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Bundesweite Nierenwoche vom 14. bis 20. Oktober 2002

10.10.2002


Abteilung Nephrologie und Rheumatologie Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen engagiert sich



Auch in diesem Jahr veranstaltet die Deutsche Nierenstiftung in Zusammenarbeit mit Ärzten und Patienten-Selbsthilfevereinigungen eine schon zur Tradition gewordene bundesweit vom 14. bis zum 20. Oktober ausgerichtete Nierenwoche. Ziel dieser Woche ist es, die Bevölkerung über Nierenerkrankungen und die guten Möglichkeiten, Nierenerkrankungen durch frühzeitige Erkennung und Behandlung vorzubeugen, zu informieren. Das zentrale Thema heißt " Wenn die Nieren versagen...". Die Abteilung Nephrologie und Rheumatologie der Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin (Leiter Prof. Dr. Gerhard Anton Müller) engagiert sich mit folgenden Aktionen:



Info- und Servicestand
Blutdruckmessung, Informationsmaterial, Computer-Präsentation

Montag, 14. Oktober 2002 von 9 bis 15 Uhr
Haupteingangshalle Klinikum, Robert-Koch-Str. 40

Nähere Informationen zu den Themen Niere - Hochdruck - Diabetes erhalten Sie zudem bei Ihrem niedergelassenen Nephrologen oder unter der Service-Rufnummer 0551/39 - 95 39 während der

Service-Telefon-Aktion:
Dienstag, 15. Oktober und Donnerstag, 17. Oktober 2002
jeweils von 14 bis 16 Uhr
Tel.: 0551/39 - 95 39

In Deutschland leben derzeit über 50.000 Menschen, die sich einer intensiven Nierenersatztherapie (Dialyse) unterziehen müssen, um zu überleben. Eine Dialysebehandlung kann aber nur teilweise die komplexe Funktion der Nieren übernehmen. Neben dem zeitlichen Aufwand (dreimal wöchentlich vier bis fünf Stunden in einer Klinik oder einem Dialysezentrum an einem Dialysegerät oder viermal täglich Dialysesitzungen zuhause bei der Bauchfelldialyse) müssen die Patienten eine strenge Diät einhalten und dürfen auch nur sehr eingeschränkt Flüssigkeiten trinken.

Die wichtigste Ursache des chronischen Nierenversagens ist der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). In Deutschland leben etwa vier Millionen Diabetiker sowie zusätzlich schätzungsweise zwei Millionen Menschen, die Diabetes haben, der noch nicht diagnostiziert ist. Durch dauerhaft hohen Blutzucker können im Laufe der Zeit die Nieren ernsthaft geschädigt werden. Nierenkranke und Diabetiker leiden zudem überproportional häufig an Bluthochdruck (arterieller Hypertonie), der ebenfalls, über Jahre schlecht oder gar nicht therapiert, zu einer deutlichen Einschränkung der Nierenfunktion führen kann. Ein einfacher Test, die Überprüfung des Urins auf Eiweiß, zeigt eine frühe Beeinträchtigung der Nieren durch die beiden Erkrankungen an. Die Eiweißausscheidung im Urin sollte deshalb regelmäßig kontrolliert werden.

Der Bluthochdruck spielt ebenfalls eine überaus wichtige Rolle auch bei den meisten anderen Nierenerkrankungen. Viele Patienten wissen gar nicht um ihren Bluthochdruck. Ähnlich ist es bei der Zuckerkrankheit, auch hier ist die Erkrankung oft nicht bekannt. Deshalb ist auf die besondere Bedeutung von regelmäßigen Blutdruckmessungen und bei erhöhten Werten einer automatischen 24-Stunden-Bludruckmessung zur Aufzeichnung auch nächtlicher und frühmorgendlicher Blutdruckspitzen hinzuweisen. Neben nicht medikamentösen Maßnahmen wie Gewichtsabnahme, regelmäßigem Ausdauersport, Verminderung des Alkoholkonsums und Nikotinverzicht kommt es gerade beim Diabetiker auf die richtige Wahl des Hochdruckmittels an; dann können das Auftreten von Schäden an den Nieren oder deren Fortschreiten verhindert werden.

Eine rechtzeitige Erkennung und optimale Behandlung des Diabetes und insbesondere der arteriellen Hypertonie kann also viel Leid der Patienten und hohe Kosten für die Gesellschaft vermeiden. In der Nierenwoche finden in vielen Städten in ganz Deutschland, von Flensburg und Rostock im Norden bis Lindau im Süden, Informationsveranstaltungen zu diesem und anderen Themen in Bezug auf Nierenerkrankungen statt.


Weitere Informationen:

Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Abt. Nephrologie und Rheumatologie
Dr. Egbert Schulz
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Tel.: 0551/39 - 2720

Rita Wilp | idw

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