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Wer kennt schon transkulturelle Psychiatrie?

17.08.2007
Erster gemeinsamer Kongress zum Thema "Transkulturelle Psychiatrie" im deutschsprachigen Raum ermöglicht Überblick über das hierzulande wenig bekannte Forschungsgebiet / Kultur muss bei Behandlung berücksichtigt werden

200 Experten aus Deutschland, der Schweiz und Österreich tauschen sich vom 6. bis zum 9. September 2007 an der Universität Witten/Herdecke (UWH) zu Fragen der psychiatrischen Gesundheitsversorgung unserer europäischen Zuwanderungsgesellschaften aus. Am Kongress nehmen alle relevanten Forschungsgruppen der vertretenen Länder teil. Die in den USA ansässige World Psychiatric Association - Transcultural Psychiatric Section unterstützt den Kongress und wird personell durch Herrn Dr. Ron Wintrob vertreten sein. Einige der international anerkanntesten Experten stehen den Medienvertretern am Donnerstag, 6. September, 12:00 - 13:30, im Pressegespräch Rede und Antwort.

Die transkulturelle Psychiatrie wurde bereits in den 70er Jahren begründet. Sie ist als Forschungsgebiet im englischsprachigen Raum bereits weit verbreitet. "Im Rahmen der psychiatrischen Betreuung von Menschen, die außerhalb unseres Kulturkreises sozialisiert wurden und der deutschen Sprache nicht mächtig sind, hilft es nicht alleine, die gesprochenen Worte zu übersetzen. Man muss etwas von der Kultur verstehen. Und das ist in der Psychiatrie eine enorme Herausforderung", benennt Prof. Dr. Karl H. Beine, Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie und Psychotherapie an der Wittener Universität, ein prominentes Problem innerhalb der transkulturellen Psychiatrie. Die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer beträgt nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge derzeit etwa 7 Millionen. Um für diese Bevölkerungsgruppe eine angemessene psychiatrische Behandlung gewährleisten zu können, müssen Erkenntnisse aus dem Bereich der transkulturellen Psychiatrie tagtäglich in der Praxis umgesetzt werden.

"Beim Kongress soll nicht die Faszination in der Beobachtung ferner Völker im Vordergrund stehen, sondern die praktische Relevanz für die tägliche Gesundheitsversorgung", sagt Dr. Solmaz Golsabahi vom kooperierenden St. Marien-Hospital in Hamm. Die anerkannte Expertin organisiert den Kongress und legt auf die Praxisnähe der Inhalte großen Wert. Daher kann eine eindrucksvolle Gesamtdarstellung der Aufgabengebiete und die umfassende Darstellung wesentlicher Zukunftsperspektiven auf dem Wittener Kongress erwartet werden. "Als Teilgebiet der Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie wird die transkulturelle Psychiatrie in Zukunft ein entscheidendes und unverzichtbares Fachgebiet sein. Deshalb ist die jetzt anstehende Zusammenkunft der Experten so wichtig", bemerkt Golsabahi.

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»Psychosomatik »Psychotherapie

Unter den Kongressteilnehmern ist das gesamte Spektrum der im medizinischen Bereich handelnden Personen vertreten. Neben Ärzten, Psychologen und Pflegern, sind auch Vertreter der Forensik, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik anwesend. Die Veranstaltung ist von der Ärztekammer zertifiziert und kann von den Teilnehmern offiziell als Fortbildung angerechnet werden. Die Veranstaltung wird von folgenden Unternehmen freundlicherweise unterstützt: Bristol-Myers Squibb, Janssen-Cilag, AstraZeneca, Lundbeck, Pfizer und Wyeth

Pressegespräch:
Donnerstag, 06. September 2007, 12 Uhr im Senatsraum
Universität Witten/Herdecke, Alfred-Herrhausen-Str. 50, 58448 Witten
Ansprechpartnerin:
Frau Dr. Solmaz Golsabahi
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, St. Marien-Hospital, Hamm
Tel. 02381 18 35 44 bzw. 02381 18 25 26
E-Mail: solmaz.golsabahi@marienhospital-hamm.de

Bernd Frye | idw
Weitere Informationen:
http://www.transkulturellepsychiatrie.de

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