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Biosensoren als Spione in lebenden Pflanzenzellen

17.05.2016

Biochemische Prozesse in lebenden Pflanzenzellen zu beobachten, hilft Pflanzenbiologen, Vorgänge wie Nährstoffaufnahme und Schädlingsabwehr besser zu verstehen. Neue molekulare Biosensoren ermöglichen den Forschern Einblicke in lebende Pflanzenzellen.

Über diese von dem Nobelpreisträger und Zellbiologen Roger Tsien entwickelte Methode spricht Prof. Dr. Wolf B. Frommer, Pflanzenbiologe, am Mittwoch, 25. Mai, 18 Uhr, in seinem Vortrag „Fluoreszierende Picosensoren als Spione in lebenden Zellen” an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle (Saale).

Vortrag von Prof. Dr. Wolf B. Frommer
„Fluoreszierende Picosensoren als Spione in lebenden Zellen“
Mittwoch, 25. Mai 2016, 18 bis 19 Uhr
Hauptgebäude der Leopoldina, Vortragssaal
Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale)

Das Prinzip der Biosensoren basiert auf genetisch veränderten Proteinen (Eiweißen), die bei biochemischen Reaktionen ihre Struktur im Picometer-Bereich (1000 Picometer = 1 Nanometer) ändern.

Diese Formänderung kann man sichtbar machen und so biochemische Abläufe in intakten Pflanzen beobachten. Die Anwendungen reichen von der Pharmaforschung über die Medizin bis in die Pflanzenwissenschaften.

Wolf B. Frommer ist Pflanzenbiologe. Er erforscht den Stoffwechsel von Pflanzen, insbesondere die molekularbiologischen Grundlagen, die die Nährstoffaufnahme und -verteilung in der Pflanze regulieren. Seine Arbeitsgruppe konnte zahlreiche Gene, die für den Transport verantwortlich sind, identifizieren und klonieren.

Der Vortrag findet als Auftaktveranstaltung des Symposiums „Current achievements in life sciences“ statt, das am Folgetag, Donnerstag, 26. Mai, um 11.30 Uhr beginnt. Das Symposium der Mitglieder der Leopoldina-Klasse II – Lebenswissenschaften versteht sich als Forum für den interdisziplinären Austausch.

In ihren Vorträgen geben neun renommierte Wissenschaftler Einblicke in die aktuelle Forschung der Akademiemitglieder. Unter den Vortragenden ist Prof. Dr. Emmanuelle Charpentier (Berlin), die über CRISPR-Cas9, eine Methode der Genchirurgie spricht. Prof. Dr. Eva Kondorosi (Szeged/Ungarn) berichtet über die Wirkstoffsuche in Pflanzen.

Prof. Dr. Beat Keller (Zürich/Schweiz) hält einen Vortrag zum Thema Widerstandfähigkeit von Getreidepflanzen gegen Pilzerkrankungen. Das Symposium richtet sich an alle Interessierten. Die Vorträge werden in englischer Sprache gehalten.

Weitere Informationen:

https://www.leopoldina.org/de/veranstaltungen/veranstaltung/event/2393/

Caroline Wichmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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