Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technology meets Science - Vertreter aus Wissenschaft und Industrie an einem Tisch

07.05.2008
In Dresden werden Kontakte für die anwendungsbezogene Systembiologie geknüpft

Am 22. Mai 2008 findet im Rahmen der zweiten Konferenz zur Systembiologie von Säugetierzellen (Conference on Systems Biology of Mammalian Cells, SBMC), im Kulturpalast in Dresden ein Treffen für Wissenschaftler und Industrievertreter statt. Ziel ist es, potenzielle Kooperationspartner an einen Tisch zu bringen, um so die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft in systembiologischen Projekten zu verstärken.

Systembiologie widmet sich der Erforschung biologischer Prozesse auf der Systemebene. Sie will ein Gesamtbild schaffen von den dynamischen Vorgängen des Lebens unter Einbeziehung sämtlicher Ebenen - vom Genom über die Gesamtheit der Proteine bis hin zur kompletten Zelle oder gar einem vollständigen Organismus. Dazu verknüpft sie quantitative Methoden aus der Molekularbiologie mit dem Wissen aus Mathematik, Informatik und Systemwissenschaften.

Über das reine Grundlagenverständnis hinaus bieten die Erkenntnisse aus den systembiologischen Ansätzen bereits heute große Chancen für Medizin und Gesundheit, für die Entwicklung neuer und besserer Medikamente, aber auch für die Biotechnologie sowie für die Pflanzenforschung und Landwirtschaft. In Zukunft wird es etwa möglich sein, anhand von Computermodellen geeignete Angriffspunkte für Therapien oder mögliche Nebenwirkungen neuer Wirkstoffe vorauszusagen. Die Medikamentenentwicklung wird so sicherer und effektiver und erlaubt zudem eine Beschränkung auf ein Minimum an notwendigen Tierversuchen. Biotechnologische Anwendungen lassen sich auf Basis der Systembiologie gezielt optimieren, um die Produktivität zu erhöhen, aber auch neuartige Syntheseverfahren zu entwerfen. Systembiologie ist daher auch von großem wirtschaftlichen Interesse.

... mehr zu:
»Leberzelle »SBMC

Vor diesem Hintergrund bringen die Organisatoren der zweiten SBMC-Tagung bei ihren "PreCompetitive Meeting for Industrials" führende Vertreter aus Wissenschaft und Industrie an einen Tisch. Bei der Veranstaltung stellen zunächst Wissenschaftler aus der systembiologischen Forschung jüngste Fortschritte und Erfolge aus ihrer Arbeit vor. Neben Rednern aus verschiedenen deutschen Instituten kommen auch international anerkannte Größen aus dem Feld der Systembiologie zu Wort, denen mit ihrer Arbeit bereits der Brückenschlag zwischen Industrie und Forschung gelungen ist. Professor Igor Goryanin hat einen Lehrstuhl für Computational Systems Biology der Universität Edinburgh inne und ist Direktor des Edinburgh Centre for Bioinformatics sowie des Centre for Systems Biology in Edinburgh, Grossbritannien. Darüber hinaus war er in der industriellen Forschung tätig und ist Direktor und Mitbegründer der Firma Electrogenics Ltd. Goryanin entwickelte eines der ersten Software-Pakete für das Modellieren und Simulieren zellulärer Netzwerke. Dr. John Jeremy Rice arbeitet am T. J. Watson Research Center, der IBM-Forschung in New York, USA, mit dem Ziel, Computersimulationen mit neuen Methoden aus Genom- und Proteomforschung zu verknüpfen. Derzeit entwickelt er Methoden, um Signalwege der Zelle aus den Daten von Hochdurchsatzanalysen ableiten zu können. Rice hält bereits zwei Patente im Bereich der Modellierung biologischer Systeme.

Der zweite Teil der Veranstaltung bietet Raum, um Kooperationen zwischen Industrie und Wissenschaft anzubahnen. Vorgesehen ist, dass Vertreter aus beiden Gruppen aufeinanderzugehen und in kleinen Gesprächsrunden ihre Ziele, Vorstellungen und Möglichkeiten diskutieren.

So soll eine fruchtbare Zusammenarbeit entstehen - insbesondere um anwendungsbezogene Projekte zu initiieren und voranzutreiben. Die angestrebte Zusammenarbeit dient einerseits dazu, die systembiologische Forschung in Deutschland zu stärken und ihren großen internationalen Stellenwert weiter auszubauen. Andererseits profitieren Industrieunternehmen vom Know-how der Wissenschaft auf diesem Gebiet, was dem Standort Deutschland auch auf wirtschaftlicher Ebene zugute kommt.

Über die SBMC und zu HepatoSys: Die zweite internationale Systembiologietagung "Conference on Systems Biology of Mammalian Cells (SBMC) findet vom 22. bis 24. Mai 2008 in Dresden statt und wird organisiert von HepatoSys, dem deutschen Netzwerk für die systembiologische Erforschung der Leberzelle.

HepatoSys wurde im Jahr 2004 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Zusammenarbeit mit dem Projektträger Jülich (PTJ) initiiert. Die Arbeitsgruppen des Verbundes stellen eine fachübergreifende systemische Betrachtung aller Vorgänge innerhalb der Leber mit Fokus auf die Leberzelle (Hepatozyt) an. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ganz verschiedener Disziplinen arbeiten eng zusammen, um die Funktionen des biologischen Systems am Computer zu imitieren. Das Ziel ist eine virtuelle Leberzelle, mit der physiologische Prozesse insilico nachvollzogen werden können.

Dr. Ute Heisner | idw
Weitere Informationen:
http://www.sbmc08.de/08/pcm.aspx
http://www.systembiologie.de

Weitere Berichte zu: Leberzelle SBMC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen
19.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Innovation – the name of the game
18.07.2018 | Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics