Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Trainingslager für angehende Informatiker

05.03.2007
In Medien und Politik wird momentan heiß diskutiert, wie man nach der Exzellenzinitiative für die Forschung auch die Lehre verbessern kann. Dass es selbst an einer "Massenuniversität" möglich ist, Studierende hervorragend auszubilden, zeigen seit Jahren die Informatiker der Universitäten Bonn und Aachen: Vom 21. Februar bis zum 23. März findet am Bonn-Aachen International Center for Information Technology (B-IT) nun schon zum zehnten Mal das Intensiv-Praktikum "eXtreme Programming" statt. Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Aus einer großen Anzahl von Bewerbern werden zwölf Teilnehmer ausgewählt. Sie treffen auf Lehrbedingungen, von denen manch einer ihrer Kommilitonen an anderen Universitäten nur träumen kann: Während des vierwöchigen Praktikums, das in Form eines achtstündigen Arbeitstages organisiert ist, sind rund um die Uhr drei bis vier wissenschaftliche Mitarbeiter als Betreuer ansprechbar.

"Das Betreuungsverhältnis von 1:4 ist kein Luxus, sondern der Schlüssel zum Erfolg", erläutert Professor Dr. Armin B. Cremers, auf dessen Initiative diese Veranstaltungsform zurückgeht. "In unserem Praktikum versuchen wir, die Studierenden möglichst realitätsnah an einen zukunftsweisenden Software-Entwicklungsprozess heranzuführen, der sich in vielfacher Hinsicht von dem herkömmlicher Software-Entwicklung unterscheidet. Den Studenten viele neue und ungewohnte Entwicklungsmethoden beizubringen und gleichzeitig das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen, ist nicht mit einer 'Aufsichtshilfskraft' getan." Dr. Günter Kniesel, der zusammen mit Professor Cremers schon seit fünf Jahren Intensiv-Praktika anbietet, stimmt ihm darin zu: "Für die Studierenden ist unser Angebot ein besonderer Leckerbissen. Hier können sie Einsichten aktueller Forschung in der Praxis umsetzen."

Um die Fähigkeit der Teilnehmer zur interdisziplinären Teamarbeit zu trainieren, werden die Praktika auch in Zusammenarbeit mit anderen Instituten der Universität angeboten. Im aktuellen Kurs dreht sich alles um Multimedia, Simulation und Virtuelle Realität. "Dabei lernen die Teilnehmer von vornherein, sich in unbekannte Fachzusammenhänge und komplexe bestehende Softwaresysteme einzuarbeiten", erläutert Teamleiter Pascal Bihler. Professor Dr. Andreas Weber, dessen Mitarbeiter den Teilnehmern als Fach¬experten zur Verfügung stehen, freut sich hingegen auf den Transfer software¬techno¬lo¬gischen Know-hows in seine Forschungsgruppe. "Die Software-Architektur unserer Systeme auf den neuesten Stand zu bringen und Anregungen für die Zukunft mitzunehmen, ist mir das Wichtigste", erläutert er freimütig seine Motivation für die Zusammenarbeit.

Exzellent ist aber nicht nur die Betreuung der Studierenden, auch die Lern- und Arbeitsbedingungen genügen höchsten Ansprüchen. Das hat durchaus etwas vom Flair amerikanischer Elite-Unis. Die gehobene Ausstattung mit modernen Büromöbeln, neuen Flachbildschirmen und portablem Beamer passt genauso dazu wie die Tatsache, dass manche der Praktikumsbetreuer ihre Erfahrungen aus den USA mitbringen und dass die gesamte Lehrveranstaltung in Englisch durchgeführt wird. "Das war für mich zu Anfang eine ganz schöne Herausforderung", meint Florian Kunze, einer der Teilnehmer des aktuellen Praktikums. "Aber man gewöhnt sich sehr schnell daran." Für einige sei es auch eine große Erleichterung, ergänzt Clara Fernandez de Castro, die das Studium aus Madrid nach Bonn geführt hat.

Das Konzept scheint aufzugehen: Bei Umfragen der Informatik-Fachschaft erhält das Praktikum Bestnoten. "Schade eigentlich, dass wir bei so viel Lob kaum Verbesserungsvorschläge bekommen", bedauert Daniel Speicher, ein "Extremprogrammierer" der ersten Stunde. "Aber gleichzeitig ist das positive Feedback immer eine gute Motivation fürs nächste Semester." Ebenfalls vom Angebot überzeugt scheint das Tiefbauamt der Stadt Bonn: Es unterstützte das Praktikum, indem es eine ausgemusterte Verkehrsampel spendete. Was diese mit dem Programmieralltag zu tun hat, das verschweigen die Mitarbeiter des Instituts für Informatik III noch lächelnd. Wer möchte, kann sich aber bei der Abschlussveranstaltung des Praktikums am 23. März um 15.30 Uhr im Hörsaal des B-IT in der Dahlmannstr. 2 in dieses Geheimnis einweihen lassen.

Ein Besuch der Veranstaltung durch Pressevertreter ist nach vorheriger Absprache möglich. Um Terminabsprache wird gebeten.

Kontakt:
Daniel Speicher
Institut für Informatik III der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-4315 oder 0175/7430867
E-Mail: dsp@iai.uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: B-IT Trainingslager Virtuelle Realität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Können Roboter im Alter Spaß machen?
14.11.2018 | Frankfurt University of Applied Sciences

nachricht Tagung informiert über künstliche Intelligenz
13.11.2018 | Leibniz Universität Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Automatisierte Klebfilmablage und Stringerintegration für den Flugzeugbau

14.11.2018 | Materialwissenschaften

Wie Algen und Kohlefasern die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre nachhaltig senken könnten

14.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Was das Meer zur Klimaregulierung beiträgt: Neue Erkenntnisse helfen bei der Berechnung

14.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics