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Strom und Trinkwasser mit geothermischer Energie: Wirtschaft trifft Wissenschaft

07.02.2001


Zu einer festen Institution möchte das European Geothermal Energy Council/EGEC, der europäische geothermische Wirtschaftsverband, seine jährlichen Seminare ausbauen. Hier treffen sich Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft um neue Entwicklungen zu diskutieren oder anzustoßen, Erfahrungen auszutauschen, Projekte auf den Weg zu bringen. Das erste Seminar

Strom und Trinkwasser mit geothermischer Energie: Wirtschaft trifft Wissenschaft

Zu einer festen Institution möchte das European Geothermal Energy Council/EGEC, der europäische geothermische Wirtschaftsverband, seine jährlichen Seminare ausbauen. Hier treffen sich Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft um neue Entwicklungen zu diskutieren oder anzustoßen, Erfahrungen auszutauschen, Projekte auf den Weg zu bringen. Das erste Seminar in Ferrara 1999 befasste sich vor allem mit dem Stand der Dinge, den Trends und Perspektiven im Bereich der Wärme- und Kälteversorgung. Die Themen der diesjährigen Veranstaltung drehen sich um die Bereiche Stromproduktion und Trinkwassergewinnung mit geothermischen Ressourcen und Verfahren. Treffpunkt wird dieses Mal vom 8.-9. März die oberösterreichische Kommune Altheim sein. Die meisten der rund 4500 Einwohner der Gemeinde werden seit mehr als 10 Jahren mit Wärme aus einer Thermalwasserbohrung versorgt, deren Temperaturniveau von 106 °C nun auch in einem Politprojekt für die Stromproduktion genutzt werden wird. Dafür wurde von einem italienischen Unternehmen eine neue Turbine entwickelt, die im Organic Rankine Prozess arbeitet. Das Projekt, wie auch die Veranstaltung, werden durch die Europäische Union gefördert.

Neben diesem Turbinenkonzept werden aber auch weitere Kraftwerkslinien vorgestellt und diskutiert, etwa solche, wie sie derzeit auf den Azoren zum Einsatz kommen oder eine amerikanisch-deutsche Koproduktion, die kürzlich im isländischen Husavik ihre europäische Premiere erlebte. Die Erfolge der europäischen Hot-Dry-Rock-Forschungsgruppe werden in der Szene heiß diskutiert und scheinen nun auch in kommerziellen Anlagenplanungen ihren Niederschlag zu finden. Zwei Vorträge befassen sich mit diesem Themenkomplex.

Noch relativ neu hängt am geothermischen "Schwarzen Brett" das Problem Trinkwassergewinnung bzw. Meerwasserentsalzung. Hier gibt es interessante technische Strategien und ein Projekt auf der griechischen Insel Milos. Sauberes Trinkwasser zu sozial und wirtschaftlich akzeptablen Rahmenbedingungen mit geothermischen Methoden nachhaltig zu produzieren, das ist eines der Ziele, die von Wirtschaft und Wissenschaft in den nächsten Jahren gemeinsam verfolgt werden. Die Geothermie könnte Lösungen anbieten, die helfen, dieses Problem langfristig zu bewältigen.

Keine Angst vor dem Ende des Ölzeitalters? Wasserstoff wird als Treibstoff der Zukunft gehandelt. Um ihn herzustellen braucht es aber erst einmal des Einsatzes von Energie. Diese könnte überall auch geothermisch bereit gestellt werden. Die Projektskizze einer "geothermischen Wasserstofftankstelle" soll dazu erste Hinweise und Ideen liefern. Sie wird erstmals in Altheim der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Teilnahme an dem Seminar ist kostenlos. Programm, Veranstaltungshinweise und Anmeldeformular finden sich im Internet-Portal Geothermal Networks unter der URL www.geothermie.de.

Dort finden Sie auch weitere, ständig aktualisierte Informationen zu allen Breichen der Geothermie. Sie können sich in den Verteiler unseres e-mail-Newsletters geothermie.de aufnehmen lassen, das Sie wöchentlich in Schlagzeilen kurz über die aktuellen Themen der Homepage informiert und mit aktuellen Entwicklungen aus dem Bereich der Geothermie versorgt.

Werner Bussmann | idw

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