Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prostata-Krebs: Neue Erkenntnisse vorgestellt

14.05.2001


Ärztetagung in der Mildred-Scheel-Akademie

Am Samstag, dem 11. Mai 2001, trafen sich in der Mildred-Scheel-Akademie Experten und interessierte Ärzte zum Erfahrungsaustausch über das Prostata-Karzinom. Fazit der Fortbildungsveranstaltung: Zwar wurden in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht bei der Diagnostik und Therapie dieser Erkrankung, doch bislang gibt es noch keine einheitlich gute Betreuung der betroffenen Patienten. "Die neuen Erkenntnisse der Wissenschaft müssen so schnell wie möglich zum Nutzen der Erkrankten umgesetzt werden", forderte Professor Dr. Rolf
Ackermann, Düsseldorf, der die Ärztetagung der Deutschen Krebshilfe leitete.

Dieter H. aus Siegen, ein 54-jähriger Hausarzt, fühlte sich bis zum letzten Herbst immer fit und gesund. Bei einer Routine-Blutuntersuchung ließ er das Prostata-spezifische Antigen (PSA) bestimmen und erfuhr, dass dieser Wert bei ihm stark erhöht war. Zunächst dachte er an eine gutartige Prostata-Vergrößerung, doch die Gewebe-Entnahme ergab die niederschmetternde Diagnose: Prostata-Krebs. Es folgten zwei Operationen und eine Hormontherapie, die er wegen der Nebenwirkungen kurz nach Neujahr abbrach. Nun ist sein PSA-Wert wieder angestiegen, seine Potenz ist nach wie vor gestört, und Dieter H. fragte die urologischen Experten, die sich in Köln zur Fortbildungsveranstaltung "Was bedeutet zeitgemäße Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms?" getroffen hatten: "Was soll ich jetzt tun?"

Rund 30.000 deutsche Männer werden Jahr für Jahr so wie Dieter H. mit der Diagnose Prostatakrebs konfrontiert. Viele von ihnen kommen erst dann zum Arzt, wenn sie Beschwerden wie Blasenentleerungsstörungen

... mehr zu:
»PSA-Wert »Urologie

oder Rückenschmerzen haben. In diesen Fällen ist die Krebserkrankung zumeist schon fortgeschritten und es liegen möglicherweise schon Tochtergeschwülste (Metastasen) in den Knochen vor. Wird der Tumor jedoch früher erkannt, beispielsweise durch eine jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung, bei der der Arzt die Prostata vom Enddarm her abtastet, so ist die Heilungschance deutlich höher.

Besteht der Verdacht auf ein Prostatakarzinom, so sollte zunächst eine Gewebe-Entnahme (Biopsie) durchgeführt werden. Diese muss sich an den Qualitäts-Vorgaben der Pathologen orientieren: "Je mehr Proben entnommen werden und je besser sie schon vor Ort aufbereitet werden, desto höher ist die Treffsicherheit", erläuterte Dr. Richard Berges von der Urologischen Klinik des Marienhospitals, Herne. Die Ergebnisse der Gewebe-Untersuchung erlauben zusammen mit der Auswertung einer Ultraschalluntersuchung sowie der Bestimmung des PSA-Wertes eine Aussage darüber, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Krebserkrankung noch auf die Vorsteherdrüse beschränkt ist.

Die Entscheidung für die am besten geeignete Therapie sollte dann gemeinsam von Arzt und Patient getroffen werden. Ein vertrauensvolles Gespräch über die verschiedenen Möglichkeiten erleichtert diese Entscheidung erheblich. "Die Zeit, sich sachkundig zu machen, ist eigentlich immer vorhanden", berichtete Ulrich Grosche vom Bundesverband der Prostataselbsthilfe e.V., Dortmund, aus eigener Erfahrung. "Die Therapie-Entscheidung muss immer an den individuellen Krankheitsverlauf angepasst sein. Jeder Patient sollte sich mit seinem Arzt darüber klar werden, welche Nebenwirkungen er bereit ist zu ertragen", betonte Professor Dr. Herbert Rübben, Urologische Klinik des Universitätsklinikums Essen.

