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„Creme zum Anziehen“ in greifbare Nähe gerückt

25.01.2002


Textilien, die heilende Substanzen enthalten – diese Vision könnte laut einem Bericht des Wissensmagazins P.M. vom Mittwoch schon bald in Erfüllung gehen.

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Die Bio-Textilien sollen während des Tragens eine therapeutische Wirkung entfalten. Dafür werden bioaktive Stoffe auf oder in die Textilfasern eingebracht. Dies geschieht entweder durch Einlagerung während des Spinnens oder durch späteres Imprägnieren. Hautfeuchtigkeit und Körperwärme setzen die Heilstoffe dann beim Tragen der Textilien frei.


Die zu Grunde liegende Idee entspreche einem Nikotinpflaster, erläutert Dr. Maximilian Swerev, Chemiker und Leiter des Hohensteiner Kompetenzzentrums Medizintextilien. Die Kleidungsstücke können seiner Ansicht nach mit ganz unterschiedlichen Wirkstoffen, ja sogar mit Vitaminen „beladen“ werden. Eine „Creme zum Tragen“ für Neurodermitis-Patienten könnte Wirkstoffe wie hautbefeuchtenden und antibakteriell wirksamen Harnstoff oder entzündungshemmende Kortikoide abgeben. In der Entwicklung befindet sich auch eine „intelligente Wundtextilie“, die bei Verletzungen für eine rasche Heilung sorgen soll. Denkbar sei sogar das „Einnähen“ von Langzeit-Therapeutika, die etwa Diabetes oder Schlafstörungen bekämpfen.



Vom 11. bis 13. April 2002 findet in Weimar die erste europäische Konferenz über Textilien und die menschliche Haut statt. Gemeinsamer Veranstalter sind die Klinik für Dermatologie und dermatologische Allergologie der Friedrich Schiller Universität, Jena, und das internationale Textilforschungszentrum Hohensteiner Institute, Bönnigheim. Erklärtes Ziel der Konferenz ist es, den interdisziplinären Austausch zwischen Dermatologen und Textilwissenschaftlern zu fördern, um dadurch die Sicherheit und Wirkung von Textilien für die menschliche Haut zu verbessern. Denn bisherige Visionen wie die „Creme zum Anziehen“ sind nach Ansicht der Veranstalter aus technischer Sicht in greifbare Nähe gerückt. Sie können dem Patienten jedoch nur dann wirksam helfen, wenn Mediziner und Textilforscher noch stärker als bisher voneinander lernen und ihr Wissen gezielt bündeln.

mc | Wissensmagazin P.M.

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