Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Dem Gehirn von außen beim Denken zusehen"

03.12.2002


Novartis-Stiftung fördert Forschungsprojekt zu Nervenschmerz



Wenn Nervengewebe zugrunde geht, kann die Folge ein andauernder, heftiger, schwer behandelbarer Schmerz sein, der Nervenschmerz. Dieser kann ständig oder anfallsweise auftreten, ohne erkennbaren Auslöser oder auf Reize hin, die normalerweise keinen Schmerz auslösen, wie die Berührung der Haut mit einem Wattebausch. Zur Förderung seiner Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des Nervenschmerzes erhielt Dr. med. Christian Maihöfner von der Neurologischen Klinik der Universität Erlangen am 2. Dezember 2002 ein Graduiertenstipendium der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung.



„Die Ursachen von Nervenschmerz können vielfältig sein“, so Maihöfner. Ein Beispiel dafür sei der so genannte Morbus Sudeck: „Nach immerhin fünf Prozent aller Knochenbrüche, meist am Arm, tritt diese Erkrankung mit lang anhaltenden, quälenden Schmerzen an der betroffenen Extremität auf“, erklärt er. Weithin bekannt sei auch der Phantomschmerz, bei dem ein amputierter Körperteil scheinbar starke Schmerzen verursacht, obwohl er physisch gar nicht mehr vorhanden ist. „Aber auch Rückenmarksverletzungen, Schlaganfall oder Gürtelrose können Auslöser eines Nervenschmerzes sein“, ergänzt Maihöfner.

Die Entstehung von Schmerz und die Vorgänge, die zu seiner Chronifizierung führen, sind wissenschaftlich noch wenig erforscht. Das Team um Dr. Maihöfner will mittels funktioneller Kernspintomographie die fehlerhaften Mechanismen in der Schmerzverarbeitung bei Patienten mit Nervenschmerz untersuchen. „Diese moderne Methode der Bildgebung ermöglicht es, ohne Gefahr für den Patienten, ohne einen Eingriff, dem Gehirn sozusagen von außen beim Denken zuzusehen“, sagt Maihöfner. „Bei unseren Untersuchungen speziell zu Morbus Sudeck haben wir bisher schon zum Teil erstaunliche Veränderungen im Gehirn von Betroffenen gefunden, insbesondere in den Bereichen der Hirnrinde, die für die Schmerzverarbeitung wichtig sind.“ Ziel seiner weiteren Untersuchungen sei es, nicht nur die Ursachen des Nervenschmerzes besser zu verstehen, sondern auch mögliche Therapieansätze zu entwickeln.

Die Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung stellt jedes Jahr deutschlandweit bis zu 93.000 Euro für Graduierten-Stipendien zur Verfügung. Die Vergabe dieser Fördermittel erfolgt völlig unabhängig: Die Einrichtungen von Forschung und Lehre der Universitäten werden dazu aufgefordert, aus dem Kreise ihrer Nachwuchswissenschaftler selbst die vielversprechendsten Projekte zur Stipendienvergabe vorzuschlagen.


Ausführlicher ausgearbeitete Beiträge sowie Hintergrundmaterial (Interview mit Dr. Christian Maihöfner) können bestellt werden bei:

Pressedienst „wissenschaftlich medizinische erkenntnisse“ (wme)
c/o Redaktionsbüro Martin Wiehl
Bebelstraße 53
99086 Erfurt

Tel. 0361/6435413
Fax 0361/6435406
eMail Martin.Wiehl@t-online.de

Martin Wiehl | wme

Weitere Berichte zu: Nervenschmerz Schmerzverarbeitung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"
20.09.2018 | BusinessForum21

nachricht Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen
20.09.2018 | Jacobs University Bremen gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bei Depressionen ist Hirnregion zur Stresskontrolle vergrößert

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics