Monate, nachdem Einstein seine Allgemeine Relativitätstheorie veröffentlicht hatte, die ersten Lösungen für die von Einstein veröffentlichten Gleichungen präsentierte und später weitere Pionierarbeiten zu Schwarzen Löchern leistete.

Gefördert wird das Karl Schwarzschild Meeting von der DFG, HIC for FAIR, dem Physikalischen Verein Frankfurt und der Vereinigung von Freunden und Förderern der Johann Wolfgang Goethe-Universität.

„Kaum ein Thema hat so viele Verbindungen zu anderen Gebieten in der Theoretischen Physik wie die Erforschung von Schwarzen Löchern. Man denkt häufig, bei Schwarzen Löchern geht es nur um Astrophysik, dabei verbinden sie Quantenmechanik, Gravitation und Informationswissenschaft mit Astrophysik, Kosmologie, Teilchenphysik und stark korrelierten Systemen. Aufgrund dieser Interdisziplinarität passt solch eine Konferenz besonders gut an ein Institut wie das FIAS”, erklärt Privatdozent Dr. Piero Nicolini, einer der Hauptorganisatoren der Konferenz.

Medienvertreter sind bei der Konferenz, insbesondere beim Vortrag von Juan Maldacena, herzlich willkommen.

Information und Anmeldung (für Medienvertreter):
Frankfurt Institute for Advanced Studies, Ruth-Moufang-Straße 1, 60438 Frankfurt am Main.
Telefon: 069 798-47688; presse@fias.uni-frankfurt.de;
Homepage: https://indico.fias.uni-frankfurt.de/event/4/overview


Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.

Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Anke Sauter, Wissenschaftsredakteurin, Abteilung PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12477, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

Dr. Anke Sauter | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?
21.10.2019 | Wilhelm Löhe Hochschule für angewandte Wissenschaften

nachricht VR-/AR-Technologien aus der Nische holen
18.10.2019 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hohlraum vermittelt starke Wechselwirkung zwischen Licht und Materie

Forschern ist es gelungen, mithilfe eines mikroskopischen Hohlraumes eine effiziente quantenmechanische Licht-Materie-Schnittstelle zu schaffen. Darin wird ein einzelnes Photon bis zu zehn Mal von einem künstlichen Atom ausgesandt und wieder absorbiert. Das eröffnet neue Perspektiven für die Quantentechnologie, berichten Physiker der Universität Basel und der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift «Nature».

Die Quantenphysik beschreibt Photonen als Lichtteilchen. Will man ein einzelnes Photon mit einem einzelnen Atom interagieren lassen, stellt dies aufgrund der...

Im Focus: A cavity leads to a strong interaction between light and matter

Researchers have succeeded in creating an efficient quantum-mechanical light-matter interface using a microscopic cavity. Within this cavity, a single photon is emitted and absorbed up to 10 times by an artificial atom. This opens up new prospects for quantum technology, report physicists at the University of Basel and Ruhr-University Bochum in the journal Nature.

Quantum physics describes photons as light particles. Achieving an interaction between a single photon and a single atom is a huge challenge due to the tiny...

Im Focus: Freiburger Forschenden gelingt die erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten.

Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen...

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Forscher der Universität Münster gewinnen neue Einblicke in die Evolution von Proteinen

22.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Die nackte Wahrheit: Wenn ein Mikroorganismus seine Hüllen fallen lässt

22.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Es war wirklich der Asteroid

22.10.2019 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics