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Krankheit in einer alternden Gesellschaft

03.06.2008
Erstes Geriatrie-Symposium am 4. Juni am UKJ zu Aufgaben der Altersmedizin

Das Leben in einer alternden Gesellschaft lässt Alter zu einem immer wichtigeren Thema werden. Die wachsende Zahl Älterer und hochaltriger Menschen stellt alle Bereiche vor neue Herausforderungen - ganz besonders spürbar wird dies in der Medizin: Viele Krankheiten sind alterstypisch und mit der Zahl der Betagten steigen die Patientenzahlen. Doch hochbetagte Kranke stellen zum Teil andere Anforderungen an Medizin und Pflege, brauchen eine andere Betreuung, um wieder alltagsfit zu werden.

Diese andere Art der Behandlung bietet die Geriatrie. In der Altersmedizin steht der alte Patient im Mittelpunkt, bei dem es nicht nur darum geht, die Gesundheit zu erhalten oder zu stabilisieren, sondern vor allem einer Einschränkung der Bewegungs- und Handlungsfreiheit als Folge der Erkrankung vorzubeugen. Die damit verbundenen vielfältigen Aufgaben sind das Thema des ersten Geriatrie-Symposium am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Am 4. Juni lädt die zum Jahresanfang eröffnete Klinik für Geriatrie zur Tagung "Facetten der Geriatrie" ein, um die Möglichkeiten moderner Altersmedizin vorzustellen.

"Dazu gehört die Auseinandersetzung mit altersspezifischen Problemen wie Stürzen, Schmerzlinderung und dem Umgang mit einer Vielzahl paralleler Erkrankungen und damit vielen Medikamenten", erklärt Dr. Anja Kwetkat, kommissarische Direktorin der Jenaer Klinik für Geriatrie. "Wie können wir dem vorbeugen, dass alte Menschen durch Erkrankungen in ihrem Bewegungsspielraum eingeschränkt werden? Was können wir tun, um wiederholte Krankenhausaufenthalte zu verhindern? All das sind Fragen, die uns in der Geriatrie beschäftigen", so Kwetkat.

Dabei setzen die Altersmediziner auf eine ganzheitliche Betrachtung ihrer Patienten und auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten, spezieller Pflege und Therapeuten, wie dies in der 39-Betten-Klinik am UKJ vorgelebt wird. "Seit der Eröffnung der Klinik sind wir voll ausgelastet", sagt Dr. Anja Kwetkat. "Der Bedarf ist da und er ist groß. Allein können wir ihn nicht abdecken, so dass eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen eine unserer wichtigsten Stützen ist." Diese weiter auszubauen, ist eines der Ziele von Dr. Kwetkat. "Mit dem Symposium möchten wir die Basis schaffen für eine partnerschaftliche Herangehensweise an die vor uns liegenden Aufgaben."

Dass dies notwendig sein wird, dafür sprechen die Zahlen der Bevölkerungsentwicklung: In Europa gehört heute bereits jeder Fünfte zu den Älteren, 2050 wird ein Drittel der Bevölkerung älter als 60 Jahre sein. Zudem steigt die Zahl der hochaltrigen Menschen, die über 80 Jahre alt sind (Quelle: GeroStat). Selbst die Zahl der Hundertjährigen wird sich erhöhen, ihre Zahl wird sich verdreizehnfachen. Schätzungen gehen davon aus, dass es dadurch schon 2030 zu 58 Prozent mehr Pflegebedürftigen und 12 Prozent mehr Krankenhausbehandlungen kommen wird (Quelle Statistisches Bundesamt).

4. Juni 2008, Beginn 16.00 Uhr
1. Jenaer Geriatrie-Symposium "Facetten der Geriatrie"
Hotel Steigenberger Esplanade, Jena
Kontakt:
Dr. Anja Kwetkat
Komm. Direktorin der Klinik für Geriatrie, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641/934901
E-Mail: Anja.Kwetkat[at]med.uni-jena.de

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-jena.de

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