Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BMBF-Seminar über regenerative Medizin

16.06.2003


Mit Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sind neue Methoden für den natürlichen Ersatz und die Regeneration kranker Organe entwickelt worden.

Dabei gelang es unter anderem einer Forschergruppe um den Tübinger Professor Burkhard Schloßhauer getrennte Nervenbahnen zu neuem Wachstum anzuregen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäts-Hautklinik in Würzburg entwickelten gemeinsam mit der Firma Biotissue Technologies AG, Freiburg ein neues Verfahren zur Züchtung von Hauttransplantaten. Über 130 Forscher stellten bei einem zweitägigen Seminar des BMBF in Bonn neue Verfahren zum "Biologischen Ersatz von Organfunktionen" und "Tissue Engineering" vor.

Das in Tübingen koordinierte Verbundprojekt "Mikrostrukturierte bioresorbierbare Leitkanäle mit Gliazellen für die Nervenregeneration" überbrückt mit kleinen Röhren die Lücke zwischen den Enden einer unterbrochenen Nervenbahn und regt diese erfolgreich zum Wachstum an. Damit wollen die Forscher die Annahme der Neurowissenschaften widerlegen, dass durchtrennte Nervenbahnen nicht mehr zusammen wachsen können. Patienten, die wegen durchtrennter Nerven an Lähmungen, sensorischen Ausfällen und Schmerzen leiden, könnte so möglicherweise geholfen werden. Derzeit werden die Nervenleitkanäle in Tiermodellen getestet.

Dagegen steht das in Würzburg entwickelte neuartige Verfahren zur Züchtung eines dreidimensionalen, menschlichen Hauttransplantats zur Behandlung tief reichender großer Wunden kurz vor dem Einsatz beim Patienten. Das Hauttransplantat besteht aus körpereigenen oberflächlichen (Keratinozyten) und tiefen Hautzellen (Fibroblasten). Dem Patienten werden verschiedene Hautzelltypen entnommen und im Labor vermehrt. Anschließend wachsen sie in einer dreidimensionalen biologischen Matrix gemeinsam weiter. Nach zwei bis drei Wochen bilden die Zellen eine vollschichtige Ersatzhaut mit bislang unerreichten hauttypischen Eigenschaften. Das neue Verfahren beschleunigt die Heilung, verbessert sie nachhaltig und ist ambulant durchführbar.

Im Schwerpunkt "Biologischer Ersatz von Organfunktionen" fördert das BMBF 32 Vorhaben mit rund zehn Millionen Euro für den Ersatz und die Regeneration kranker Organe mit Stamm- und Vorläuferzellen. Im Bereich "Tissue Engineering" wurden 49 Projekte vor allem für kleine und mittlere Unternehmen mit einem Volumen von 35 Millionen Euro bewilligt, von denen das BMBF 21 Millionen trägt.

Weitere Informationen:

Dr. Andreas Künne
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Projektträger im DLR Gesundheitsforschung
Tel: 0228 - 3821-204
E- Mail: andreas.kuenne@dlr.de

Pressereferat | BMBF
Weitere Informationen:
http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/aktuelles/Statusseminar_Bio._Ersatz_Organ
http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de
http://www.bmbf.de

Weitere Berichte zu: Engineering Organfunktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien
04.12.2019 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Die Zukunft der Arbeit
03.12.2019 | Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was Vogelgrippe in menschlichen Zellen behindert

10.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Schäden im Leichtbau erkennen durch Ultraschallsensoren

10.12.2019 | Materialwissenschaften

Forscher untersuchen Rolle der Zellmembran bei der Entstehung chronischer Krankheiten

10.12.2019 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics