Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Qualitäts-Sicherung soll Zahl der Röntgenuntersuchungen reduzieren

10.02.2008


Eine konsequente Qualitätssicherung, strengere Indikationsstellungen sowie der Einsatz moderner Technik kann die Zahl der Röntgenuntersuchungen in Deutschland reduzieren. Dies betonen Experten auf dem Deutschen Röntgenkongress, der vom 23.-26. Mai in Wiesbaden stattfindet.


(Wiesbaden) In Deutschland steht zur Zeit die Novellierung der Röntgenverordnung an. "Ein Grund dafür", so Professor Ulrich Mödder, Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft, "ist die im europäischen Vergleich deutlich höhere Zahl von Röntgenuntersuchungen." Während hier zu Lande Mitte der 90er Jahre 1,24 Röntgenuntersuchungen pro Kopf der Bevölkerung registriert wurden, kamen beispielsweise Schweden, Dänen, Niederländer oder Briten mit weniger als der Hälfte aus.

Im Jahr 1994 lag die Gesamtzahl der jährlichen ambulanten Röntgenuntersuchungen, die mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet wurden, in Deutschland bei 83,15 Millionen, im Jahr 1997 bei 83,4 Millionen. Dies belegt eine Untersuchung des Instituts für Strahlenhygiene des Bundesamtes für Strahlenschutz, die auf dem Röntgenkongress präsentiert wird.


Allerdings nehmen Radiologen nur 21 Prozent der Untersuchungen vor, so genannte Teilgebiets-Radiologen, etwa Orthopäden, Internisten und Chirurgen, hingegen 79 Prozent. Dies belegen andere Erhebungen. Der Grund für dieses Ungleichgewicht ist die "Selbstüberweisung". Während der Radiologe nur dann tätig wird, wenn ein anderer Arzt die Untersuchung anordnet und ihm den Patienten dazu überweist, ordnen Teilgebiets-Radiologen die Untersuchung nicht nur an, sondern führen sie auch durch - und rechnen entsprechend ab.

"Durch konsequente Qualitätssicherungsmaßnahmen", formuliert Mödder die Position der Deutschen Röntgengesellschaft, "könnte die Zahl der Röntgenuntersuchungen deutlich reduziert werden." So sank in den USA nach Einführung von Leitlinien zur Qualitätssicherung die Zahl der von Radiologen erbrachten Untersuchungen um sechs Prozent und die der Teilradiologen sogar um 63 Prozent. "In Deutschland ließen sich durch solche Maßnahmen und eine strengere Indikationsstellung ähnliche Verbesserungen erzielen", vermutet Mödder.

Durch Gründung und Ausbau der Akademie für radiologische Fort- und Weiterbildung, die bei anderen Facharzt-Gruppen sowie im europäischen Ausland inzwischen starke Beachtung findet, ist die Deutsche Röntgengesellschaft inzwischen für solche Aktivitäten bestens gerüstet.

Auch eine möglichst rasche Einführung digitaler Bildsysteme sowie der elektronische Austausch von Bilddaten dürfte nach Meinung der Deutschen Röntgengesellschaft die Strahlenbelastung und Zahl der Untersuchungen weiter vermindern.

Wenig verspricht sich Mödder hingegen von einer Ausweitung anderer bildgebender Verfahren, die keine ionisierenden Strahlen benötigen: Schon jetzt liegt die Bundesrepublik bei den Ultraschall-Untersuchungen international an der Spitze. Die Kosten dafür belaufen sich jährlich auf fünf Milliarden Mark. "Eine weitere Steigerung", so Mödder, "ist ökonomisch nicht mehr zu verantworten und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht von Nutzen für die Patienten." Auch ein Ersatz der Computer-Tomographie durch die Magnetresonanz-Tomographie, die einige Arztgruppen anstreben, würde nach Meinung des DRG-Präsidenten wohl eher zu einer unkalkulierbaren Mengenausweitung der Leistungen als zu einer gezielten Reduktion der Strahlenexposition genutzt.

Pressekonferenz
Deutscher Röntgenkongress 2001
22. Mai 2001
11.00 Uhr, Saal 1a, Ebene I
Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden
Eingang über: "Atrium", Rheinstr. 20


Pressestelle: Barbara Ritzert; ProScientia GmbH, Andechser Weg 17, 82343 Pöcking
Tel.: 08157/93 97-0; Fax: 08157/93 97-97; E-Mail: ritzert@proscientia.de

Während der Tagung 23. - 26. Mai 2001:
Regine Schulte Strathaus, Rhein-Main-Hallen,
Büro Nr. 3, Ebene 1
Tel.: 0611/144-203; Fax: 144-403


Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Ulrich Mödder
Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft
Direktor des Instituts für Diagnostische Radiologie
der Heinrich-Heine-Universität
Moorenstraße 5
40225 Düsseldorf
Tel.: 0211-8117752; Fax: 0211-8116145
E-Mail: moedder@med.uni-duesseldorf.de

Dipl. Biol. Barbara Ritzert | idw

Weitere Berichte zu: Radiologie Röntgengesellschaft Röntgenuntersuchung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation
14.08.2018 | Hochschule Bochum

nachricht EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt
13.08.2018 | Universität zu Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Helfer bei der Zellreinigung

14.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe

14.08.2018 | Materialwissenschaften

Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb

14.08.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics