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Startschuss für eine europäische Supercomputer-Infrastruktur

29.01.2008
Im Forschungszentrum Jülich treffen sich heute über 60 Vertreter aus
14 europäischen Staaten zur zweitägigen Auftaktveranstaltung des PRACE-Projektes.

PRACE („Partnership for Advanced Computing in Europe“) wird die Grundlage für eine europäische Supercomputer- Infrastruktur schaffen. Ende 2007 bewilligte die Europäische Kommission das Projekt. In den kommenden zwei Jahren steht ein Budget von 20 Mio. Euro zur Verfügung. Thomas Rachel, Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, eröffnet die zweitägige Veranstaltung.

PRACE wurde gegründet, um eine ständige Europäische Supercomputing-Infrastruktur zu schaffen. In der Vorbereitungsphase bis Ende 2009 soll eine Grenzen überschreitende Organisationsstruktur für das wissenschaftliche Rechnen mit Supercomputern in Europa geschaffen werden. Durch die Bündelung des Know-hows der Partner und einen koordinierten Einsatz von Finanzmitteln erhalten Forscher in ganz Europa in Zukunft Zugriff zu Supercomputerleistung auf internationalem Spitzenniveau, das nationale Rechenzentren nicht bieten können.

Hierzu werden Hardwarebeschaffungen und Standortwahl abgestimmt und eine europäische Plattform für die Entwicklung von Hardware und Software gemeinsam mit der Industrie aufgebaut werden. Durch Kooperation mit nationalen und regionalen Rechenzentren sowie Wissenschaftsorganisationen soll der Zugang zu Hoch- und Höchstleistungsrechnern für Wissenschaftler und Ingenieure aus Forschungseinrichtungen, Universitäten und der Industrie einfacher werden.
... mehr zu:
»PRACE

Ein Peer-Review-Verfahren wird sicherstellen, dass die wissenschaftlich exzellentesten Projekte zum Zuge kommen.

Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, besprechen die Wissenschaftler in der Jülicher Auftaktveranstaltung die Details der Projektarbeit. Eine Aufgabe wird es sein, eine passende Rechtsform und Organisationsstruktur für die künftige Europäische Supercomputer-Infrastruktur festzulegen. Es werden Schulungs- und Ausbildungskonzepte erarbeitet, und es wird überlegt, wie die Industrie als Nutzer gewonnen werden kann.

Wichtig für den Erfolg des Projektes werden auch technische Entwicklungen zum Betrieb der verteilten Supercomputer-Infrastruktur, die Anpassung von Anwendungssoftware und die Evaluation von Prototypen für die künftigen Supercomputer sein. Ein Ziel ist es, bereits 2009 ein Petaflop/s-System zu installieren, d.h. einen Rechner, der eine Billiarde Operationen pro Sekunde ausführen kann. Mit vorbereitenden Untersuchungen und Entwicklungen für die übernächste Generation von Supercomputern versucht das Projekt, langfristige Entwicklungen jetzt schon anzustoßen.

Der Verfügbarkeit von Rechenleistung wird zunehmend zu einem kritischen Erfolgsfaktor in der Wissenschaft und Industrie: bei der Frage des Klimawandels, der Genetik oder dem Ingenieurwesen. Forscher verlassen sich immer mehr auf höchste Rechenleistung, um an der Spitze des internnationalen Wettbewerbs zu stehen.

"Wissenschaft und Wirtschaft brauchen Rechenleistung auf höchstem Niveau - die einen, um Spitzenforschung zu erbringen, und die anderen, um Innovationen zu schaffen", erklärte Prof. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich und Koordinator von PRACE. In allen Naturwissenschaften seien Supercomputer zum unverzichtbaren Werkzeug geworden, sagte Bachem. Die großen Erkenntnissprünge der Zukunft würden mit Hilfe der Simulation Sciences entstehen. Ziel von PRACE sei es, den Forschern in Europa einen uneingeschränkten, unabhängigen Zugang zu den schnellsten Supercomputern und kompetenten Support zu bieten.

Im PRACE-Konsortium kooperieren Deutschland, England, Frankreich, Spanien sowie Finnland, Griechenland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden und die Schweiz. Der deutsche Vertreter in PRACE ist das Gauss Centre for Supercomputing. Es bündelt die Aktivitäten der drei Höchstleistungszentren in Jülich, Stuttgart und Garching.

Mit einer engen Zusammenarbeit mit bestehenden europäischen Forschungseinrichtungen wie ESF, EMBL oder ESA soll PRACE in die Europäische Forschungslandschaft eingebettet werden. Das PRACE Projekt wird im 7. Rahmenprogramm der Europäischen Kommission (FP7/2007-2013) mit dem Zuwendungsvertrag Nr. RI-211528 gefördert.

Ansprechpartner:
Prof. Achim Bachem, E-Mail: prace-coordinator@fz-juelich.de
Pressekontakt:
Kosta Schinarakis,
Tel. 02461 61-4771, E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de
Annemarie Winkens
Forschungszentrum Juelich GmbH
Unternehmenskommunikation
52425 Juelich
Tel. 02461 61 8027
Fax.02461 61 8282

Annemarie Winkens | Forschungszentrum Jülich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.prace-project.eu

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