Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welttuberkulosetag 2008: Stoppt TB - jeder trägt Verantwortung

17.03.2008
Gemeinsame Pressemitteilung
Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe
Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose
Koch-Metschnikow-Forum
Nationales Referenzzentrum für Mykobakterien
Robert Koch-Institut

Tuberkulose ist weltweit die am häufigsten zum Tode führende behandelbare Infektionskrankheit. Jedes Jahr sterben daran fast zwei Millionen Menschen, acht bis neun Millionen erkranken neu.

In Deutschland wurden nach dem soeben erschienenen RKI-Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland im Jahr 2006 insgesamt 5.402 Tuberkulosen registriert, 201 Menschen starben daran. Damit setzt sich in Deutschland der rückläufige Trend der Vorjahre fort.

"Aber wegen der Schwere der Erkrankung und angesichts der internationalen Situation muss die Tuberkulose weiterhin einen hohen Stellenwert in Medizin und Gesundheitsdienst haben", sagt Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident des RKI, anlässlich des Welttuberkulosetags am 24. März. Das Motto des diesjährigen Tages ist "Stoppt TB - jeder trägt Verantwortung".

... mehr zu:
»Bakterien »Tuberkulose

Weltweit ist insbesondere die Zunahme der Antibiotika-Resistenzen bei Tuberkulose-Erregern besorgniserregend. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt in ihrem kürzlich veröffentlichten 4. Tuberkulose-Resistenzbericht, dass 2006 rund 500.000 Tuberkulosefälle mit multiresistenten Erreger auftraten. In Deutschland wurden im Jahr 2006 bei 78 Patienten multiresistente Bakterien registriert (2,2 %), 2005 waren es 105 Fälle (2,7 %). Weltweit liegen von den 20 Gebieten mit dem höchsten Anteil der MDR-Tuberkulose unter den Neuerkrankungen 14 in Ländern der früheren Sowjetunion und 4 in China. Auch bei den extrem resistenten Tuberkulosen befinden sich die Brennpunkte in den Ländern der früheren Sowjetunion (GUS).

In Deutschland gibt es eine Reihe etablierter Aktivitäten in den besonders betroffenen Regionen. So führt das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose ein Stipendienprogramm für osteuropäische und chinesische Gastärzte durch, neben weiteren nationalen und internationalen Projekten. Osteuropa ist auch der Schwerpunkt des Koch-Metschnikow-Forum (KMF), einer deutsch-russischen Initiative des Petersburger Dialoges, die Kooperationsprojekte auf dem Gebiet der Bekämpfung der Infektionskrankheiten koordiniert und gestaltet. Das Nationale Referenzzentrum für Mykobakterien in Borstel führt, auch in seiner Funktion als Supranationales Referenzzentrum der WHO, Qualitätskontrollen zur Tuberkulosediagnostik in 15 Länder weltweit durch, hilft beim Aufbau von TB-Programmen und Laboratorien, vorwiegend in den GUS-Ländern, und bietet Trainingskurse für in- und ausländische Kollegen an.

Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) engagiert sich vor allem in Afrika, Asien und Südamerika. An der hohen Zahl der Tuberkuloseerkrankungen hat - neben unzureichender Ernährung, beengten Wohnverhältnissen, schlechter medizinischer Versorgung und mangelhaften hygienischen Bedingungen - die vor allem in Afrika dramatisch verlaufende HIV/AIDS-Epidemie einen großen Anteil. Weltweit trägt etwa ein Drittel der Bevölkerung Tuberkulosebakterien in sich, ohne zu erkranken. Bei HIV-Infizierten nimmt die Fähigkeit des Immunsystems, die Bakterien zu beherrschen, dramatisch ab. Ansteckend und durch Tröpfcheninfektion übertragbar ist nur die sogenannte "offene Tuberkulose", wenn die Bakterien aus dem Körper des Erkrankten nach draußen gelangen können. Das betrifft in der Regel die Atemorgane.

Auf einer vom KMF am 24./25.3.2008 in Berlin veranstalteten Tagung werden der Stand und der dringende Forschungsbedarf in Diagnostik, Therapie, Prävention und Tuberkulosekontrolle diskutiert (weitere Informationen: http://www.kmforum.eu, http://www.rki.de, http://www.dahw.de, http://www.pneumologie.de/dzk/, http://www.fz-borstel.de/de/mycoref/index.htm).

Herausgeber
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin
http://www.rki.de
Das Robert Koch-Institut ist
ein Bundesinstitut im
Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Gesundheit
Pressestelle
Susanne Glasmacher
(Pressesprecherin)
Günther Dettweiler
(stellv. Pressesprecher)
Claudia Eitner
Heidi Golisch
Kontakt
Tel.: 030.18754-2239, -2562 und -2286
Fax: 030.18754 2265
E-Mail: presse@rki.de

Susanne Glasmacher | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de

Weitere Berichte zu: Bakterien Tuberkulose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus
22.10.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Natürlich intelligent
19.10.2018 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus

22.10.2018 | Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Gebirge bereiten Boden für Artenreichtum

22.10.2018 | Geowissenschaften

Mit Gravitationswellen die Dunkle Materie ausleuchten

22.10.2018 | Physik Astronomie

Neuer Wirkstoff gegen Anthrax

22.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics