Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste internationale Tagung zur Nanotechnologie in Kunststoffen

02.09.2005


Die TUHH ist vom 4. bis 7. September Gastgeber der ersten internationalen Konferenz über neue Kunststoffe aus Kohlenstoff- Nanoröhrchen. Dieser Faserverbund-Werkstoff verfügt über einzigartige Eigenschaften. Herausragend ist seine elektrische Leitfähigkeit. Hinzu kommt, dass die Kohlenstoff-Nanoröhrchen im Kunststoff außerdem dessen Festigkeit, Steifigkeit und Bruchsicherheit erhöhen. Von Vorteil ist ferner, dass bereits winzige Mengen der ultradünnen Nanoröhrchen in Kunststoffen genügen, um alle diese Vorteile zu erzielen.



Die "Carbon Nanotube (CNT) - Polymer Composites International Conference" wird vom Arbeitsbereich "Kunststoffe und Verbundwerkstoffe" unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Karl Schulte organisiert. Der Werkstoffkundler zählt weltweit zu den führenden Experten auf diesem Gebiet. Zur Konferenz in Hamburg werden mehr als 150 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus über 25 Ländern erwartet.

... mehr zu:
»Kunststoff »Nanoröhrchen »TUHH


Der Präsident der TUHH, Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. Edwin Kreuzer, wird die viertägige Konferenz offiziell am Montag, 5. September, eröffnen und die auf diesem Gebiet führenden Wissenschaftler im Audimax II begrüßen. Die Teilnehmer kommen aus Asien, Nord- und Südamerika sowie Europa. Ziel der Tagung ist es, neben dem Austausch aktueller Ergebnisse und Entwicklungen, die Forschung auf diesem speziellen Sektor noch stärker zu koordinieren und über weitere Perspektiven besonders in der Anwendung des neuen Werkstoffs zu diskutieren.

Die neue Technologie basiert auf einem Nanoröhrchen aus Kohlenstoff mit einem Durchmesser von nur einem bis höchstens 20 Nanometer. Es ist damit ca. 10 000 Mal dünner als ein menschliches Haar. Nano (griech. Zwerg) ist die Vorsilbe für eine Größenordnung - ein Milliardstel bezogen auf einen Meter (10-9). Wegen ihrer Röhrenform werden die für das menschliche Auge nicht wahrnehmbaren Fasern in der Fachsprache Nanotubes (tube, engl. Röhrchen) genannt. Wie alle Nanomaterialien bestehen auch die Carbon-Nanotubes aus perfekten Strukturen und weisen hervorragende mechanische und physikalische Eigenschaften auf.

Ein wesentlicher Aspekt des neuen Werkstoffes ist seine elektrische Leitfähigkeit. Hinzu kommt, dass die Kohlenstoff-Nanoröhrchen im Kunststoff außerdem dessen Festigkeit, Steifigkeit und Bruchsicherheit erhöhen. Von Vorteil ist ferner, dass bereits winzige Mengen der ultradünnen Nanoröhrchen in Kunststoffen genügen, um alle diese Eigenschaften zu erzielen. "Bereits 0,0025 Gewichtsprozent im Kunststoff führen zu elektrischer Leitfähigkeit", sagt Schulte.

Der Einsatz solcher Kunststoffe, die sich nicht elektrostatisch aufladen und Strom ableiten, ist zum Beispiel für Benzinleitungen in Fahrzeugen oder in der Elektronik möglich. Generell ist die Palette potenzieller Anwendungen breit und reicht vom Autolack über die Brennstoffzelle bis zum Flugzeugbau.

Doch noch befindet sich der neue Werkstoff in der Entwicklung. So beschäftigt die Wissenschaftler vor allem die Frage, wie auf der molekularen Ebene eine gleichmäßige Verteilung der Nanotubes im Kunststoff erzeugt und sichergestellt werden kann. In dem Moment, wo sich die Nanoröhrchen unregelmäßig verteilen, bilden sich Agglomerate im Kunststoff - und damit geht der Verlust ihrer besonderen Eigenschaften einher.

"Das Thema der Konferenz ist speziell. Aber gerade deshalb ist es wichtig, sich über den Stand der weltweiten Forschung und der weiteren Entwicklung und Anwendungsmöglichkeiten auszutauschen", sagt Prof. Dr.-Ing. Karl Schulte. Der Werkstoffkundler hat eine langjährige Expertise auf dem Gebiet der Faserverbund-Werkstoffe. Schulte, Gastprofessor an der University of Cambridge, ist der Gründer und Leiter des Netzwerkes European Scientific Network on Carbon-Nanotube Reinforced Polymers, dem mehr als 18 internationale Universitäten und Forschungszentren der Industrie angehören. Die Konferenz in Hamburg bildet den vorläufigen Abschluss dieses Netzwerkes.

Die Forschungsaktivitäten der TUHH auf diesem Gebiet haben 1993 begonnen und genießen weltweite Anerkennung. Ca. 2 Millionen Euro sind an Drittmittel für die Erforschung des neuen Werkstoffes an der TUHH eingeworben worden. Begünstigt durch die interdisziplinäre Struktur, entwickelten sich Kooperationen innerhalb und außerhalb der TUHH, die wiederum das Tempo der Entwicklung dieser auf der Grundlagenforschung basierenden Innovation beschleunigt haben. In der Region kooperiert die TUHH auf diesem Sektor u.a. mit der Christian-Albrecht-Universität in Kiel sowie dem Forschungsinstitut GKSS in Geesthacht und unterstützt die mittelständische Industrie in ihren Materialentwicklungen.

Jutta Katharina Werner | idw
Weitere Informationen:
http://www.cnt-net.com/conf2005

Weitere Berichte zu: Kunststoff Nanoröhrchen TUHH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht
17.07.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte
13.07.2018 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics