Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Laser gegen Lebermetastasen

25.09.2002


4. Interventionelles MRT-Symposium:


Vom 27. bis 28. September findet im Renaissance-Hotel Leipzig das 4. Interventionelle MRT-Symposium mit Teilnehmern renommierter Forschungseinrichtungen aus der ganzen Welt, u. a. aus den USA, Großbritannien und Japan, statt.


Tagungsleiter ist Prof. Thomas Kahn, Direktor der Klinik und Poliklinik für Diagnostische Radiologie der Universität Leipzig, der bei der Gestaltung des Programms eng mit Prof. Ferenc A. Jolesz von der Harvard Medical School und Prof. Jonathan S. Lewin von den University Hospitals of Cleveland, beide USA, zusammenarbeitete.

"Unser Symposium hat sich zu einer der weltweit führenden wissenschaftlichen Veranstaltungen entwickelt, auf der die neuesten Forschungsergebnisse der interventionellen Magnetresonanztomographie (MRT) auf der Tagesordnung stehen", konstatiert Prof. Kahn. "Auch wir in Leipzig haben einiges dazu beizusteuern. Die Leipziger Neurochirurgen unter Prof. Jürgen Meixensberger z.B. können dank der zeitgleichen Kontrolle am offenen MRT einen Hirntumor sehr viel genauer und umfassender operieren als üblich." Der offene Magnetresonanztomograph ermöglicht bekanntlich operative Eingriffe, die gleichzeitig am Bildschirm verfolgt werden können.


Gute Ergebnisse werden auch im Bereich der vaskulären Interventionen unter MRT-Kontrolle erzielt. Das sind Eingriffe in das Gefäßsystem, z.B. das Einbringen von Gefäßprothesen, den sogenannten Stents. Deren scherengitterartige Struktur entfaltet sich nach dem Einbringen in ein Blutgefäß und dehnt Verengungen der Gefäße auf. Der Patient ist dabei im Gegensatz zu vergleichbaren Eingriffen mit Geräten, die auf der Basis von Röntgenstrahlen arbeiten, keinerlei Strahlenbelastung ausgesetzt. Weitere Vorteile dieses Verfahrens sind außerdem, dass die Gefäßwände abgebildet werden können und die Flussgeschwindigkeit des Blutes gemessen werden kann - alles während desselben Eingriffes.

Besonders wichtig für den behandelnden Arzt aber ist die Möglichkeit der genauen Charakterisierung der arteriosklerotischen Plaques bereits während des Eingriffes, was bei einer Angiographie nicht möglich ist. Mit dem MRT läßt sich erkennen, ob die Plaques mit einer Bindegewebsschicht bedeckt und daher relativ stabil ist oder ob sie relativ locker eingelagert ist und die Gefahr besteht, dass sie abreißt (vulnerable Plaques). Dann ist z.B. die Emboliegefahr sehr groß und der Arzt muss zu weiterführenden Maßnahmen greifen. Für den Patienten bedeutet das mehr Sicherheit und größere Schonung, da zusätzliche Eingriffe vermieden werden können. Die vaskulären Interventionen unter MRT-Kontrolle stehen kurz vor ihrer Einführung in die klinische Routine.

Vielversprechende Verfahren zur Tumortherapie sind thermische Therapieverfahren. Eines davon ist die laserinduzierte interstitielle Thermotherapie, die zur Entfernung von Lebermetastasen eingesetzt werden kann. Da chirurgische Eingriffe den ohnehin geschwächten Patienten noch mehr belasten, stellt die Lasertherapie eine Alternative dar, die vom Fachmann eingesetzt, relativ komplikationsarm und schonend ist. Dazu wird mit einem speziellen Applikator über einen Laser-Licht-Leiter das Laserlicht direkt in den Tumor eingeleitet. Dort koaguliert (verödet) das Krebsgewebe, das besonders empfindlich auf Wärme reagiert, und die Krebszellen sterben ab. Mit dieser Methode konnte am Universitätsklinikum Leipzig bereits vielen Patienten geholfen werden.

Auf einem ähnlichem Prinzip beruht die sogenannte fokussierte Ultraschalltherapie, über deren Ablauf und deren Einsatzmöglichkeiten u.a. Prof. Jolesz auf dem Symposium berichten wird. Hier läßt man gebündelte Ultraschallwellen auf den Tumor einwirken, was ebenfalls zu einer enormen Wärmeentwicklung führt mit dem gleichen Effekt wie bei der Lasertherapie. Die amerikanischen Forscher arbeiten zur Zeit daran, die Ablenkung der Ultraschallwellen durch knöchernes Gewebe in ihre Berechnungen mit einzubeziehen, um die fokussierte Ultraschallwellentherapie z. B. bei der Tumortherapie in der Neurochirurgie einsetzen zu können, ohne dass der knöcherne Schädel geöffnet werden muss. Die fokussierte Ultraschallwellentherapie befindet sich allerdings noch im Versuchsstadium.

weitere Informationen: Prof. Dr. Thomas Kahn
Telefon: 0341 97 18100
e-Mail: kahn@medizin.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~radiol

Weitere Berichte zu: Lebermetastase MRT Ultraschallwelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"
20.09.2018 | BusinessForum21

nachricht Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen
20.09.2018 | Jacobs University Bremen gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nervenzellen im menschlichen Gehirn können „zählen“

21.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

CT45 – ein Schlüssel zum langfristigen Überleben beim Eierstockkrebs

21.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Einbahnstraße für das Salz

21.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics