Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von Genen und Menschen

10.06.2002


Lange Nacht der Wissenschaften am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik



Große Erwartungen knüpfen sich an die Ergebnisse der Genomforschung - von der Aufklärung aller Erkrankungen bis zur individualisierten Therapie für jedermann. Was ist wirklich möglich und wo sind die Grenzen der Wissenschaft? Dies ist Thema des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik in Berlin-Dahlem bei der Langen Nacht der Wissenschaften, die am 15. Juni 2002 in mehr als 70 wissenschaftlichen Einrichtungen in Berlin und Potsdam stattfindet. In der Zeit von 17:00 bis 1:00 Uhr öffnen die Mitarbeiter verschiedener Arbeitsgruppen ihre Labore und laden die Besucher ein, sich vor Ort über unterschiedliche Aspekte der Genomforschung zu informieren.

... mehr zu:
»Genomforschung »X-Chromosom


Einer von ihnen ist Dr. Andreas Tzschach, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Molekulare Humangenetik (Leiter: Prof. Dr. Hans-Hilger Ropers). Ropers und seine Mitarbeiter beschäftigen sich mit den Ursachen geistiger Behinderung - ein Problem, welches in unterschiedlichem Schweregrad bei 2,5 % aller neugeborenen Kinder auftritt. Die Ursachen sind in vielen Fällen unbekannt, bei der Mehrzahl der schweren Fälle geht man jedoch von genetisch bedingten Ursachen aus. Ein Großteil der beteiligten Gene wird auf dem X-Chromosom vermutet, einem der beiden Geschlechtschromosomen des Menschen. Von den mehr als 2.000 Genen, die sich nach heutigem Wissensstand auf dem X-Chromosom befinden, werden über 60 von den Wissenschaftlern als relevant bei der Entstehung geistiger Behinderungen angesehen. Um sie zu finden, untersuchen Ropers und seine Kollegen Familien mit mehreren erkrankten Mitgliedern. Aus dem Vergleich des genetischen Materials betroffener und gesunder Angehöriger können die für die Erkrankung verantwortlichen Gene zunächst auf dem Chromosom lokalisiert und schließlich genau charakterisiert werden - der erste Schritt zur eindeutigen Diagnose und Prävention dieser Krankheit.

Grundlegend für die Erforschung der genetischen Ursachen einzelner Krankheiten sind genaue Kenntnisse der beteiligten Gene sowie ihres Zusammenspiels im Organismus. Die Anzahl der Gene und ihrer Produkte, der Proteine, bewegt sich im Bereich mehrerer Zehntausend. Um diese systematisch aufzuklären und in ihrer Gesamtheit zu verstehen, werden neue, auf hohen Durchsatz ausgerichtete Technologien benötigt. Dr. Wilfried Nietfeld aus der Abteilung Analyse des Vertebratengenoms (Leiter: Prof. Dr. Hans Lehrach) beschäftigt sich seit langem mit der Entwicklung solcher Technologien. Zusammen mit seinen Mitarbeitern stellt er den Besuchern der Langen Nacht die Roboter und Automatisierungstechniken vor, die in den letzten Jahren am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik entwickelt wurden.


Weitere Programmpunkte der Langen Nacht am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik:

Edda Klipp
Mathematische Modelle zur Beschreibung der Genexpression

Axel Kowald
Biologie des Alterns

Rainer Spang
Gutartig oder bösartig - die Diagnose aus dem Rechner

Sigmar Stricker
Humane Erbkrankheiten im Tiermodell - vom Mensch zur Maus und zurück

Axel Bethke
Genmanipulation im Fadenwurm C. elegans zur Erforschung von Alterungsprozessen

Martin-Vingron
Bio-Internet-Café

Karl-Georg Lintermann
Knochenentwicklung: Gene und Signalwege

Rudi Lurz
Mikroskopische Vorführung von Makromolekülen

Heinz Himmelbauer
Die Maus in der Genomforschung

Jörg Wadzack
Auf der Spur der Erbsubstanz: Deutsches Humangenomprojekt

Richard Reinhardt
Vorführung der Sequenzierroboter

Alberto Musa
Untersuchung der embryonalen Entwicklung am Beispiel Zebrabärbling

Steffi Weiss
Genetics - Skulpturen und Zeichnungen von Gaby Schulze


Informationen zur Langen Nacht der Wissenschaften am MPI für molekulare Genetik

Dr. Patricia Béziat
Max-Planck-Institut für molekulare Genetik
Ihnestr. 63 - 73
14195 Berlin
Tel.:030-8413 1716
Fax: 030-8413 1671
Email: beziat@molgen.mpg.de


Dr. Patricia Beziat | idw
Weitere Informationen:
http://www.molgen.mpg.de

Weitere Berichte zu: Genomforschung X-Chromosom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht LastMileLogistics Conference in Frankfurt befasst sich mit Lieferkonzepten für Ballungsräume
19.02.2019 | Frankfurt University of Applied Sciences

nachricht Bildung digital und multikulturell: Große Fachtagung GEBF findet an der Uni Köln statt
18.02.2019 | Universität zu Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wasser ist homogener als gedacht

Um die bekannten Anomalien in Wasser zu erklären, gehen manche Forscher davon aus, dass Wasser auch bei Umgebungsbedingungen aus einer Mischung von zwei Phasen besteht. Neue röntgenspektroskopische Analysen an BESSY II, der ESRF und der Swiss Light Source zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Bei Raumtemperatur und normalem Druck bilden die Wassermoleküle ein fluktuierendes Netz mit durchschnittlich je 1,74 ± 2.1% Donator- und Akzeptor-Wasserstoffbrückenbindungen pro Molekül, die eine tetrahedrische Koordination zwischen nächsten Nachbarn ermöglichen.

Wasser ist das „Element“ des Lebens, die meisten biologischen Prozesse sind auf Wasser angewiesen. Dennoch gibt Wasser noch immer Rätsel auf. So dehnt es sich...

Im Focus: Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen

Bislang wurden OLEDS ausschließlich als neue Beleuchtungstechnologie für den Einsatz in Leuchten und Lampen verwendet. Dabei bietet die organische Technologie viel mehr: Als Lichtoberfläche, die sich mit den unterschiedlichsten Materialien kombinieren lässt, kann sie Funktionalität und Design unzähliger Produkte verändern und revolutionieren. Beispielhaft für die vielen Anwendungsmöglichkeiten präsentiert das Fraunhofer FEP gemeinsam mit der EMDE development of light GmbH im Rahmen des EU-Projektes PI-SCALE auf der Münchner LOPEC (19. bis 21. März 2019), erstmals in Textildesign integrierte hybride OLEDs.

Als Anbieter von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik setzt sich das Fraunhofer FEP schon lange mit der...

Im Focus: Light from a roll – hybrid OLED creates innovative and functional luminous surfaces

Up to now, OLEDs have been used exclusively as a novel lighting technology for use in luminaires and lamps. However, flexible organic technology can offer much more: as an active lighting surface, it can be combined with a wide variety of materials, not just to modify but to revolutionize the functionality and design of countless existing products. To exemplify this, the Fraunhofer FEP together with the company EMDE development of light GmbH will be presenting hybrid flexible OLEDs integrated into textile designs within the EU-funded project PI-SCALE for the first time at LOPEC (March 19-21, 2019 in Munich, Germany) as examples of some of the many possible applications.

The Fraunhofer FEP, a provider of research and development services in the field of organic electronics, has long been involved in the development of...

Im Focus: Laserverfahren für funktionsintegrierte Composites

Composites vereinen gewinnbringend die Vorteile artungleicher Materialien – und schöpfen damit zum Beispiel Potentiale im Leichtbau aus. Auf der JEC World 2019 im März in Paris präsentieren die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein breites Spektrum an laserbasierten Technologien für die effiziente Herstellung und Bearbeitung von Verbundmaterialien. Einblicke zu Füge- und Trennverfahren sowie zur Oberflächenstrukturierung erhalten Besucher auf dem Gemeinschaftsstand des Aachener Zentrums für integrativen Leichtbau AZL, Halle 5A/D17.

Experten des Fraunhofer ILT erforschen und entwickeln Laserprozesse für das wirtschaftliche Fügen, Schneiden, Abtragen oder Bohren von Verbundmaterialien –...

Im Focus: Grüne Spintronik: Mit Spannung Superferromagnetismus erzeugen

Ein HZB-Team hat zusammen mit internationalen Partnern an der Lichtquelle BESSY II ein neues Phänomen in Eisen-Nanokörnern auf einem ferroelektrischen Substrat beobachtet: Die magnetischen Momente der Eisenkörner richten sich superferromagnetisch aus, sobald eine elektrische Spannung anliegt. Der Effekt funktioniert bei Raumtemperatur und könnte zu neuen Materialien für IT-Bauelemente und Datenspeicher führen, die weniger Energie verbrauchen.

In heutigen Datenspeichern müssen magnetische Domänen mit Hilfe eines externen Magnetfeld umgeschaltet werden, welches durch elektrischen Strom erzeugt wird....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LastMileLogistics Conference in Frankfurt befasst sich mit Lieferkonzepten für Ballungsräume

19.02.2019 | Veranstaltungen

Bildung digital und multikulturell: Große Fachtagung GEBF findet an der Uni Köln statt

18.02.2019 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Thema Desinformation in Online-Medien

15.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wasser ist homogener als gedacht

20.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Von mobilen Reinräumen und personalisierten Strandschuhen

20.02.2019 | HANNOVER MESSE

Smart Building: Weniger Energieverbrauch, mehr Komfort

20.02.2019 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics