Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Durchbruch in der Behandlung schwerer Blutvergiftungen - Intensivmediziner tagen in Jena

06.02.2001


Die Sterblichkeit bei schweren Blutvergiftungen kann mit neuartigen Wirkstoffen erheblich gesenkt werden. Das ist das Ergebnis bisher nicht veröffentlichter internationaler Studien, die erstmals in Europa auf dem 3. Internationalen Jenaer Symposium "Theorie und Praxis der Anästhesiologie und Intensivtherapie" präsentiert werden.

Der Kongress unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Konrad Reinhart findet vom 14. bis 17. Februar 2001 auf dem Carl-Zeiss-Campus statt.

Sepsis, auch schwere Blutvergiftung genannt, ist trotz aller medizinischen Fortschritte noch immer die Haupttodesursache von Patienten nach schweren Unfällen, großen operativen Eingriffen und aggressiven Krebstherapien. Kommt es infolge von Infektionen mit Bakterien oder Pilzen zur Blutvergiftung, werden alle Organe des Körpers beeinträchtigt und können im schlimmsten Fall versagen.

Seit etwa 15 Jahren laufen die Bemühungen in der Grundlagen- und der klinischen Forschung, zusätzlich zur Behandlung mit Antibiotika neue Medikamente zur Bekämpfung schwerer Infektionen zu entwickeln. Doch trotz Investitionen von mehreren Milliarden Dollar seitens der forschenden Pharmaindustrie ist erst jetzt zeitgleich mit mehreren neuen Wirkstoffen ein Durchbruch gelungen.

Eine der vielversprechenden Substanzen greift in die gestörte Blutgerinnung ein, zu der es bei Sepsis kommt. Eine andere Möglichkeit, die Sterblichkeit durch Blutvergiftungen zu senken, ist die Behandlung mit Antikörpern gegen den körpereigenen Stoff Tumornekrosefaktor. Außerdem kann durch gezielten Einsatz von Hydrocortison die Überlebensrate beim septischen Schock deutlich verbessert werden.

Der Jenaer Mediziner Konrad Reinhart war bzw. ist bei einer Reihe der auf dem Symposium vorgestellten internationalen Studien verantwortlicher Leiter für Europa und hat in den vergangenen 15 Jahren wesentlich zur Entwicklung und klinischen Prüfung neuer Therapie- und Diagnoseverfahren beigetragen.

Er wird als Präsident der Jenaer Tagung zusammen mit seinem Stellvertreter, Priv.-Doz. Dr. Andreas Meier-Hellmann und dem verantwortlichen Organisator des parallel stattfindenden Pflegesymposiums, Ingo Kühn, zu den Studien und weiteren Themen des Kongresses in einer Pressekonferenz Auskunft geben. Sie findet statt am kommenden Montag, den 12.02. um 12.00 Uhr im Konferenzraum in der 1. Etage der Chirurgischen Klinik, Bachstraße 18, 07740 Jena.

Mehr als 650 Teilnehmer aus zehn Nationen werden zu dem wissenschaftliche Symposium und den assoziierten Kongress für Intensivpflegekräfte, der von der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege unterstützt wird, in Jena erwartet. Das Spektrum reicht von Infektiologen, Hygienikern, Mikrobiologen, Immunologen und Vertretern der forschenden Pharmindustrie aus den USA und Europa bis zu Intensivmedizinern aller Fachgebiete.

Zahlreiche Workshops und Tutorien, die teilweise in Kooperation mit dem Institut für Anatomie (Oberärztin Dr. Rosemarie Fröber und Prof. Werner Linß) stattfinden, bieten die Möglichkeit zu praktischen Übungen an Modellen und anatomischen Präparaten. Auf dem Pflegesymposium werden aktuelle Themen wie Lagerungstherapie bei postoperativem Lungenversagen oder nach schwerem Trauma ebenso diskutiert wie die Problematik von Wahrnehmungsstörungen beim Intensivpatienten. Außerdem stehen die Möglichkeiten der so genannten basalen Stimulation und der Aromatherapie auf der Tagesordnung. Würdevolles Sterben auf Intensivstationen und die psychologische Belastung des Intensivpflegepersonals sind weitere Themenschwerpunkte.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Konrad Reinhart


Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Tel.: 03641/ 93 30 41 oder 93 33 07, Fax: 9 33256

E-Mail: konrad.reinhart@med.uni-jena.de

Susanne Liedtke
Friedrich Schiller Universität
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Fürstengraben 1
07743 Jena
Tel: 03641/ 93 10 40
Fax: 03641/ 93 10 42
E-mail: Susanne.Liedtke@uni-jena.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Susanne Liedtke | idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics