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Warum sprechen Navigationssysteme nie genervt? Internationale Konferenz "Speech Prosody"

25.04.2006


Die Stimmen der Navigationssysteme, in automatisierten Call-Centern, beim Abrufen von E-Mails per Telefon oder auch bei automatischen Straßenbahnansagen sind immer gleichbleibend freundlich. Und das gilt nicht etwa als Vorteil, sondern als Nachteil. Während es bei den Anfängen der Sprachsynthese in erster Linie darum ging, Sprache überhaupt technisch zu erkennen, forschen die Wissenschaftler heute daran, auch den synthetischen Stimmen menschliche Sprach- und Sprecheigenschaften wie emotionale Färbung, Tonhöhe und Rhythmik zu verleihen. Doch dies gestaltet sich äußerst kompliziert. Inzwischen arbeiten Sprachwissenschaftler, Neurowissenschaftler und Elektrotechniker interdisziplinär und international eng zusammen, um entsprechende Regeln und Modelle zu entwickeln. Ihr Spezialgebiet nennt sich "Prosodie" und stellt ein Teilgebiet der Sprachkommunikation dar, welches als Oberbegriff für Intonation und Akzentuierung sowie für die rhythmische Ausgestaltung von Sprachäußerungen dient.



Seitens der TU Dresden sind die Wissenschaftler um Professor Rüdiger Hoffmann vom Institut für Akustik und Sprachkommunikation in diese Forschungen eingebunden. An der TU Dresden befasst man sich seit etwa 50 Jahren kontinuierlich mit Forschung und Lehre auf dem Gebiet der automatischen Sprachverarbeitung. Heute sehen die Dresdner Wissenschaftler ihre größte Herausforderung in der Entwicklung von besonders kleinen, transportablen Geräten, die keinen externen Rechner benötigen. Ein Beispiel für diese so genannten embedded speech solutions sind Navigationssysteme, bei denen die gesamte Rechentechnik zur Sprachsynthese im Gerät selbst untergebracht werden muss.



Prosodieforscher aus der ganzen Welt werden sich vom 2. bis 5. Mai im Rahmen der 3. Internationalen Konferenz "SPEECH PROSODY" über neueste Entwicklungen austauschen. Diese Fachtagung wird in diesem Jahr erstmalig in Dresden stattfinden.

SPEECH PROSODY 2006 wird als Konferenz der Special Interest Group on Speech Prosody (SProSIG) organisiert. Die SProSIG ist eine Fachabteilung der International Speech Communication Association (ISCA), einer weltweit operierenden Organisation von derzeit etwa 7.000 Forschern, Entwicklern und Anwendern auf dem Gebiet der Sprachkommunikation, welche sich sowohl mit technischen Aspekten wie z. B. maschineller Spracherkennung, Übersetzung oder Sprachausgabe als auch mit theoretischen Fragen z. B. der Phonetik oder der menschlichen Sprachwahrnehmung beschäftigen.

Informationen für Journalisten: Prof. Dr.-Ing. habil. Rüdiger Hoffmann, Tel. +49 351 463-32747, E-Mail: Ruediger.Hoffmann@ias.et.tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/
http://www.ias.et.tu-dresden.de/sprache

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