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Chirurgen "restaurieren" Kiefer nach Computer-Modell

15.09.2003


Internationale ESEM-Konferenz in Halle

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Vom 18. bis 21. September 2003 findet an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die 7. Konferenz der Europäischen Gesellschaft für Ingenieurwesen und Medizin (7. Conference of the European Society for Engineering and Medicine, ESEM), statt.

Renommierte in- und ausländische Referentinnen und Referenten der Gebiete Biomechanik, regenerative Medizin und künstliche Organe, der Basiswissenschaften des Ingenieurwesens, der Mathematik sowie anderer naturwissenschaftlicher Bereiche werden auf der Veranstaltung das Wort ergreifen.


Die Organisation liegt in den Händen der Medizinischen Fakultät halleschen Universität. Offiziell eröffnet wird die Tagung am 18. September 2003, 14.00 Uhr, in der Aula des Hauptgebäudes der Universität, Universitätsplatz 11, in Halle (Saale). Die Konferenzsprache ist Englisch.

Die ESEM richtet die Veranstaltung in Kooperation mit der Europäischen Gesellschaft für Künstliche Organe (European Society for Artificial Organs, ESAO), und der Europäischen Gesellschaft für Biomechanik (European Society of Biomechanics, ESB), aus.
Diese Tagung bedeutet ein Novum. Zum ersten Mal hat das gemeinschaftliche Anliegen, eine Brücke zwischen den Natur-, Ingenieurwissenschaften und der Medizin zu schlagen, drei in ihren Zielen und Inhalten unterschiedliche wissenschaftliche Organisationen dazu veranlasst, gemeinsam auf einem internationalen Kongress aufzutreten. Demzufolge bietet sich das Tagungsprogramm außerordentlich vielschichtig und ausgesprochen interdisziplinär dar.

Tagungsschwerpunkte
Einen vorzugsweise breiten Raum nehmen erstmalig Verfahren zur Modellierung biomedizinischer Systeme und das sogenannte Rapid-Prototyping ein. Letzteres kommt bei Korrekturen im Kieferbereich zum Einsatz, die durch Fehlbildungen, Unfallverletzungen oder Tumore notwendig sind. Experten erstellen rechnergestützte mathematische und physikalische Modelle so, wie der zu restaurierende Kieferteil nach seiner Wiederherstellung aussehen soll. Nach diesen Vorgaben nimmt dann der Chirurg den Eingriff vor. Die Praxis kann dabei auf beeindruckende Ergebnisse verweisen. Auch die Telemedizin profitiert davon. Begleitend dazu werden Beispiele demonstriert und einige wesentliche technische Grundlagen und Voraussetzungen aufgezeigt.
Weitere Tagungsthemen sind der Anwendung des Ultraschalls in der Medizin und seinen technischen Voraussetzungen gewidmet oder beschäftigen sich mit Technologien für die regenerative Medizin, die von der ESAO dargestellt werden.
Auf dem Programm stehen sowohl die Erörterung von klinischen Techniken bei der Dialyse und Apheresis (Blutreinigung), als auch Neuerungen beim Organersatz und der Implantat-Fixierung sowie das für die klinische Forschung unverzichtbare Gebiet des Cell- und Tissue-Engineering. Hierbei geht es um biologische Eigenschaften und relevante klinische Anwendungen am Beispiel Hämatologie und Onkologie.
Thematisiert werden außerdem materialwissenschaftliche Untersuchungen, die sich vor allem auf die Restauration und Erhaltung von Hartgeweben (Knochen, Knorpel, Zahn) beziehen, die Problematik des Hautersatzes, die Mund-Kiefer-Chirurgie sowie die Chirurgie im Hals-Nasen-Ohrenbereich und die dazu benötigten Biomaterialien und Gewebetechnologien.

Nähere Informationen zur Tagung im Internet:
http://www.medizin.uni-halle.de/esem-esao-2003


Die ESEM wurde von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und tagte erstmalig auf deutschen Boden 1992 in Stuttgart. Auf einer Vorstandssitzung der ESEM 2001 erhielt die Medizinische Fakultät der Universität die Gelegenheit, sich dort mit ihrer gesamten Bandbreite vorzustellen. Daraufhin entschied der Vorstand der Gesellschaft, die Ausrichtung ihrer 7. Tagung an die hallesche Alma Mater zu vergeben. Als Mitbewerber traten noch die Universitätsstädte Gent und Antwerpen auf.


Ansprechpartner:
Privat-Dozent Dr. Hans-Joachim Hein
Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Tel.: 0345 55-74049
E-Mail: h-j.hein@medizin.uni-halle.de


Ingrid Godenrath | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-halle.de/esem-esao-2003

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