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Veranstaltung des Rheumazentrums Universitätsklinikum Leipzig: "Borreliose - Diagnose, Therapie und Prävention"

30.10.2002


"Borreliose - Diagnose, Therapie und Prävention" ist das Thema einer wissenschaftlichen Veranstaltung des Rheumazentrums am Universitätsklinikum Leipzig e.V. Zu diesem Thema gibt es noch viele offene Fragen aus klinischer Sicht, die nur interdisziplinär geklärt werden können. Deshalb arbeiten Ärzte aus verschiedensten Bereichen eng zusammen. Sie stehen auch mit Rat und Tat ihren Patienten zur Seite, die auch in Selbsthilfegruppen Hilfe finden und Erfahrungen austauschen können.



Zeit: 2. November 2002, Beginn 9.30 Uhr

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Ort: Hörsaal der Hautklinik, Stephanstraße 11


Bunt sind schon längst die Wälder - der Herbst hat endgültig den Sommer abgelöst, aber mit schön warmen Sachen ausgerüstet, gibt es doch fast nichts Schöneres als einen ordentlichen Spaziergang an der so selten klaren und erfrischenden Herbstluft. Doch Vorsicht wenn’s zu tief ins Unterholz geht, denn auch für Zecken ist noch Hochsaison. Sie sind mitunter Überträger der Borreliose-Bakterien, und diese wiederum können die nach ihnen benannte Borreliose auslösen. Deutlich seltener hingegen sind Zecken Träger der FSME-Viren, welche beim Menschen eine nicht ungefährliche Hirnhautentzündung (Frühsommerenzephalomeningitis) verursachen.


Im Gegensatz zur Borreliose, die weltweit vorkommt, sind Fälle von FSME nur aus bestimmten Regionen bekannt. Solche Endemiegebiete sind vor allem Nordasien, Mittel- und Osteuropa bis zu den Vogesen - in Deutschland besonders der Südschwarzwald und das Donautal im Raum Passau. "Doch selbst in FSME-Gebieten kommt die Borreliose-Erkrankung von den durch Zeckenstich hervorgerufenen Krankheiten viel häufiger vor", weiß Prof. Dr. Schubert, Spezialist für Infektions- und Tropenmedizin am Universitätsklinikum in Leipzig. Er erklärt auch, dass nicht jede Infektion mit den Borreliose-Bakterien zur Erkrankung führen muß. Mehr als 80% der Infektionen bleiben "stumm", daß heißt, es treten keinerlei Krankheits-Symptome auf. Nur die Antikörper, die der Körper als Immunreaktion entwickelt, sind später im Blut nachweisbar.

Wird der Körper allein nicht mit den Borrelien fertig, kommt es zur eigentlichen Erkrankung. In der Medizin werden im Krankheitsverlauf drei Stadien unterschieden:
Im Stadium I ist eine sich ausbreitende Rötung der Haut (Erythema migrans) kennzeichnend und mit der Aussage des Patienten über einen möglichen Zeckenbiß ausschlaggebend für eine Diagnose und eine sofort einsetzende Therapie mit Antibiotika. Diese Phase kann sich über Tage bis hin zu Wochen erstrecken. Im Stadium II haben die Bakterien das Hindernis Haut überwunden und breiten sich über Blut und Lymphe im gesamten Organismus aus. Besonders in weniger durchbluteten Geweben, wie Knochen- und Knorpelhäute der Gelenke, der Hirnhaut, aber auch der Herzmuskulatur, führen sie dann zu Entzündungen. Diese können nach Wochen aber auch erst nach Monaten nach der Infektion auftreten. Eine Behandlung erfolgt mit Hilfe von Infusionen. Vom Stadium III wird gesprochen, wenn sich die Borrelien im Gehirn festgesetzt haben. Die dann so bezeichnete Neuroborreliose umfaßt dann nicht mehr nur die Entzündung der Hirnhaut (Meningitis), sondern auch die der Hirnsubstanz (Enzephalomyelitis). Neben verschiedenen weiteren Krankheitsbildern, wie zum Beispiel Herzerkrankungen und Erkrankung des Augenhintergrundes, kommt es außerdem zu Hautatrophien. Monate bis Jahre dauert es mitunter bei ausbleibender Diagnose und damit einer folgerichtigen Infusionsbehandlung bis es soweit kommt.

Generell gilt, je später die Diagnose erfolgt, desto schwieriger die Therapie und langwieriger der Heilungsprozeß. "Und gerade in der Differentialdiagnostik liegt ein Schwerpunkt in der Borreliose-Forschung", beschreibt Prof. Dr. Schubert, "denn wegen der Symptomenflut ist der Zusammenhang zwischen Infektion und den verschiedenen Krankheitssymptomen nur schwer zweifelsfrei zu bestimmen, und das macht diese Erkrankung auch so heimtückisch".

Rheumatologen, Kardiologen, Neurologen und Dermatologen arbeiten Hand in Hand, um die Erkrankung an Borreliose besser zu sichern und zu therapieren. Aus dermatologischer Sicht betrachtet die Fortbildungs- und Informationsveranstaltung der SHG Borreliose am kommenden Samstag die Borreliose.

Und da weder die eventuell vorhandenen Antikörper vor einer Neuinfektion schützen und es auch noch keine Möglichkeit der Impfung bei uns gegen Borreliose gibt, sollte man, wenn es wieder raus geht in den Blätterwald, auf geschlossene Kleidung achten. Wird doch einmal eine blutsaugende Zecke oder ein Holzbock am Körper bemerkt, ist die sachgerechte Entfernung - am günstigsten mit einer "Zeckenpinzette" aus der Apotheke - für eine Infektionsverhütung besonders wichtig.

weitere Informationen:
Prof. Stefan Schubert
Telefon: 0341-9724970
E-Mail: rheuma@medizin.uni-leipzig.de

Eva Martinek | idw

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