Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Schlüsselloch-Operationen": gezielter Einsatz mit hohem Erfolg

21.03.2002


Heidelberger Chirurgentagung zur Minimal Invasiven Chirurgie

Schonende, exakte "Schlüsselloch-Operationen" werden künftig die traditionelle Bauchchirurgie immer mehr ersetzen und in neue Bereiche wie Leber- und Bauchspeicheldrüsen-Chirurgie vordringen. Dies ist ein Ergebnis der Tagung der Arbeitsgemeinschaften "Minimal Invasive Chirurgie (MIC)" aus Deutschland, Schweiz, Österreich die vom 21. bis zum 23. März in Heidelberg stattfindet.

Seit gut zehn Jahren wird die MIC eingesetzt, schwerpunktmässig vor allem in spezialisierten Abteilungen großer und auch kleinerer Kliniken, seltener bislang noch in den Universitätsklinika. Nach anfänglicher Euphorie gefolgt von herber Kritik steht nun die wissenschaftliche Bewertung des Verfahrens im Vordergrund. Mittlerweile liegen eine Reihe von Studien vor, die Vor- und Nachteile der MIC wissenschaftlich untersucht und mit traditionellen Verfahren verglichen haben. "In einigen Bereichen haben wir eine solide wissenschaftliche Grundlage für den Einsatz der MIC. In anderen sind wir dabei, die Methode einzuführen und zu prüfen", erklärt Professor Markus Büchler, Leiter der Heidelberger Tagung und Direktor der Chirurgischen Abteilung für Viszeral- und Unfallchirurgie am Heidelberger Universitätsklinikum.

Die Vorteile des schonenden Verfahrens, das auf große Bauchschnitte verzichtet, wirken sich bei den meisten Eingriffen aus: Der Patient hat nach der OP weniger Schmerzen, kann früher aufstehen und ist mit dem kosmetischen Ergebnis zufrieden. Durchgesetzt hat sich bislang vor allem aber nur die Entfernung der Gallenblase mit MIC, da deutlich weniger Komplikationen nach der OP auftreten als bei der herkömmlichen Operation.

Anders dagegen die Entwicklung bei der Operation des Blinddarms und des Leistenbruches: Hier sind die Vorteile der MIC, wie Studien gezeigt haben, nur in bestimmten Fällen so groß, dass sie sich als leistungsfähigeres Verfahren empfiehlt: So profitieren vor allem übergewichtige Blinddarm-Patienten und Frauen von der MIC. Beim Leistenbruch sind es Patienten, die ein besonders hohes Rückfall-Risiko haben.

In der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg wird derzeit ein Schwerpunkt für Minimal Invasive Chirurgie aufgebaut, der einen vielfältigen, aber gezielten Einsatz der schonenden Verfahren ermöglicht. Im besonderen wird der Einsatz der MIC in der onkologischen Chirurgie geprüft. Geplant ist auch der Einsatz eines Operationsroboters, der die Chirurgen bei ihrer Feinarbeit im Bauchraum unterstützt.

Dr. Annette Tuffs | idw

Weitere Berichte zu: Leistenbruch MIC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Wissenschaftliche Tagung zur Gesundheit von Meeressäugern
18.03.2019 | Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

nachricht Tuberkulose - eine der ältesten Krankheiten der Menschheit eliminieren!
15.03.2019 | Robert Koch-Institut

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Oszillation im Muskelgewebe

Wenn ein Muskel wächst oder eine Verletzung in ihm ausheilt, verwandelt sich ein Teil seiner Stammzellen in neue Muskelzellen. Wie dieser Prozess über zwei oszillierend hergestellte Proteine gesteuert wird, beschreibt nun das MDC-Team um Carmen Birchmeier im Fachjournal „Genes & Development“.

Die Stammzellen des Muskels müssen jederzeit auf dem Sprung sein: Wird der Muskel beispielsweise beim Sport verletzt, ist es ihre Aufgabe, sich so rasch wie...

Im Focus: Das Geheimnis des Vakuums erstmals nachweisen

Neue Forschungsgruppe an der Universität Jena vereint Theorie und Experiment, um erstmals bestimmte physikalische Prozesse im Quantenvakuum nachzuweisen

Für die meisten Menschen ist das Vakuum ein leerer Raum. Die Quantenphysik hingegen geht davon aus, dass selbst in diesem Zustand niedrigster Energie noch...

Im Focus: Revealing the secret of the vacuum for the first time

New research group at the University of Jena combines theory and experiment to demonstrate for the first time certain physical processes in a quantum vacuum

For most people, a vacuum is an empty space. Quantum physics, on the other hand, assumes that even in this lowest-energy state, particles and antiparticles...

Im Focus: Test der Symmetrie der Raumzeit mit Atomuhren

Der Vergleich zweier optischer Atomuhren bestätigt ihre hohe Genauigkeit und eine Grundannahme der Relativitätstheorie - Nature-Veröffentlichung

Einstein formulierte in seiner Speziellen Relativitätstheorie die These, die Lichtgeschwindigkeit sei immer und unter allen Bedingungen gleich. Doch diese...

Im Focus: Energieeffizientes Supraleiterkabel für Zukunftstechnologien

Ob für die Anbindung von Windparks, für die Gleichstromversorgung auf Schiffen oder sogar für leichte und kompakte Hochstromleitungen in künftigen vollelektrischen Flugzeugen: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein vielseitiges Supraleiterkabel entwickelt, das auf einfache Weise industriell gefertigt werden kann. Bei moderater Kühlung transportiert es elektrische Energie nahezu verlustfrei.

Supraleiter übertragen elektrischen Strom bei tiefen Temperaturen nahezu verlustfrei – das macht sie für eine ganze Reihe energiesparender Technologien...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Tagung zur Gesundheit von Meeressäugern

18.03.2019 | Veranstaltungen

Tuberkulose - eine der ältesten Krankheiten der Menschheit eliminieren!

15.03.2019 | Veranstaltungen

18. Fachtagung zu Rapid Prototyping

13.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der virtuelle Graue Star

18.03.2019 | Informationstechnologie

Objekt­erkennung für innovative Logistiksysteme

18.03.2019 | Verkehr Logistik

Forscher entwickeln Roboterarme biegsam wie Elefantenrüssel: für große Greifer und kleine Endoskope

18.03.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics