Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cochlear-Implantate

22.03.2002


Nach Ertaubung das Hörvermögen wiedergewinnen
Cochlear-Implantate auch an der Universitäts-HNO-Klinik Ulm
Einladung zur Pressekonferenz auf den 18.4.2002, 15.00 Uhr

Etwa 13,5 Millionen Deutsche leiden an einer chronischen Innenohrschwerhörigkeit. Wenn ein konventionelles Hörgerät bei einer hochgradigen oder an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit nicht mehr in der Lage ist, den Defekt zu kompensieren, kann in bestimmten Fällen ein Cochlear-Implantat das Hörvermögen teilweise wiederherstellen. Die Therapie eignet sich vor allem für Patienten, bei denen die Ertaubung nach Erwerb des Sprachverstehens eingetreten ist. Je jünger die Kinder (nach Herausbildung des Sprachverstehens) zum Zeitpunkt der Implantation sind, desto größer sind die Erfolge. Das Cochlear-Implantat besteht aus einem außen am Kopf zu tragenden Sprachprozessor mit einer Sendespule sowie einem Implantat, dessen Elektrodenbündel im Innenohr liegt.

Weltweit konnten mittlerweile rund 50.000 ertaubte Patienten mit einem Cochlear-Implantat versorgt werden. In den achtziger Jahren wurde dieses Verfahren in Deutschland eingeführt. Seit 1999 wird es auch an der Ulmer Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde praktiziert. Betroffenen Patienten kann damit eine heimatnahe Rehabilitation gewährleistet werden. In einer Voruntersuchung wird zunächst abgeklärt, ob die konventionelle Hörversorgung mit Hörgeräten noch verbesserungsfähig ist. Erst nach Ausschöpfung der konventionellen Möglichkeiten kommt ein Cochlear-Implantat in Betracht. Sodann muß geprüft werden, ob sich der Patient für die Implantation eignet, was voraussetzt, daß der Hörnerv elektrisch stimulierbar ist.

In einer standardisierten Mittelohr-Operation unter Vollnarkose wird das Implantat in die Gehörschnecke eingeführt und das Empfangsteil in den seitlichen Schädelknochen unter die Haut gepflanzt. Der stationäre Aufenthalt beträgt ca. 1 Woche. Nach Abschluß der Wundheilung kann mit der Ersteinstellung des Sprachprozessors und der - bis zu zweijährigen - Übungstherapie begonnen werden. Im Laufe von mehreren Monaten lernt der Patient wieder hören. Die Kosten für die Rehabilitation mit dem Cochlear-Implantat betragen ca. 24.000 Euro zuzüglich 6.000 Euro für die (zweijährige) Rehabilitation.

An der Ulmer Universitäts-HNO-Klinik sollen künftig pro Jahr bis zu 15 Patienten mit einem Cochlear-Implantat versorgt werden. Mittelfristig ist auch die Implantation bei Kindern vorgesehen. Potentielle Implantat-Empfänger können nach Abklärung der Situation mit ihrem Hals-Nasen-Ohren-Arzt zur weiteren Untersuchung einen Termin in der Poliklinik der Universitäts-HNO-Klinik Ulm vereinbaren (Tel. 0731-500-33020).

Zu dem Thema veranstaltet die Universitäts-HNO-Klinik eine Pressekonferenz am

Donnerstag, dem 18. April 2002, 15.00 Uhr
im Konferenzraum der Klinik auf dem Michelsberg.

Die Vertreter der Medien sind dazu herzlich eingeladen.

Peter Pietschmann | idw

Weitere Berichte zu: Universitäts-HNO-Klinik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Analyse internationaler Finanzmärkte
10.12.2019 | Universität Heidelberg

nachricht QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien
04.12.2019 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das feine Gesicht der Antarktis

Eine neue Karte zeigt die unter dem Eis verborgenen Geländeformen so genau wie nie zuvor. Das erlaubt bessere Prognosen über die Zukunft der Gletscher und den Anstieg des Meeresspiegels

Wenn der Klimawandel die Gletscher der Antarktis immer rascher Richtung Meer fließen lässt, ist das keine gute Nachricht. Denn dadurch verlieren die gefrorenen...

Im Focus: Virenvermehrung in 3D

Vaccinia-Viren dienen als Impfstoff gegen menschliche Pockenerkrankungen und als Basis neuer Krebstherapien. Zwei Studien liefern jetzt faszinierende Einblicke in deren ungewöhnliche Vermehrungsstrategie auf atomarer Ebene.

Damit Viren sich vermehren können, benötigen sie in der Regel die Unterstützung der von ihnen befallenen Zellen. Nur in deren Zellkern finden sie die...

Im Focus: Virus multiplication in 3D

Vaccinia viruses serve as a vaccine against human smallpox and as the basis of new cancer therapies. Two studies now provide fascinating insights into their unusual propagation strategy at the atomic level.

For viruses to multiply, they usually need the support of the cells they infect. In many cases, only in their host’s nucleus can they find the machines,...

Im Focus: Cheers! Maxwell's electromagnetism extended to smaller scales

More than one hundred and fifty years have passed since the publication of James Clerk Maxwell's "A Dynamical Theory of the Electromagnetic Field" (1865). What would our lives be without this publication?

It is difficult to imagine, as this treatise revolutionized our fundamental understanding of electric fields, magnetic fields, and light. The twenty original...

Im Focus: Hochgeladenes Ion bahnt den Weg zu neuer Physik

In einer experimentell-theoretischen Gemeinschaftsarbeit hat am Heidelberger MPI für Kernphysik ein internationales Physiker-Team erstmals eine Orbitalkreuzung im hochgeladenen Ion Pr9+ nachgewiesen. Mittels einer Elektronenstrahl-Ionenfalle haben sie optische Spektren aufgenommen und anhand von Atomstrukturrechnungen analysiert. Ein hierfür erwarteter Übergang von nHz-Breite wurde identifiziert und seine Energie mit hoher Präzision bestimmt. Die Theorie sagt für diese „Uhrenlinie“ eine sehr große Empfindlichkeit auf neue Physik und zugleich eine extrem geringe Anfälligkeit gegenüber externen Störungen voraus, was sie zu einem einzigartigen Kandidaten zukünftiger Präzisionsstudien macht.

Laserspektroskopie neutraler Atome und einfach geladener Ionen hat während der vergangenen Jahrzehnte Dank einer Serie technologischer Fortschritte eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Titin in Echtzeit verfolgen

13.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

LogiMAT 2020: Automatisierungslösungen für die Logistik

13.12.2019 | Messenachrichten

Das feine Gesicht der Antarktis

13.12.2019 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics