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Tagung über Ansätze zur Prävention und Intervention bei Kindesmißbrauch

19.09.2003


Der sexuelle Mißbrauch von Kindern in der Familie und allgemein in Abhängigkeitsverhältnissen war lange Zeit Tabuthema. Wiederholte Modifizierungen des Sexualstrafrechts konnten den Schutz der Kinder nicht nachhaltig verbessern. Mittlerweile haben sich Einrichtungen und Dienste, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, dieser Problematik geöffnet und Ansätze der Prävention und Intervention entwickelt. In jüngster Zeit ist die Öffentlichkeit durch Medienberichte über Fälle von Machtmißbrauch z.B. in Form sexueller Übergriffe durch Priester, Sporttrainer, Jugendbetreuer aufgeschreckt worden. Unter dem Druck der Öffentlichkeit können Institutionen wie Kirchen oder Sport- und Pfadfinderverbände diese Vorgänge nicht mehr verschweigen. Gerade in Institutionen und in Situationen, in denen intensive Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern aufgebaut werden, ist die Gefahr eines Vertrauensmißbrauchs besonders groß. Die von den Medien ausgelöste Debatte zeigt, daß Kinder, die sich in die Obhut von professionellen oder ehrenamtlich tätigen Betreuern begeben, nicht uneingeschränkt darauf vertrauen können, daß sich diese Personen ihrer Verantwortung bewußt sind. Andererseits ist es unangemessen, alle diejenigen, die mit Kindern und Jugendlichen in Freizeit oder Therapie verantwortlich arbeiten, unter Generalverdacht zu stellen. Auch die Skandalisierung einzelner Fälle kann in diesem Zusammenhang nicht hilfreich sein.

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»Machtmißbrauch

Vom 9. bis 10. Oktober 2003 veranstaltet die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Ulm (Prof. Dr. Jörg M. Fegert) gemeinsam mit dem Fachbereich Soziale Arbeit der FH Landshut (Prof. Dr. Mechthild Wolff) in der FH Landshut eine Tagung zum Thema Machtmißbrauch gegenüber Kindern. Fachleute aus den Arbeitsfeldern Jugendhilfe, Sport, Kirche und Medizin sowie aus Kinder- und Jugendorganisationen werden Verfahren der Prävention und Intervention in ihren Organisationen vorstellen, mittels derer Kinder wirksamer vor entsprechenden Gefährdungen geschützt werden können. Einen Schwerpunkt der Diskussion soll die Entwicklung von Standards für nichtprofessionell Tätige darstellen, die mit Kindern und Jugendlichen in den verschiedenen Bereichen arbeiten. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, hat die Schirmherrschaft über die Tagung übernommen, die zu einer sachlichen Debatte dieses brisanten Themas einlädt.

Die Initiatoren der Veranstaltung, Prof. Dr. Mechthild Wolff und Prof. Dr. Jörg M. Fegert, haben bereits in der Vergangenheit gemeinsame einschlägige Arbeiten durchgeführt und zu diesem Thema ein vom Familienministerium gefördertes Buch - »Sexueller Mißbrauch durch Professionelle in Institutionen«, Münster 2002 - veröffentlicht.


Programm - Machtmißbrauch von Erwachsenen gegenüber Kindern

Donnerstag, 9. Oktober 2003

11.00 Uhr Begrüßung: Prof. Dr. Mechthild Wolff, FH Landshut
11.15 Uhr Grußwort des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
11.30 Uhr Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, DJI München: Die heimliche Macht des Ehrenamtes - Über Ambivalenzen freiwilliger sozialer Hilfen
12.00 Uhr Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Universität Ulm: Folgen von sexuellem Mißbrauch und Gewalt durch Ehrenamtliche und Professionelle
14.00 Uhr Richter a.D. Hans Alfred Blumenstein, Stuttgart: Gewalt in Abhängigkeitsverhältnissen - Beispiel Sportlerprozesse
14.30 Uhr Schwester Lydia Marie Allen, Barmherzige Schwestern von Alma, Breuberg: Vorgehensweisen der katholischen Kirche in Europa bei sexuellem Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen
15.15 Uhr Arbeitsgruppen
Präventions- und Interventionsansätze in den Bereichen:
AG 1 Offene Kinder und Jugendarbeit (Fred Meyerhoff, Kind im Zentrum, Berlin)
AG 2 Kirchen (Dr. Georg Beirer, Diözese Bamberg)
AG 3 Sport (Dorota Sahle, Landessportbund NRW, Duisburg)
AG 4 Stationäre Jugendhilfe (Claudia Obele, Ev. Jugendhilfe Hochdorf)
AG 5 Jugendverbandsarbeit (Jörg Schröter, Bayrischer Jugendring, Landshut)
AG 6 Kinderschutzbund (Rosemarie Runge, Kinderschutzbund Bayern, Straubing)

Freitag, 10. Oktober 2003

9.00 Uhr Arbeitsgruppen (wie vortags)
zusätzlich: AG 7 Fortbildung Ehrenamtlicher im Freizeitbereich (Reto Trachsel, Fachstelle Mira, Schweiz)
11.00 Uhr Bilanz des Tagungsbeobachters Dr. Alfons Hämmerl, Hochschulgemeinde der FH Landshut
11.30 Uhr Podiumsdiskussion: Konsequenzen für die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen und die Qualität ehrenamtlicher Arbeit (Moderation: Prof. Dr. Mechthild Wolff, FH Landshut)

Kontakt: Prof. Dr. Mechthild Wolff, Tel. 0871-506-435
Prof. Dr. Jörg Fegert, Tel. 0731-500-33544/45

Peter Pietschmann | Universität Ulm
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de

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