Die Behandlung des Prostata-Karzinoms ist möglich durch Operation, Strahlen-, Hormon- und Chemotherapie. "Einen Tumor, der noch auf die Prostata begrenzt ist, können wir durch die radikale Operation oder durch eine Strahlenbehandlung heilen", betonte Dr. Oliver Hakenberg von der
Urologischen Klinik der Carl-Gustav-Carus Universität Dresden. Die Hormon- und die Chemotherapie werden eingesetzt, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Daneben gibt es noch eine Reihe von Verfahren, die der biologischen Krebstherapie zuzuordnen sind. Dazu gehören die Behandlungsmethode nach Leibowitz (Hormonblockade) oder die Einnahme von Kräutermischungen als Tee oder Kapsel. Diese Verfahren sind wissenschaftlich jedoch noch nicht ausreichend gesichert. "Diese Methoden können den Prostatakrebs nicht heilen und sollten daher allenfalls ergänzend zu den bewiesenen Therapieverfahren eingesetzt werden", forderte Professor Dr. Rüdiger Heicappell von der Urologischen Klinik am Klinikum Benjamin Franklin, Berlin.

Dieter H. nahm aus Köln die Empfehlung mit, zunächst regelmäßig seinen PSA-Wert kontrollieren zu lassen und bei einem stärkeren Anstieg dieses Wertes erneut mit der Hormonbehandlung zu beginnen.

Interviewpartner auf Anfrage!

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. med. Eva M. Kalbheim-Gapp |

Weitere Berichte zu: PSA-Wert Urologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Wissenschaftliche Tagung zur Gesundheit von Meeressäugern
18.03.2019 | Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

nachricht Tuberkulose - eine der ältesten Krankheiten der Menschheit eliminieren!
15.03.2019 | Robert Koch-Institut

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Oszillation im Muskelgewebe

Wenn ein Muskel wächst oder eine Verletzung in ihm ausheilt, verwandelt sich ein Teil seiner Stammzellen in neue Muskelzellen. Wie dieser Prozess über zwei oszillierend hergestellte Proteine gesteuert wird, beschreibt nun das MDC-Team um Carmen Birchmeier im Fachjournal „Genes & Development“.

Die Stammzellen des Muskels müssen jederzeit auf dem Sprung sein: Wird der Muskel beispielsweise beim Sport verletzt, ist es ihre Aufgabe, sich so rasch wie...

Im Focus: Das Geheimnis des Vakuums erstmals nachweisen

Neue Forschungsgruppe an der Universität Jena vereint Theorie und Experiment, um erstmals bestimmte physikalische Prozesse im Quantenvakuum nachzuweisen

Für die meisten Menschen ist das Vakuum ein leerer Raum. Die Quantenphysik hingegen geht davon aus, dass selbst in diesem Zustand niedrigster Energie noch...

Im Focus: Revealing the secret of the vacuum for the first time

New research group at the University of Jena combines theory and experiment to demonstrate for the first time certain physical processes in a quantum vacuum

For most people, a vacuum is an empty space. Quantum physics, on the other hand, assumes that even in this lowest-energy state, particles and antiparticles...

Im Focus: Test der Symmetrie der Raumzeit mit Atomuhren

Der Vergleich zweier optischer Atomuhren bestätigt ihre hohe Genauigkeit und eine Grundannahme der Relativitätstheorie - Nature-Veröffentlichung

Einstein formulierte in seiner Speziellen Relativitätstheorie die These, die Lichtgeschwindigkeit sei immer und unter allen Bedingungen gleich. Doch diese...

Im Focus: Energieeffizientes Supraleiterkabel für Zukunftstechnologien

Ob für die Anbindung von Windparks, für die Gleichstromversorgung auf Schiffen oder sogar für leichte und kompakte Hochstromleitungen in künftigen vollelektrischen Flugzeugen: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein vielseitiges Supraleiterkabel entwickelt, das auf einfache Weise industriell gefertigt werden kann. Bei moderater Kühlung transportiert es elektrische Energie nahezu verlustfrei.

Supraleiter übertragen elektrischen Strom bei tiefen Temperaturen nahezu verlustfrei – das macht sie für eine ganze Reihe energiesparender Technologien...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Tagung zur Gesundheit von Meeressäugern

18.03.2019 | Veranstaltungen

Tuberkulose - eine der ältesten Krankheiten der Menschheit eliminieren!

15.03.2019 | Veranstaltungen

18. Fachtagung zu Rapid Prototyping

13.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der virtuelle Graue Star

18.03.2019 | Informationstechnologie

Objekt­erkennung für innovative Logistiksysteme

18.03.2019 | Verkehr Logistik

Forscher entwickeln Roboterarme biegsam wie Elefantenrüssel: für große Greifer und kleine Endoskope

18.03.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics