Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plastikimplantate aus Holz: Experten diskutieren Materialtrends aus der Natur

11.09.2007
"Alles bio" lautet das Motto, wenn sich ab kommenden Mittwoch Biotechnologen aus ganz Europa an der TU Graz treffen: Moderne Materialien für Anwendungsfelder von der Textilindustrie bis hin zur Medizintechnik sollen künftig vermehrt aus natürlichen Quellen kommen, umweltschonend herstellbar und leicht zu recyceln sein.

Das Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz koordiniert dazu eine europaweite Forschungsnetzwerk mit einem Gesamtfördervolumen von 250 Millionen Euro und Partnern aus 23 EU-Staaten. Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Angewandte Biokatalyse laden die Forscher von 12. bis 14. September 2007 zur Expertendiskussion über die neuesten Materialtrends aus der Natur in die steirische Landeshauptstadt.

Nachwachsende Ressourcen sind Stoffe, die in der Natur vorkommen und sich nachbilden, wenn sie abgebaut werden. Wer sie nutzt, schadet der Umwelt nicht und kann auf die natürlichen Rohstoffe immer wieder zugreifen: Das Erfolgsrezept klingt einfach und vernünftig, der Weg etwa vom Holz zum Biopolymer - also einem Kunststoff, der aus der Natur stammt - ist dann aber doch etwas komplizierter. Wissenschafter aus ganz Europa erforschen daher natürlich vorkommende Enzyme, um moderne, umweltschonende Materialien zu gewinnen. "Unsere Vision lautet 'alles bio'", erläutert Georg Gübitz vom Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz. Das heißt für den Forscher konkret: "Wir greifen ausschließlich auf Stoffe mit natürlichem Ursprung zurück und verwenden sie umweltschonend, das heißt ohne Einsatz schädlicher Chemikalien.

Auf diesem Weg produzierte Materialien sind zudem weit einfacher zu recyceln als künstlich hergestellte", weiß Gübitz. Das Anwendungsspektrum der biologischen Stoffe beeindruckt: Materialien für Medizintechnik, Textilindustrie, Automobilbranche oder Kosmetika sind etwa möglich. "Gerade in der Medizintechnik bieten die Bio-Materialien entscheidende Perspektiven. Der menschliche Körper nimmt natürliche Implantate, wie wir sie aus nachwachsenden Biopolymeren wie Zellulose und Lignin aus Holz oder Stärke aus Kartoffeln oder Mais gewinnen können, weit lieber an als künstliche", erläutert Gübitz die Perspektiven seiner Disziplin.

Natur pur auf europäischer Ebene

Seit rund einem Jahr koordiniert Gübitz das europaweite Forschungsnetzwerk zur Thematik: Die europäische Fördereinrichtung "European Science Foundation" (ESF) genehmigte im Vorjahr das Netzwerk zum Thema "Biotechnical Functionalisation of renewable polymeric materials". Unter der Federführung des Grazer Chemikers arbeiten nun insgesamt 77 wissenschaftliche Einrichtungen an den neuesten Entwicklungen zu erneuerbaren Materialien aus natürlichen Stoffen im europaweiten Forschungsnetzwerk. "Unser Netzwerk ist offen für Interessierte aus nahezu allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union", erklärt Gübitz die Besonderheit der Forschungsinitiative, die nun zum Expertentreffen nach Graz lädt. Die Organisatoren rechnen mit rund 100 Fachleuten aus 23 Staaten, die zwei Tage lang die neuesten Materialtrends aus der Natur diskutieren.

Rückfragen:
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Georg Gübitz
Institut für Umweltbiotechnologie
Email: guebitz@TUGraz.at
Tel: +43 (0) 316 873 8312
Mobil: +43 (0) 664 5722600

Alice Senarclens de Grancy | idw
Weitere Informationen:
http://www.tugraz.at

Weitere Berichte zu: Forschungsnetzwerk Medizintechnik Textilindustrie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus
22.10.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Natürlich intelligent
19.10.2018 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Gravitationswellen die Dunkle Materie ausleuchten

Schwarze Löcher stossen zusammen, Gravitationswellen breiten sich durch die Raumzeit aus - und ein riesiges Messgerät ermöglicht es, die Struktur des Universums zu erkunden. Dies könnte bald Realität werden, wenn die Raumantenne LISA ihren Betrieb aufnimmt. UZH-Forschende zeigen nun, dass LISA auch Aufschluss über die schwer fassbaren Partikel der Dunklen Materie geben könnte.

Dank der Laserinterferometer-Raumantenne (LISA) können Astrophysiker Gravitationswellen beobachten, die von Schwarzen Löchern ausgesendet werden. Diese...

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus

22.10.2018 | Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Chemie aus der Luft: atmosphärischem Stickstoff als Alternative

22.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Gebirge bereiten Boden für Artenreichtum

22.10.2018 | Geowissenschaften

Neuer Wirkstoff gegen Anthrax

22.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics