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7. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie

12.01.2004


Auf der 7. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e.V. (DGA) in Leipzig werden die neuesten Erkenntnisse der Funktionsweise des Ohrs, der Therapie von Funktionsstörungen, der Verarbeitung von Sprache und Musik sowie der Hörgerätetechnik vorgestellt.

Zeit: 10. bis 13. März 2004, Ort: Hörsaalgebäude Universitätsstraße

15 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Hörminderung. Die Zahl wird weiter steigen, da es häufig zu einer altersbedingten Minderung des Hörvermögens kommt und der Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft deutlich zunimmt. Das Ohr ist ein sehr empfindliches aber auch ein sehr störanfälliges Sinnesorgan, und spielt vor allem bei der Kommunikation eine entscheidende Rolle. Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, das Hörsystem von Grund auf zu verstehen, um so Hörstörungen besser therapieren zu können.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Rudolf Rübsamen (Universität Leipzig, Fakultät für Biowissenschaften Pharmazie und Psychologie, AG Neurobiologie) und Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier (Universität Oldenburg, Medizinische Physik, Präsident der DGA) werden auf der 7. Jahrestagung die neuesten Erkenntnisse der Funktionsweise des Ohrs, der Therapie von Funktionsstörungen, der Verarbeitung von Sprache und Musik sowie der Hörgerätetechnik vorgestellt.

Das wissenschaftliche Programm beinhaltet Plenarvorträge, strukturierte Sitzungen, Podiumsdiskussionen, Postersitzungen und Weiterbildungskurse (Tutorials) und soll Mediziner, Natur- und Geisteswissenschaftler, Ingenieurwissenschaftler, Hörgeschädigtenpädagogen und Hörgeräteakustiker gleichermaßen ansprechen.

Die Schwerpunkte der Tagung sind die zentrale Hörverarbeitung und neurokognitive Aspekte der Wahrnehmung von Sprache und Musik. Wie kommt die Sprache bzw. die Musik ins Gehirn und in welcher Weise verarbeitet ein professioneller Klavierspieler Musik anders als ein Nicht-Musiker. Zu diesen Themen sprechen unter anderem Prof. Dr. E. Altenmüller von der Musikschule in Hannover. Prof. Dr. D.Y. von Cramon, Direkotr des Max-Planck-Institutes für Kognistions- und neurowissenschaften und Direktor der Tagesklinik für kognitive Neurologie am Universitätsklinikum Leipzig, erläutert die höheren kognitiven Leistungen im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Hörinformation.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Innenohrschwerhörigkeit, die vor allem ältere Menschen betrifft. Hierzu spricht Dr. A.J. Oxenham aus den USA. Aber auch bei Kindern kann eine angeborene oder medikamentös verursachte Innenohrschwerhörigkeit auftreten. Die erfolgreiche Therapie solcher Störungen ist von entscheidender Bedeutung für die normale Sprachentwicklung und die Entwicklung intellektueller Kompetenzen bei diesen Kindern. Neue Diagnoseverfahren und verbesserte Hörhilfen sollen frühzeitig die Hörschädigung aufdecken und eine effiziente Therapie ermöglichen.

Dazu gibt es auf der Tagung eine Industrieausstellung, die die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Hörgeräteakustik vorstellt. So sind schon heute moderne Hörhilfen mit einer Störschallunterdrückung ausgestattet und ermöglichen es dem Nutzer, sein Hörgerät flexibel auf unterschiedliche Kommunikationssituationen einzustellen. So wird ein optimales Sprachverständnis auch in akustisch so schwierigen Situationen wie Gespräch in einer Gesellschaft oder Gespräch bei lautem Straßenlärm möglich. In Zukunft wird auch eine unmittelbare Ankopplung der Hörhilfen an Überträger von Sprachinformation wie Telefon, Radio und Fernsehen möglich sein.

Weiterer Höhepunkt der Tagung ist die Vergabe von Posterpreisen, dem Meyer-zum-Gottesberge-Preis, der hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Hörforschung honoriert und dem Förderpreis der DGA, der die Audiologie in Forschung, Entwicklung, Lehre und klinischer Praxis fördert und vor allem Nachwuchswissenschaftler auszeichnet.

Am Wissenschaftsstandort Leipzig befasst sich eine Vielzahl von medizinischen und naturwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen mit hörrelevanten Fragestellungen. Im Bereich der Medizin sind dies Prof. Dr. Müller und Dr. Fuchs an der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik des Universitätsklinikums und Prof. Dr. D.Y. von Cramon an der Tagesklinik für kognitive Neurologie des Universitätsklinikums. Am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften werden unter der Leitung von Prof. Dr. Angela Friederici und Prof. Dr. D.Y. von Cramon die Repräsentation von Sprache und Musik im menschlichen Gehirn erforscht. An der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie stehen in den Arbeitsgruppen von Prof. Dr. R. Rübsamen und Prof. Dr. E. Schröger Untersuchungen zur basalen und vorbewussten Verarbeitung von Hörinformation im Zentrum des Interesses.



Weitere Informationen:



Prof. Dr. Rudolf Rübsamen, Tel.: 0341-9736-723, E-Mail: rueb@rz.uni-leipzig.de
Deutsche Gesellschaft für Audiologie e.V., Tel.: 0441-2172-500, E-Mail: dga@HoerTech.de

Sabine Görtz | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.dga-ev.com

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