Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesverband Geothermie: Interesse an Geothermie war noch nie so groß - 45% Wachstum im Einzelhausbereich

08.05.2006

Die Preise für Erdöl und Erdgas haben zum Steilflug angesetzt. Die Fragen nach den politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten von den weltweiten Energierohstofflieferanten drängen immer mehr in das Zentrum der öffentlichen Diskussion. In diesem Zusammenhang verschiebt sich auch die Bedeutung Erneuerbarer Energien. Sie werden nicht mehr nur in ihrer ursprünglichen Rolle als "Klimaschützer" wahrgenommen. Durch ihre Bedeutung für Preisstabilität und Versorgungssicherheit sortiert sich ihr Platz im Gefüge von Energiewirtschaft und Energiepolitik nachhaltig neu. Ein grundsätzliches Problem, mit dem sich die Erneuerbaren von Anfang an auseinander zu setzen hatten, war und ist die Unstetigkeit der solargebundenen Energiequellen. Inzwischen hat sich aber auch in der Öffentlichkeit immer mehr die Erkenntnis durchgesetzt, dass mit der Geothermie eine unerschöpfliche Ressource zur Verfügung steht, die eine beständige Energielieferung garantieren kann. In den vergangenen Jahren wurden die für die Nutzung erforderlichen Technologien weiterentwickelt und haben in einigen Bereichen dank Effizienz und Wirtschaftlichkeit längst Eingang in das tägliche Leben gefunden.

"Die Branche verzeichnet ein bislang nie da gewesenes Interesse an unseren technischen Lösungen," so Prof. Dr. Horst Rüter, Vorsitzender des Fachverbandes GtV-BV (Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie). Zwar stünden "traditionell" Fragen der Stromversorgung im Zentrum der öffentlichen Diskussion, doch der eigentliche geothermische Renner im Markt wäre die Wärmeversorgung. Die oberflächennahen Systeme zum Heizen und Klimatisieren von Gebäuden hätten 2005 in Deutschland ein Wachstum von 45% zu verzeichnen gehabt. Auch die Kollegen in Österreich verzeichneten ähnliche Ergebnisse. Um den Ansturm bewältigen zu können, investiere die Branche kräftig. "Es ist allerdings nicht einfach, geeignetes Personal zu finden. Von unseren Unternehmen hören wir, dass hier der Arbeitsmarkt nicht genügend hergibt."

Vor einigen Monaten konnte das geothermische Heizwerk in Pullach bei München erfolgreich in die erste Betriebsphase starten. Das schon seit etlichen Jahren ständig expandierende, mit Erdwärme gespeiste Fernwärmesystem von Erding ist inzwischen an seine Grenzen gestoßen. Die weiter wachsende Nachfrage von anschlussbereiten Kunden "zwingt" die Verantwortlichen in der nördlich von München gelegenen Kreisstadt nun, die Kapazität um eine weitere Tiefbohrung drastisch zu erweitern. Ganz Südbayern guckt auf die Geothermie und die Chancen, die sich mit den Thermalwasservorräten für die Wärme- und Stromversorgung bieten. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich entlang des Oberrheins ab, nachdem in Landau die zweite Tiefbohrung erfolgreich abgeteuft wurde und es danach aussieht, als könnte in 2007 in der Pfalz der erste geothermische Strom ins Netz gespeist werden. Die Vielzahl der Projekte führte einerseits zu einem Engpass beim Angebot von Tiefbohrgeräten. Andererseits motivierte sie den Maschinenbau sich mit neuen, wegweisenden Konzepten für Bohranlagen zu präsentieren.

Dennoch sind die Möglichkeiten, die in der Tiefe der Erde stecken noch nicht einmal angekratzt. Um sie noch erheblich intensiver als bisher nutzen zu können, müssen auch Forschung und Entwicklung weiter vorangetrieben werden. Neben dem europäischen Projekt in Soultz-sous- Forêts, liefern die Vorhaben des GeoForschungsZentrums Potsdam und des Geo- Zentrums in Hannover derzeit wichtige Erkenntnisse für eine Verbreiterung der Basis, auf der zukünftige kommerzielle Anlage aufgebaut werden können.

"Wir wissen," so Rüter, "dass wir mit der Geothermie einen wichtigen Beitrag zu einer sicheren, umweltfreundlichen Energieversorgung leisten können. Die Erdwärme wird in Zukunft ihren Hauptvorteil, die Stetigkeit der Energielieferung, noch weitaus besser ins Spiel bringen können."

Die Geothermie trifft sich im Herbst wieder zu ihrer traditionellen Fachtagung, dieses Mal vom 15.-17.11 im Karlsruher Kongresszentrum. Die 9. Tagung in dieser Reihe wird sich unter dem Thema "Mehr Energie von unten" mit dem gesamten Spektrum der Erdwärmenutzung befassen, mit Forschung und Anwendung, mit Energiepolitik, Wirtschaftlichkeit und Finanzierungsfrage, mit tiefer und oberflächennaher Geothermie, vom Kraftwerk bis zum Einfamilienhaus. Näheres findet sich unter www.geothermie.de

| Geothermische Vereinigung e.V.
Weitere Informationen:
http://www.geothermie.de

Weitere Berichte zu: Energielieferung Geothermie Stromversorgung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten
17.08.2018 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie
16.08.2018 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics