Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welche Hilfe kann die funktionelle Bildgebung bei Lese-Rechtschreibschwäche leisten?

08.04.2008
Vom 10. bis 12. April 2008 findet in Magdeburg die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) statt.

Kongresspräsident und gleichzeitig Präsident der DGKN ist Prof. Dr. med. Hans-Jochen Heinze, Direktor der Klinik für Neurologie II der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Neuere Forschungsergebnisse zu neurologischen Grundlagen der Sprachproduktion und des Sprachverstehens werden auch Gegenstand der diesjährigen Tagung der DGKN sein.

Bei der Entwicklungsdyslexie (auch als Legasthenie bezeichnet) handelt es sich um eine umschriebene Störung bei der Entwicklung von Lese- und Schreibfertigkeiten, die sich typischerweise ab dem 2. Schuljahr durch Probleme des verstehenden Lesens sowie des Leseflusses manifestiert. Bei nicht-lexikalischen Anforderungen zeigen die Kinder jedoch generell keinerlei Probleme, was zeigt, dass die dyslexie-bedingten Defizite nicht durch allgemeinen Intelligenzmangel oder mangelndes Lerninteresse begründet sind.

Bei genauerer sprachlicher Analyse zeigt sich, dass die Lese-/Rechtschreibprobleme der Dyslexie wesentlich auf ein Unvermögen, die phonologische Struktur der Wörter korrekt zu erfassen und diese beim Lesen sicher und ausreichend automatisiert auf die graphemische Struktur des geschriebenen Wortes anzuwenden, zurückgeht. Was sind die Ursachen dieses phonologischen Defizits? "Hirnstrukturelle Untersuchung berichten wiederholt von zytoarchitektonischen Störungen perisylvischer Kortexregionen, die bei der phonologischen Sprachverarbeitung involviert sind.

Das familiäre Auftreten sowie Zwillingsstudien legen weiterhin eine genetische Grundlage nahe, wobei tatsächlich Genorte, sogenannte Dyslexie-Suszeptibilitäts-Gene, identifiziert werden konnten, die möglicherweise für Vererbung einer genetisch bedingten Empfänglichkeit für Dyslexie verantwortlich sein könnten", erklärt Prof. Dr. Jens-Max Hopf. Hopf leitet die Arbeitsgruppe "Visuelle Aufmerksamkeit und perzeptuelles Lernen" an der Klinik für Neurologie II der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Interessanterweise deuten jedoch sprachunabhängige Defizite auf die zugrunde liegende neurologische Störung hin. "So zeigen Dyslexiepatienten oft Beeinträchtigungen bei der Erfassung schneller visueller Veränderungen, was sich insbesondere beim Bewegungssehen darstellt. Während sich die räumlich-visuelle Verarbeitung als intakt erweist, finden sich klare Defizite bei deren zeitlicher Koordination", weiß Prof. Hopf. Dies sei als mögliche Grundlage der Dyslexie diskutiert worden, da eine eingeschränkte zeitliche Verarbeitung die schnelle und effektive phonologische Dekodierung von Sprache behindere, was sich in der Folge als Störung des Lesens und Rechtschreibens darstelle. Tatsächlich konnten phonologische Defizite mit einer Minderfunktion des Bewegungs-Verarbeitungssystems in Zusammenhang gebracht werden.

So zeigte sich mit funktioneller Magnetresonanztomograghie, dass bei Dyslexiepatienten eine deutlich verminderte Aktivierung kortikaler Areale zu finden ist, die Bewegungssehen vermitteln. Insgesamt kann die bisherige Forschung auf die Frage nach der neurologischen Ursache der Entwicklungsdyslexie keine abschließende Antwort geben, doch die Jahrestagung der DGKN wird auch hier versuchen den aktuellen Erkenntnisstand zu erweitern.

Das gesamte Programm der DGKN-Jahrestagung und weitere Informationen finden Sie unter www.conventus.de/dgkn2008.

Die Kongress-Pressekonferenz, zu der wir Sie hiermit recht herzlich einladen, findet am Freitag, den 11. April, um 11.30 Uhr im Restaurant "Da Capo" des Maritim Hotel Magdeburg statt.

Ansprechpartner für Rückfragen/Akkreditierung:
Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH
Romy Held
Tel.: 03641/3533229
presse@conventus.de

Kornelia Suske | idw
Weitere Informationen:
http://www.conventus.de
http://www.med.uni-magdeburg.de/

Weitere Berichte zu: DGKN Dyslexie Entwicklungsdyslexie Neurologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Natürlich intelligent
19.10.2018 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material
18.10.2018 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ultraleichte und belastbare HighEnd-Kunststoffe ermöglichen den energieeffizienten Verkehr

19.10.2018 | Materialwissenschaften

IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Raum für Bildung: Physik völlig schwerelos

19.10.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics